Erinnert ihr euch noch, wie mein Mädchen und ich vor ein paar Wochen mal allein ausreiten wollten? Das wurde ja dann nix, wegen der großen Trecker, die da Heulage gemacht haben. Und dann war immer irgendwie nicht der richtige Zeitpunkt. Aber gestern abend war es dann so weit! Wir sind zusammen zu Fuß vom Hof gegangen – ach, da hab ich mich doll gefreut! Wo wir doch so wenig ausreiten sind im Moment, weil es so warm ist und weil mein Spaziergehkumpel gerade nicht mit mir los kann (aber in zwei Wochen starten wir hoffentlich wieder!). Also bin ich zügig los marschiert. Meter machen! Aber mein Mädchen hat gesagt, wenn wir zwei allein los gehen, machen wir nicht einfach nur Meter. Wir üben draußen das, was wir auf dem Reitplatz auch üben: ich soll gaaaaaaaanz laaaaaangsam gehen, gut aufpassen, was sie macht. Aber wenn ich das gut mache, dann machen wir für eine Weile Meter. Bis wir dann ein bisschen seitwärts üben. Dann wieder Meter machen. Auf die Art sind wir bis fast zum Baum gelaufen. Dort durfte ich grasen, das ist ja wieder so lecker, jetzt wo es so schön geregnet hat!
Danach ist mein Mädchen auf meinen Rücken gehüpft und es ging nach hause. Und ich gestehe: diese ganze Verantwortung, die ich trage, wenn sie da oben sitzt, das ist schon viel! Das macht mich doch dezent nervös, wenn da so gar kein anderer dabei ist (egal ob Mensch oder Pferd). Da wollte ich doch lieber zügig nach hause! Aber wir haben stattdessen von oben auch noch seitwärts gehen geübt und anhalten und rückwärts. Ging auch ganz gut.
Als wir dann zu hause waren, meinte mein Mädchen, wir gehen noch an der Hofauffahrt vorbei ein Stück in die andere Richtung. Ganz überzeugt war ich davon nicht, aber ich hab es gemacht. 20m weiter ist sie abgestiegen und hat mich nach hause geführt. Sie hat gesagt, wir beide haben das gut gemacht und waren gerade so weit außerhalb unserer Komfortzone dass sie hofft, dass das jetzt schnell leichter wird, wenn wir das so wiederholen. Sie meinte, so richtig meine Meinung dazu würde sie dann wohl beim nächsten Versuch erfahren, aber so wie sie mich kennt, würde ich das dann bestimmt schon viel entspannter hinkriegen.
Ich persönlich finde jedenfalls, ich habe das gut hingekriegt – immerhin sind wir unterwegs nicht vom Huchmampf verspeist worden und das ist für uns Ponys ja doch immer das wichtigste!
Fotos gibt es nicht, wir waren viel zu konzentriert, mein Mädchen und ich. Aber ich bin sicher, ihr könnt euch das vorstellen!
Euer alleinreisender Sir Duncan Dhu of Nakel