Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 502

Ach, endlich sind die Sonntage wieder so, wie Sonntage sein sollen. Heute morgen war zwar Gewitter und Regen, aber die Menschen wussten schon, dass das bald zu Ende ist und haben uns im Stall schon mal alles angezogen, während wir noch etwas Heu knabbern durften.

Als es aufhörte zu regnen, ging es dann los. Schon wieder über den Berg! Aber diesmal im Trab und ich vorneweg. Mein Mädchen hat mich angefeuert, dass ich bis zum bitteren Ende hoch trabe. Das ist soooo fies, weil er Berg ja immer steiler wird! Diego hatte schon durchpariert. Oben angekommen, war dann die traditionelle Graspause und mein neugieriges Mädchen hat unseren Puls gesucht – und gefunden. Meiner war anfangs bei 84 und ging dann fix runter auf 68, das fand mein Mädchen prima, weil das heißt, dass ich mich „endlich mal angestrengt“ hätte. Also wirklich! Bei Diego allerdings hat sie streng geguckt und „40“ gesagt. Der Mann hat angefangen zu lachen und gesagt, Diego hätte wohl sehr gut darauf geachtet, sich ja nicht zu viel anzustrengen.

Weil Diego also topfit war, haben wir dann noch den Schlenker rechtsrum gemacht, also quasi die Hausrunde angehängt. Wir haben ein bisschen bergab traben geübt und dann kamen wir an den Dornröschenweg. Nun hat es ja viel geregnet und es war warmes Wetter und – zack!- ist es überall grün und auch total zugewachsen. Der Dornröschenweg ist kaum noch zu sehen und die Zweige von oben hängen sehr tief. Mein Mädchen hat sich ordentlich geduckt, aber als wir aus dem Weg wieder rauskamen, hat sie gehustet und gesagt, sie hätte jetzt eine vollständige Mahlzeit zu sich genommen, mit pflanzlichen und tierischen Bestandteilen. Da hatte sie wohl den Mund nicht zu? Während wir Ponys noch etwas grasen durften, hat mein Mädchen in einer Tour gehustet und gesagt, die Proteine, die sie zu sich genommen hätte, wären wohl doch noch nicht ganz tot…. na lecker.

Da geht’s durch? Ja und danach war mein Mädchen satt….

Als sie dann irgendwann alles runtergeschluckt hatte, ist sie wieder aufgestiegen. Der Weg ist dort in sich sehr schräg und mein Mädchen und ich sind auf der niedrigeren Wegseite gewesen. Schaut der Mann auf uns herab und sagt „man, seid ihr klein!“ ooooooh da wurde mein Mädchen ganz grimmig! Wo er vorher schon gesagt hatte, ich wäre im Schritt so langsam, dass man mir ihm Gehen die Hufschuhe besohlen könnte. Dabei hab ich mich so beeilt! Mein Mädchen hat vorgeschlagen, wir könnten Diego ja mal auf 1,40m schrumpfen und dann sehen wie schnell er dann noch vorankommt. Der mit seinen langen Beinen und den Siebenmeilenstiefeln.

Zum Schluss haben wir noch etwas „Angebertrab“ geübt. Das ist so langsamer Trab wie auf dem Reitplatz, so dass die Menschen aussitzen können. Diego vorneweg und ich war hinten am drängeln. Mein Mädchen meinte, ich kann wohl nicht so gut langsam traben. Aber dann hat sie probiert, wie es klappt wenn ich vorneweg gehe und da kann ich seeeeeeehr langsam traben. Es ist nur so: wenn ich einen Hintern vor mir sehe, kommt meine Vorliebe fürs Popo-Kneifen durch, da kann ich nicht gegen an! Angeblich will sie das jetzt mit mir üben. Ich bin aber nicht sicher, ob ich mir bei dem Thema wirklich reinreden lasse.

Schließlich waren wir zu hause und wir Ponys haben uns duschen lassen. Weil ich den Berg im Trab gemeistert hatte und es vorher geregnet hat, war mein Bauch ganz dreckig und mein Mädchen hat mir eine Unterbodenwäsche verpasst. Danach bin ich mich erstmal schön panieren gegangen und jetzt gedenke ich den Rest vom Sonntag zu verbummeln. Nachher geht´s nochmal auf die Weide, da freue ich mich schon drauf!

Unterbodenwäsche war nötig.

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel

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