Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 501

Erinnert ihr euch noch, dass ich springen lerne? Ich darf sagen: ich mache gute Fortschritte! Während mein Mädchen mit der Doppellonge übt, verbessere ich meine Springmanier. Mein Mädchen hat jetzt rausgefunden, wie ich es am besten schaffe: sie darf vor dem Sprung gar nix mehr zu mir sagen (ich muss mich dann nämlich doll konzentrieren!) und im Moment muss ich noch ganz gerade auf den Sprung zu kommen. Später soll ich das auch aus einer Kurve heraus schaffen, aber bisher endet das immer mit Stangensalat, weil ich den Absprungpunkt nicht finde.

Da der Mann mit Diego auf dem Reitplatz war und Diego wie immer früher Feierabend machen durfte als ich (irgendwie unfair, oder?), hat mein Mädchen den Mann gefragt ob er meine Springkünste mal filmen kann. Also nochmal springen, Sir Duncan! Jawoll, mein Mädchen, geht los. Angaloppieren, Maß nehmen und Hopp! Perfekt! Mein Mädchen meinte, es sei Zeit für Feierabend. Dann hat aber der Mann gefragt, ob ich nicht nochmal springen könnte, damit er mich noch aus einer anderen Perspektive filmen kann. Naaaaaaa gut. Ich war nicht ganz so begeistert, habe mich aber überreden lassen. Mein Mädchen hat mich angefeuert…. und das kann ich nicht so gut leiden! Wenn ich schon alles gebe, mag ich nicht angefeuert werden! Und ich war eigentlich schon fertig! Deswegen habe ich ein bisschen herumgemault. Dann ist der Sprung schiefgegangen und ich habe noch mehr rumgemault. Dann hat der Sprung geklappt, aber mein Mädchen fand es doof, dass ich so weit rein gekommen bin und hat mit der Peitsche gewedelt. Da wurde es mir zu bunt! Habe ihr meine Hinterhufe gezeigt! Normalerweise versteht sie, was ich damit sagen will. Problem war nur, dass ich irgendwie mit dem Bein über die Doppellonge geraten bin und sich die Longen um mein Bein gewickelt haben! Ich hab gleich nochmal ausgetreten in der Hoffnung, dass es wieder weggeht, aber das hat nicht geklappt. Mein Mädchen hat sich doll erschrocken, dass ich so hoch austrete, dann hat sie erst gesehen, was passiert war. Hat die Longe nachgegeben und HOOOOOOO gesagt. Und gelernt ist gelernt! Ich hab also direkt die Bremse reingehauen. Da war mein Mädchen sehr, sehr stolz auf mich, dass ich so besonnen reagiert habe. Dadurch habe ich mir auch gar nicht weh getan und wir haben einfach in aller Ruhe den Sprung nochmal gemacht. Feierabend!

Später hat mein Mädchen gesagt, dass ich mal ein sehr gutes Kutschpony werde. Wer anhalten kann, wenn sich was vertüddelt hat, den kann man vor die Kutsche spannen. Ja, da will ich seit Jahren hin, mein Mädchen, aber du kommst ja nicht in die Puschen! Es ist ein Drame, wenn man so einen langsamen Menschen erwischt hat, ich sage es euch. Aber ich bleibe dran und eines Tages wird es so weit sein. Bis dahin verbessere ich weiter meine Springkünste. Hopp!

Hopp! Kann ich jetzt schon ganz gut.

Euer vertüddelter Sir Duncan Dhu of Nakel

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