Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 368

Mein Mädchen beschäftigt sich ja den ganzen Tag mit Ponys. Sie raspelt Hufe oder unterrichtet oder sie macht was hier zu hause mit uns. Und ständig hat sie neue Fragen und findet neue Antworten. Oder wir Ponys geben ihr neue Antworten auf die alten Fragen. Und deswegen lernt sie gern neue Sachen. Jetzt hat sie ein Buch gelesen (Trainingslehre für Freizeitreiter von Constanze Röhm). Da geht es um Ponyfitness. Weil ich ja schön, stark und geschmeidig werden soll und wir irgendwann auf Distanzritt gehen wollen. Ok, schön bin ich schon, aber derzeit habe ich angeblich eine Rubensfigur. Wegen dem Frühlingsgras. Und das soll sich ändern, ich soll bitte wieder sportlich aussehen. Und überhaupt wollen wir ja jetzt mal mit Konzept trainieren und nicht nur so vor uns hin ausreiten. So der Plan! Deswegen hat sie jetzt einen ganz neuen Blick auf unsere Lieblingsstrecken. Bisher sind wir ja einfach los geritten und halt mal getrabt, wenn wir Lust hatten oder der Weg schön war. Jetzt möchte sie sich mal genau aufschreiben, welche Strecken man am besten traben kann und wo man besser Schritt geht (wegen Boden oder erhöhtem Aufkommen von Menschen/Autos/Hunden/Pferden/usw). Sie hat versprochen, auch schon mal mit anzuschauen wo wir schön galoppieren könnten (sie hat extra dazu gesagt, dass sie nicht versprochen hat, dass wir da dann auch wirklich immer galoppieren. Menno.)

Gestern hat sie also eine eigentlich bekannte Strecke aus diesem neuen Blickwinkel betrachtet. Dabei hat sie sich natürlich verschätzt, denn bisher hat sie nie sooooo genau geschaut, wie man da am besten reitet. Deswegen sind wir zum Beispiel schon wieder den schönen Weg in die falsche Richtung geritten. Weil der dann leicht bergab geht, dabei wäre leicht bergauf ja irgendwie netter. Wir sind den trotzdem durch getrabt (geht schließlich nur leicht bergab) und dann hat sie gejammert, dass das anstrengend ist für ihre Waden! Hallo? ICH bin doch derjenige der hier bergab läuft! Und ich trage sie dabei noch! Fragt mich jemand ob ich das anstrengend finde? Nein!

Dann sind wir recht lange Schritt gegangen und die Mädchen haben nachher fest gestellt, dass sie da schlauer weise hätten absteigen sollen. Mein Spaziergehkumpel kann nämlich nicht so schnell Schritt gehen und dann geraten wir in so einen Bummelmodus und schlafen ein. Wenn die Mädchen zu Fuß sind, ist das kein Problem, dann bummeln wir halt. Aber wenn die Mädchen auf unseren Rücken sitzen ist das nicht gut wenn wir bummeln, dann haben wir nicht genug Muskelspannung, um sie gut zu tragen.

Dann haben wir noch fest gestellt, dass der eine Weg, den wir als ganz nett in Erinnerung hatten, doch sehr, sehr schotterig ist und deswegen gar nicht Trab-geeignet. Mein Mädchen wird die Strecke also nochmal anders planen, mit hoffentlich besserem Konzept. Wenn wir den schönen Weg dann bergauf reiten, meint sie, könnten wir das mit dem Galopp mal ernsthaft ausprobieren. Sie hat jetzt nämlich gemerkt, dass ich zwar mal angaloppiere, wenn ich denke, ich muss schneller voran kommen, aber ich werde nicht unvernünftig und renne. Zum Durchparieren brauche ich zwar einen Moment, aber so lange es nur ein Moment ist (also so 10 Galoppsprünge mehr als geplant) ist das erst mal ok. Ich muss das ja auch üben, meine Füße zu sortieren und ich bin so ein anständiger Kerl (trotzt angeblicher Pubertät!). Kurz und gut: nächsten Dienstag ein neuer Versuch und dann hoffentlich mit Galopp – drückt mir die Daumen!

Mein Mädchen meint, wenn wir das jetzt ein bisschen mit Konzept angehen haben wir nachher hoffentlich ein schönes Repertoire an verschiedenen Strecken, wo wir dann auch mal einen Fitnessvergleich machen können.

Apropos Fitnessvergleich: meine durchschnittliche Trabgeschwindigkeit ist von 10,9 auf 11,1km/h gestiegen, sagt die App. Und das Mädchen vom Spaziergehkumpel hat nicht schlecht gestaunt, als ich zwischendurch mal den Turbotrab demonstriert habe. Den kann ich aber noch nicht lange durchhalten, da muss ich noch trainieren. Und hier noch ein paar weitere harte Fitness-Fakten: 10,2 km, davon 6km im Trab. Mein Puls war am Anhänger bei 52 (Streber-Ausreitkumpel bei 48), zu hause war ich bei meinen gewohnten 44.

Fotos haben wir vor lauter Training voll vergessen, tut mir leid!

Euer Sir Duncan dhu of Nakel im Fitnesstraining

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