Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 475

Heute vormittag haben wir wieder Doppellonge geübt, mein Mädchen und ich. Diesmal mit Handwechseln und sogar etwas seitwärts gehen. Mein Mädchen hat geflucht, weil sie mit den langen Leinen und der Peitsche überfordert war (wie immer), aber sie findet, ich habe das gut hingekriegt. Jetzt überlegt sie, ob sie nochmal einen Kurs macht oder Unterricht nimmt, damit sie das besser in den Griff kriegt. Wir haben auch wieder galoppieren geübt, mit vielen, vielen Übergängen, weil mein Mädchen meint, das macht mich kräftiger. Manchmal, wenn es gut klappt, kann ich schon voll schön aus dem Schritt in den Galopp springen, dann flippt sie komplett aus, weil das soooooo toll aussieht. Aber manchmal kriege ich auch noch Beinchaos, dann klappt es nicht so ganz, aber ich mauschel es schnell hin.

Dann waren wir fertig und ich dachte das war es für heute. Aber nein! Am Nachmittag höre ich mein Mädchen nochmal rufen! Bin schnell hingelaufen und da war sie gar nicht allein: bei ihr waren der Mann und ein kleineres Mädchen. Und die war nun plötzlich für mich zuständig! Das war ganz schön aufregend! Das kleinere Mädchen hat noch nicht so viel Erfahrung und konnte mir deswegen nicht so ganz genau sagen, was wir jetzt machen und wo wir hingehen. Ich hab immer versucht, von meinem Mädchen auch noch Infos dazu zu erhaschen und sie hat mir auch immer Hinweise gegeben aber mein Kopf fing alsbald das rauchen an bei so vielen verschiedenen Ansagen. Nachdem das kleinere Mädchen mich geputzt hatte, sind wir auf den Reitplatz gegangen und haben ein paar Führübungen gemacht. Ich war aufgeregt und wenn ich aufgeregt bin, habe ich es immer sehr eilig. Es hat etwas gedauert, bis wir das alles klar gekriegt haben, aber dann ging es ganz gut. Schließlich zum krönenden Abschluss durfte das kleinere Mädchen noch aufsteigen und mein Mädchen hat mich geführt. Das kleinere Mädchen hat von oben Stimmkommandos gegeben: „hoooooo“ für anhalten und „voran!“ fürs losgehen. Ich habe immer ganz genau gelauscht und versucht, das alles richtig zu machen. Wenn ich nicht bescheid wusste, konnte ich ja noch schnell schauen, was mein Mädchen mit ihrer Körpersprache sagt. Insgesamt habe ich natürlich wie immer alles richtig gemacht, aber ich sage euch, nachher war ich ganz schön müde im Kopf! Musste erst mal nachdenken und eine Runde gähnen. Mein Mädchen sagt, Übung macht den Meister und so üben wir beide – das kleinere Mädchen übt, mir genauer zu sagen was ich machen soll und ich übe, besser zurecht zu kommen, wenn ich nicht weiß, was ich tun soll. Ich erinnere mich dunkel, dass Merlin und Diego mir da mal was erklärt haben, vor langer Zeit, als wir zum allerersten Mal Unterricht hatten. Und jetzt ist es glaube ich so ähnlich…

Jedenfalls sind wir für nächste Woche wieder verabredet, das kleinere Mädchen und ich, und dann werden wir gemeinsam weiter üben!

Meine (gar nicht so) kleine Reiterin und ich werden sicher bald beste Freunde sein!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel (hiermit offiziell „Lehrpferd“!)

Hinterlasse einen Kommentar