Sonntagsausflug! Mein Mädchen hatte schon schlimmste Befürchtungen, weil es die letzten Tage so heiß war. Aber das Wetter war uns gnädig: in der Nacht schön kühl und morgens so viel Nebel und Wolken, dass es auch sehr angenehm blieb. Also ging es los!
Mein Mädchen hatte mir ja neue Hinterhufschuhe bestellt. Erst zu kleine, dann zu große! Aber das erwies sich nun als Glücksfall, denn sie hat einfach die Schale von den zu kleinen (die mir ganz gut passt) mit den Gaitern (also den Fesselriemen) von den großen kombiniert. Und siehe da: so passt das einwandfrei! Also die neuen Puschen angezogen und los zum Testritt.

Oder auch nicht. Denn kaum hatten wir den Hof verlassen, hörten wir von hinten einen Trecker. Der Mann sagte, wir sollten mal umdrehen und er sollte Recht behalten! Das war nämlich nicht nur ein Trecker, sondern gleich eine ganze Horde! Ein paar Orte weiter ist nämlich Oldtimer -Treffen, und da wollten die alle hin. Mein Mädchen ist schnell abgestiegen, nachdem ich ihr nach oben gefunkt hatte, dass ich nicht so ganz entspannt mit der Situation bin. Als sie dann neben mir stand, fand ich das alles ok und hab mir das in Ruhe angeschaut. Die Treckerfahrer waren sehr freundlich und haben gelächelt und manche auch gewunken. Als die ganze Horde dann vorbei war, ging es tatsächlich los.
Und zwar zum Berg! Den sind wir wieder ganz fleißig hoch getrabt. Kann ich schon voll gut jetzt! Oben durften wir grasen – wie immer. Dann auf der anderen Seite den Berg wieder runter Richtung Landstraße. Unten geht es links. Also meistens. Heute aber nicht! Heute hat mein Mädchen gesagt, wir gehen rechts! Diego und ich waren davon erst nicht so ganz überzeugt. Weil das nämlich heißt, dass wir gleich den zweiten Berg rauf kraxeln. Aber gut, so ist das mit der Fitness. Aber vorher kamen uns noch 3 Ponys entgegen! Na sowas, das passiert ja sonst nicht! Da hab ich groß geschaut. Die Ponys haben erst mal angehalten, weil das eine ein Geschäft zu erledigen hatte. Derweil hat die eine Reiterin mein Mädchen angesprochen. Ob sie denn dann auch in der Geschichte vorkommen würden? Mein Mädchen hat wohl dumm geguckt, denn die Reiterin sagte dann „ihr seid das doch?“ und der Mann hat mit stolz geschwellter Brust geantwortet: „ja das ist Sir Duncan dhu!“

Tja, da seht ihr es: ich bin berühmt! Da wird man schon mal auf der Straße erkannt! Demnächst muss ich wohl noch Autogramme geben.
„Der ist ja viel größer als er auf den Fotos aussieht“ sagt die nette Dame (jetzt ist sie meine beste Freundin!). Und was antwortet mein dummes Mädchen? „Der steht ja jetzt auch weiter oben“. MÄDCHEN! Ruinier doch nicht immer die besten Momente! Ich BIN größer als ich auf den Fotos aussehe, weil immer von oben auf mich herab fotografiert wird! Unverschämtheit! Außerdem erkennt man meine wahre, innere Größe eben nur, wenn man mich live sieht, die passt ja auf kein Foto!
Jedenfalls hat mein Mädchen dann die drei Ponys nebst Reiterinnen fotografiert, damit die jetzt auch berühmt werden.
Weiter ging es, den zweiten Berg hoch. Wie wir gerade dort wieder heruntersteigen, kommen die Isländer uns doch schon wieder entgegen! Die waren wieder auf dem Heimweg. Mein Mädchen war stolz auf mich, weil ich hoch anständig an den Ponys vorbei gegangen bin. In diesen Momenten ist sie immer besonders froh, dass ich nun doch kein ganzer Kerl mehr bin, dadurch regt mich sowas nicht mehr auf, auch wenn es etwas enger ist.
Im Wald hab ich es mal geschafft, eine kleine Weile neben Diego her zu laufen. Das ist selten, sonst bin ich ja immer entweder hinten oder ich bin vorne (das aber nur wenn Diego langsam geht). Mein Mädchen findet aber auch, dass ich mal aufhören soll, immer so hinterher zu laufen und lieber meinen eigenen Weg gehen soll. Wo ich doch jetzt schon 5 bin, kann ich das können, meint sie. Nebeneinander gehen ohne das andere Pony ärgern zu wollen finde ich aber doch noch etwas schwierig…..
Als wir aus dem Wald wieder raus kamen, habe ich dezent daran erinnert, dass der Mann uns eine zweite Graspause versprochen hatte. Das ging dann auch los. Leckerleckerlecker!
Danach noch ein schönes Stück Trab und ab nach hause.
Zu Hause hat mein Mädchen dann meine Hinterhufe besonders genau angeschaut. Die neuen Schuhe haben einwandfrei gesessen (es war aber auch keine sehr wilde Tour, ehrlich gesagt) und nur an einer Stelle ein bisschen gescheuert, da muss sie jetzt noch eine Schraube abschleifen, ansonsten sieht das vielversprechend aus.
So sind wir alle rundum zufrieden mit unserem schönen Sonntagsausflug! Morgen geht es dann für die Schuhe zum Härtetest mit viel Galopp!
Euer berühmter Sir Duncan Dhu of Nakel