Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 476

Saisonstaaaaaaart!

Endlich ist es wieder länger hell und das Wetter ist gut, also wieder Zeit für Ausritte mit dem einzig wahren Ausreitkumpel! Ich meine: Ausritte mit Diego sind toll, aber wenn es mit dem Ausreitkumpel und seinem Mädchen losgeht, dann kommt mal so richtig Schwung in die Bude! „9km sind für den Start ok, oder?“ hat das Mädchen vom Ausreitkumpel gefragt. Und mein Mädchen hat genickt und mir zugeraunt „also mit 11 km müssen wir rechnen“. Weil das Mädchen vom Ausreitkumpel ja immer ein bisschen…. anders… plant. Die Erfahrung haben wir schon ein paar mal gemacht!

Los ging es also. Im Trab den schmalen Waldweg, Ausreitkumpel vorneweg. Ich mit Schwung hinterher. Nach einer Weile, als der Weg breiter wurde, bin ich dann vorneweg. Aber mir war das noch etwas komisch, ich war da so lange nicht und muss doch gucken! Mein Mädchen hat mich angefeuert, dass ich das schaffe. Dann links. Und da dachte ich: oh, den Weg kenne ich! Den sind wir doch schonmal gegangen und damals sind wir soooo schön galoppiert! Mädchen, es geht los! Halt dich fest und genieß die Aussicht! Aber ach, mein Mädchen, die alte Bangbüx, fand schon wieder, ich würde mich nicht so anfühlen, als könnte sie mich zur Not noch bremsen. Durchparieren! Ich war frustriert, aber sie auch. Und also hat sie das Mädchen vom Ausreitkumpel gefragt. Und die sagte: „lass uns doch Übergänge üben!“ Und so haben wir es dann gemacht. Galopp! Trab! Galopp! Trab! Galopp! Trab! Ich immer vorneweg und mein Ausreitkumpel musste sich anpassen. Und nach dem 4. Übergang hatten wir es raus. Galopp! Trab! Galopp! Trab!

Dann kamen wir an eine Strecke, wo jemand ein paar große Äste und kleine Baumstämme ausgelegt hat wie einen Springparcour. An den meisten Stellen gab es einen Weg außen rum, den haben mein Mädchen und ich genommen, während der Ausreitkumpel hinter uns fröhlich gesprungen ist. Aber um ein paar Dinger konnte man nicht außen rum. Nun waren die auch nicht höher als unsere Stangen zu hause, einfach drüber traben. Huch! Da war noch ein zweiter Stamm hinter dem ersten! Ich konnte noch so eben meine Hufe in der Luft sortieren. Mein Mädchen war total stolz wie gut ich das hingekriegt habe. Und noch während sie stolz war, kam der nächste kleine Baumstamm und da ich gerade so im Schwung war, habe ich einfach einen kleinen Sprung darüber gemacht. Zack! Mädchen stolz. Das war unser erster gemeinsamer Hüpfer!

Dann wieder auf den breiten Weg und weiter ging es. Trab, Galopp, Trab, Galopp, Trab, Galopp, langsam wurde mir etwas matt. Der Blutzucker sinkt ja so schnell bei den ganzen Übergängen. Also Graspause!

Endlich wieder zusammen unterwegs!

Mein Mädchen musste derweil meinen Hufschuh richten, der total verdreht war. Na immerhin haben wir ihn nicht verloren! Sie hat ihn etwas enger geschnallt und gesagt, wenn ich jetzt anfange zu lahmen, muss sie daran denken, dass mir wahrscheinlich nur der Schuh zu eng ist.

Nach einer Runde Gras essen war ich wieder frisch und es konnte weiter gehen. Vorbei an den lustigen Schweinen und mein Mädchen meinte, wir könnten noch ein bisschen üben. Trab, Galopp, Trab, Galopp, Trab, Galopp. Was klappert denn da eigentlich so, sind das meine Hufschuhe oder die vom Ausreitkumpel? Na auch egal, weiter gehts. Ich war allerbest gelaunt. Aber dann tat mein Fuß doch weh und ich hab ein klitzekleines bisschen gehumpelt. Ok, Mädchen runter und hat beschlossen, die Schuhe auszuziehen. Da hat sie das Desaster gesehen: Ein Hinterhufschuh war komplett rumgedreht und ich bin immer mit dem Huf auf der einen Kante rumgelaufen! Sie war total überrascht, dass ich nicht gleich „aua aua“ gerufen habe, aber ich war ja so im Fluss, es hat mich nicht gleich gestört….

Sie hat jetzt endgültig entschieden, dass ich zumindest im Galopp (noch) kein Hufschuh-taugliches Pony bin und eine andere Lösung her muss. Ich mache im Galopp meine Hinterbeine zu eng zusammen, das überleben die Schuhe nicht. Aber mein Mädchen sagt, wenn ich noch etwas in die Breite wachse und noch mehr Übung haben, kann es gut sein, dass sich das bessert und es dann geht. Vorerst heißt die Lösung, dass wir barhuf reiten. Alle Schuhe ab, zum Glück haben wir ja die großen Satteltaschen mit. Mein Mädchen hat geschimpft „musst Du immer alles kaputtmachen oder verlieren?“. Also ich möchte doch sehr bitten, mein Mädchen! Das sind nur Hufschuhe und du musst zugeben, dass ich die wirklich wichtigen Dinge nie kaputt mache oder verliere: Dich zum Beispiel! Und da hat sie gesagt, das stimmt und ich bin das allerbeste Pony diesseits der Regenbogenbrücke. Gut, können wir dann jetzt weiter? Ich bin nämlich noch sehr munter und könnte noch…. aber jetzt war mein Mädchen aufgebraucht. Ihre Nerven waren alle und also sind wir nur noch getrabt. War auch gar nicht mehr weit bis zur Grasstelle wo die Mädchen dann traditionell absteigen und den Rest zu Fuß gehen.

Wie wir so durchs Dorf gehen sagt mein Mädchen zum Mädchen vom Ausreitkumpel „schau mal, er lächelt“, weil ich wieder dieses breite, zufriedene Grinsen im Gesicht hatte. Mein Mädchen hat auch zufrieden gegrinst und meinte, ich wäre ja nach den ersten Kilometern wieder absolut hochanständig gewesen. Und ich sage mal so: mir hat man erzählt, dass man bei echten Distanzpferden eh die ersten 5-10km nur auf der Bremse steht. Ich bin noch Anfänger, aber ich übe das schon mal und also muss sie bisher nur die ersten 3km auf der Bremse stehen. Warte nur ab, mein Mädchen…

Die angeblichen 9km stellten sich als 10,7km heraus. Müde war ich aber nicht, nur sehr, sehr glücklich und ordentlich schwitzig (man, mein Kopf juckt dann immer so!).

Abends als mein Mädchen zum füttern kam, habe ich ihr noch einen zarten Kuss ins Gesicht gehaucht, das ist meine Art, mich bei ihr zu bedanken, wenn wir ein tolles Abenteuer erlebt haben. Wir wollen jetzt wieder jede Woche mit dem Ausreitkumpel los, da freue ich mich soooooo doll drauf!

Euer galoppierender Sir Duncan Dhu of Nakel

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