„Heute ist es so weit“ sagt mein Mädchen zu mir „heute gehen wir zwei mal ganz alleine raus“. Das haben wir ja eeeeeeeeewig nicht gemacht! Genau genommen glaube ich, wir waren vor drei Jahren zuletzt ganz alleine los. Sonst waren wir zwar mal ohne Begleitpferd, aber der Mann war immer dabei.
Heute also nur mein Mädchen und ich. Der Plan war einfach: Wir gehen bis kurz hinter den Nachbarhof zum Baum. Also DER Baum. Es gibt hier ja viele Bäume aber das ist eben „der Baum“. Der steht an einer Ecke des Weges und drum herum ist Platz zum Grasen. Da wollte mein Mädchen mit mir zu Fuß hingehen, das sind so 500m. Dann dort bisschen grasen und wenn wir beide uns wohl und vergnügt fühlen, wollte sie aufsteigen und wieder nach hause reiten. So weit der Plan! Und wie sagte sie „was kann auf der kurzen Strecke schon passieren?“
Naja das wurde dann recht schnell klar. Direkt gegenüber vom Baum ist nämlich eine Wiese und da wurde Heulage gepresst und gewickelt. Genau zu der Zeit als wir da vorbei gekommen sind. Ist das zu fassen? Wir haben genau die 2 Stunden erwischt, die es dort nicht romantisch still war. Es waren also zwei große Trecker auf der Wiese unterwegs, der eine hat die Ballen gepresst, der zweite hat die Ballen in Folie gewickelt. Mein Mädchen konnte da leider nicht filmen aber wer nicht weiß wie das aussieht und sich anhört, kann ja mal hier gucken. Ja, das finde ich doch einen Hauch gruselig. Aber ich durfte am Wegesrand grasen und den Wickler beobachten und habe dann schnell festgestellt: ungefährlich. Also sind wir weiter gewandert an der Wiese entlang zum Baum. Da durfte ich wieder grasen. Die beiden Trecker sind über die Wiese gewandert. Mein Mädchen hat überlegt, was wir jetzt machen, denn sie wusste: der, der presst, ist bald fertig. Und dann fährt der mit seinem Riesentrecker genau den Weg, den wir nach hause gehen. Und der Weg ist fast ein bisschen schmaler als der Trecker….
Also hat sie nach längerem Überlegen beschlossen, dass das mit dem Reiten nix wird und wir lieber jetzt zügig nach hause gehen, bevor der fertig ist. Aber kaum waren wir an der Wiese vorbei, hörten wir, wie die Presse ausging! Schon fertig? Oje! Also ist mein Mädchen fleißig neben mir her getrabt, damit wir zu hause sind, bevor der Riesentrecker uns womöglich noch von hinten über den Haufen fährt.
Zu hause angekommen hat sie mir dann gesagt, dass es trotzdem ein feiner Ausflug war, weil ich das so toll gemacht habe mit den Treckern. Der mit seiner Presse ist übrigens noch lange nicht am Hof vorbei gekommen, wir hätten uns also gar nicht so beeilen müssen, aber naja. Weil ich das alles so gut und toll gemeistert habe, werden wir es demnächst wieder probieren. Was kann auf so einer kurzen Strecke schließlich schon passieren? (Wir werden es sehen!)
Euer selbständiger Sir Duncan Dhu of Nakel