Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 423

Montag! Und endlich, endlich ist mein Mädchen wieder fit! Los geht es zum Ausreitkumpel bei allerfeinstem (zu warmem) Wetter! Mein Mädchen hätte mich gern noch flott nachgeschoren, aber die Zeit war leider etwas zu knapp. Vielleicht war sie aber nachher froh, dass sie das nicht gemacht hat….

Als wir beim Ausreitkumpel ankamen, erwartete mich eine Überraschung:

Zwei Ausreitkumpel für mich!

Nicht nur DER Ausreitkumpel kommt mit, sondern auch das schnellste Pony der Welt! Da wusste ich gleich: das wird ein flotter Ritt! Und das ist auch gut so, ich hatte nach der langen Ausreitpause doch so ein paar Hummeln im Hintern! Drei Hunde hatten wir auch mit, zwei, die ich schon gut kenne und den neuen, den ich noch nicht so gut kenne und der mich letztes Mal so fies erschreckt hat.

Los ging es, wie immer erst zu Fuß bis in den Wald. Dann aufsteigen und lostraben. Das schnellste Pony der Welt vorneweg, dann mein Ausreitkumpel, dann ich. Zwei Hunde vor mir, einer hinter mir, das hat mich bisschen genervt. Nach einer Weile hat mein Mädchen dem Mädchen vom Ausreitkumpel das gesagt und sie hat den dritten Hund gerufen so dass er auch vor mir war und ich die alle im Blick behalten konnte. Wir haben uns so schön eingegroovt mein Mädchen und ich als plötzlich

HUND!!!

Man, haben wir uns vielleicht erschreckt! Wir hatten beide nicht mitbekommen, dass der neue Hund rechts in den Wald abgebogen war und plötzlich kam der direkt neben mir aus dem Gebüsch geschossen! Ich bin in die Luft gesprungen und einen Meter weiter links wieder gelandet, hab kurz überlegt ob ich noch einen Bocksprung nachsetze, bin dann aber lieber ein kleines Stück galoppiert. Mein Mädchen ist zum Glück mitgekommen (natürlich nicht „zum Glück“, sondern weil ich sie mitnehme! Ihre Sicherheit ist mir schließlich genauso wichtig wie meine!). Aber wir hatten beide etwas wackelige Knie. Dagegen hilft aber laufen bekanntlich am besten, also weiter im Trab, atmen und beruhigen. Und die Hunde besser im Blick behalten.

So ging es dann weiter. Ab und zu mussten wir durchparieren oder auch mal anhalten, weil uns Hunde, Autos oder Radfahrer begegnet sind, aber im Wesentlichen haben wir versucht, durchgängig zu traben. Nun ist das schnellste Pony der Welt einfach das schnellste Pony der Welt und viel schneller als ich – wobei der diesmal echt entspannter und langsamer war als letztes Mal. Ich hab mir im Trab einen abgestrampelt und hab versucht, mitzukommen. Mädchen, wollen wir nicht…. nein, kein Galopp. Diese Diskussion hatten wir eine ganze Weile, aber als ich dann mal artig wirklich nur getrabt bin, durfte ich auch mal ein Stück galoppieren. Allerdings nicht lang, weil wir ja gleich aufgeholt hatten. Dann wieder Trab. Ich hab mich so angestrengt! Hat mein Mädchen auch gemerkt und mich immer doll gelobt.

Als wir schon eine ganze Weile unterwegs waren, kamen wir an dem Umspannwerk vorbei. Da liegen immer noch die großen Metallplatten auf dem Boden, aber wir kennen die ja alle und traben da einfach rüber. Klonk, klonk, klonk – aber plötzlich ist mir mein Hinterbein weggerutscht! Mein Mädchen hat das gar nicht gemerkt, weil ich es so elegant abgefangen habe, aber was sie gemerkt hat, war, dass ich einen kleinen Hüpfer gemacht habe und mich ein bisschen geärgert hab und in Galopp gefallen bin. Und deswegen wollte sie wieder durchparieren. Aber weißt Du was, mein Mädchen, jetzt hab ich die Faxen dicke! Da vorne ist das schnellste Pony der Welt, der Ausreitkumpel ist im Moment hinter uns und der Abstand nach vorn ist zu groß und jetzt WIRD GALOPPIERT! Menno. Ach, da wurde sie wieder so blöde, hat mir deutlich zu verstehen gegeben, dass das gar nicht gestattet ist, wenn sie es nicht gestattet hat. Verflixt! Naja. Weil ich so ein Guter bin, hab ich dann doch wieder durchpariert und wurde doll gelobt. Ich meine: ich weiß ja, wie ich friedlich mit ihr leben kann, so ist es nicht. Aber wenn ich nunmal Hummeln im Hintern hab und galoppieren will, dann ist das manchmal wichtiger als friedliches Zusammenleben…..

Ein letztes Stück Trab, dann absteigen, bisschen Schritt, Graspause, nach hause führen. Ich war sauber durchgeschwitzt (sauber im wahrsten Sinne des Wortes, denn wenn man so schwitzt, kommt der ganze Dreck mit raus!) aber keineswegs auch nur das kleinste bisschen müde. Mein Mädchen war ziemlich kaputt, weil sie so viel mit mir diskutiert hat und ja auch lange Ausreitpause hatte (was bei ihr bedeutet, sie hat keine Hummeln im Hintern sondern ist schon wieder voll aus der Form!). Ja was denn, sie hätte mich ja auch einfach galoppieren lassen können! Dann hätte sie sich anschnallen, die Aussicht genießen und ganz entspannt reiten können. Aber nein, das wollte sie ja nicht! Menno.

Einmal nass geschwitzt.

Vielleicht war sie also doch froh, dass sie mich nicht mehr scheren konnte, weil ich dann noch windschnittiger und schneller gewesen wäre. Die App sagt, ich habe meine Trabgeschwindigkeit von den üblichen 10,5-11,5km/h auf satte 12,4km/h gesteigert. Ha! Ganz schön sportlich, oder?

Mein Mädchen sagt, wir galoppieren auch bald mal wieder, sie muss nur mal gut überlegen, wo man am besten ein schönes, langes Stück durchgaloppieren kann. Außerdem hat sie gesagt, ich hätte das im Großen und Ganzen wirklich gut gemacht und sie weiß ja, dass ich viel Dampf habe nach so einer langen Ausreitpause. Außerdem hat sie gesagt, ich bin ein ganz feiner Kerl, habe gut auf sie aufgepasst und meistens gut zugehört und sie will ja auch ein Distanzpony und es ist doch super dass ich so gern laufe. Natürlich war sie wieder überrascht, wie viel Kondition ich aufgebaut habe (warum? Dafür trainieren wir doch?) und sie hat wieder festgestellt, dass SIE mehr Kondition braucht. Jaja, immer dieselbe Leier. Weißt Du was ein tolles Training für Reiter ist, mein Mädchen? Galopp!

Ach das war ein feiner Ausflug. Ich hätte aber auch noch ne Runde drangehängt. Mein Mädchen hat überlegt, ob ich wohl nur so schnell war, weil ich aufgeregt war, aber zu hause war mein Puls bei den üblichen 44 und also war ich wohl nicht soooo aufgeregt, sondern eben einfach nur schnellen Hufes unterwegs.

Euer flotter Sir Duncan Dhu of Nakel

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