Frühling! Hoppla!
Das war ein schneller Übergang. Erst lag Schnee und es war richtig kalt. Dann wurde es wärmer, der Schnee wurde zu Eis. Dann war einen Tag lang Regen auf noch halb gefrorenen Boden – und jetzt ist plötzlich Frühling! Die Sonne scheint, es ist warm und die Vögel zwitschern.
Aber ich möchte euch erst berichten, wie es meinem Mädchen an jenem Sonntag erging, als sie im Regen durch den Paddock lief, alle paar Meter ihre Gummistiefel einfach vom Matsch festgehalten wurden und sie all die Äppel eingesammelt hat, die noch unter dem Schnee versteckt waren. Oder ich lasse sie es selbst erzählen, denn sie hat ein wunderschönes Gedicht darüber verfasst. Oder ist es ein Zungenbrecher? Ich zitiere:
Wie Pferdebesitzer heute den Sonntag verbringen:
Bei scheiß-nassem, scheiß-kaltem Regen mit scheiß-schlechter Laune schimpfend, schreiend und schrecklich schliddernd die scheiß-schwere, schlammverschmierte Schubkarre voller scheiß-regenschwerer Scheiße durch den scheiß-tiefen, schlickähnlichen Schlamm schieben. Schaurig! Schönen Sonntag allerseits!
Nachdem sie fertig war mit der ganzen Scheiße hat sie dann in der Halle einen kleinen Parcours für uns aufgebaut: Wippe, Steg, Matratze, eine Matratze auf der zwei Stangen lagen und einen „Dualgassen-Haufen“ zum durchstorchen. Wir haben dort 20 min lang Spaß gehabt aber ich fand das auch echt anstrengend und so war dann auch Schluss. Diego durfte auch noch, aber da es dem ja total an Übung mangelt, weil der Mann soooooo lange nichts mit ihm machen konnte, war der nach 15 Minuten schon völlig durch mit dem Lack. Mein Mädchen meint, da hätten wir ordentlich was für unsere Propriozeption getan (ist das was Unanständiges?) und unser Gehirn mal bisschen durchbewegt.
Aber wir freuen uns auch, dass der Reitplatz jetzt endlich wieder normal benutzbar ist.
Wir Ponys freuen uns ganz besonders darüber, dass die klitzekleinen grünen Grasspitzen im Paddock wieder zum Vorschein gekommen sind und die schmecken schon so nach Frühling! Mein Mädchen meint, ich hätte davon wohl sofort einen Zuckerflash bekommen – weil ich gestern ein bisschen hibbelig war. Tssss, das nennt sich Frühlingsgefühle!
Was zwingend zum Frühling gehört: der Fellwechsel. Und für den Fellwechsel brauche ich vor allem eins: gute Hautpflege. Da ich aber kein Fan davon bin, geputzt zu werden und auch kein großer Kumpel-Krauler, mache ich das allein in unserem hauseigenen Spa. Also im Paddock an den schönsten, erdigen Flecken. Bisschen die Erde aufkratzen mit dem Huf und dann hinein ins Vergnügen! Schön mehrfach über den Rücken hin und her und hin und her bis alles schön durchpaniert ist. Und das ganze dreimal täglich, das hält munter und beweglich!

Mein Mädchen fand, ich sah danach sehr apart aus. Sie ist froh, dass ich nicht so ein Exemplar bin, das sich die größte Matschpfütze für dieses Vergnügen sucht. Manche Ponys meinen ja, sie wären Nilpferde! Ich bin eher der Sandpeeling-Typ.

Jetzt fangen wir ernsthaft an, von ersten Ausritten zu träumen und von Kutschfahrten mit Diego. Möge die Saison bald beginnen!
Euer frühlingsfrischer Sir Duncan Dhu of Nakel