Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 499

Ich bin ein vielbeschäftigtes Pony. Am Montag war ich ja mit dem Mädchen vom Ausreitkumpel und der Gazelle unterwegs, am Dienstag vormittag habe ich mit meinem Mädchen Doppellonge geübt, am Dienstag nachmittag kam dann noch meine kleine Freundin vorbei, am Mittwoch war ich mit Willibald von Blamauer zu Stössing unterwegs. Am Donnerstag hatte ich dann frei, weil mein Mädchen sich erholen musste (ihr wisst ja, sie meint dann immer, dass ICH eine Pause bräuchte). Am Freitag haben wir reiten geübt auf dem Platz, das war sehr aufregend, weil alles voller Huchmampfs war – das ist im Frühling so, wenn alles wieder grün wird! Da kann ich ja auch nix für, mein Mädchen! Am Samstag hat mein Mädchen viel gearbeitet und hatte dann so viel Sonne abbekommen, dass wir lieber in der Halle geblieben sind im schönen Schatten und uns mit dem Steg und der Wippe beschäftigt haben. Diego und der Mann haben auch mitgemacht und ich bin meiner neuen Übung „Deichläufer“ ein großes Stück näher gekommen! Demnächst bekommt ihr mal ein Video.

Und gestern war dann Spezialausflug angesagt. Wir sind ziemlich lange in der Wackelkiste gewesen und dann auf einem Hof wieder ausgestiegen. Hier sollen wir Ende Juni an meinem ersten richtigen Reitkurs teilnehmen! Mit dem Reitlehrer von meinem Mädchen, den sie normalerweise nur im Ohr hat, weil er so weit weg wohnt. Jetzt kommt er mal hierher und diese Chance will mein Mädchen sich nicht entgehen lassen. Und weil sie weiß, dass sie dann aufgeregt sein wird und dass das für meinen Kopf alles sehr, sehr anstrengend wird, hat sie sich gedacht, sie zeigt mir schonmal den Hof dort. Da gibt es eine kleine Reithalle, die fand ich voll spannend. Spiegel sind da, da tauchen ständig schöne Ponys drin auf und verschwinden wieder! Außerdem musste ich alles abschnüffeln was es da zu sehen bzw zu riechen gab. Diego war natürlich wieder völlig ungerührt. Wie macht er das nur? Egal wo man hingeht, er kennt sich überall aus, weiß über alles Bescheid und verliert niemals die Fassung. Wie kann man nur so cool sein?

Mein Mädchen ist erst zu Fuß mit mir gegangen und dann ist sie noch ein bisschen geritten. Es ist was ganz anderes, ob man ausreiten ist und einfach an komischen Dingen irgendwie vorbei geht oder ob man sich dann noch voll konzentrieren soll und genau so laufen wie angesagt! Mein Mädchen war aber stolz auf mich, weil ich das ganz gut hingekriegt habe. Dann sind wir raus gegangen und haben uns noch den Reitplatz angeschaut. Der war umgeben von Paddocks – überall fremde Pferde! Und dann kommen die auch noch alle an den Zaun, weil die auch gucken wollen. Und jetzt soll ich mich da konzentrieren auf schöne Zirkellinien und Übergänge und so! Da hat mir der Kopf ein bisschen geraucht. Aber mein Mädchen fand, ich mache das alles gut. Der Mann hat gefragt, wofür wir das jetzt üben mussten, weil ich doch alles richtig gemacht habe. Mein Mädchen weiß aber genau, wofür wir das geübt haben. Nachher war ich nämlich ganz schön kopfmüde und das obwohl wir nur knapp zwei Stunden dort waren. Und der Kurs geht zwei Tage mit Übernachtung! Deswegen will sie meinen Kopf so gut wie möglich entlasten und jetzt wo ich alles schon mal gesehen habe, sind dann Denk-Kapazitäten für andere Dinge frei.

Da stehen die ganzen Pferde und gucken – und ich soll mich auf mein Mädchen konzentrieren
In der Halle guckt niemand. Außer manchmal Ponys aus dem Spiegel!

In ein paar Wochen geht es los! Ich bin schon sehr gespannt. Bis dahin müssen wir jetzt Diego wieder fit kriegen, der soll nämlich auch teilnehmen.

Euer viel beschäftigter Sir Duncan Dhu of Nakel

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