Heute war nochmal ein richtig schöner Wintertag mit Schnee und Sonne. Herrlich! Wenn es so kalt ist wie jetzt, zieht mein Mädchen immer die Schneehose an und das ist dann auch gleich die Spendierhose. Damit wir uns gut von innen wärmen können, bekommen wir bei diesen Temperaturen nämlich wesentlich mehr Heu als sonst. Nachts sogar so viel wie wir wollen! Da haben wir ordentlich geschlemmt. Die kleinen Tierchen in unserem Bauch machen dann ganz viel Wärme aus dem Heu. So müssen wir nicht frieren. Nur Caruso, unsere kleine Frostbeule, braucht eine Decke, wenn es so kalt ist (vor allem als es vor dem Schnee sooooo fiesen, eisigen Wind und Regen gab! Da hatte er sich schon wieder so durchgefroren, dass mein Mädchen ein Notfallprogramm mit ihm starten musste. Decke, Bewegung, warmes Körnerkissen auf den Rücken und schönes warmes Mash, sonst kriegt er nämlich Bauchweh von der Friererei, der arme Kerl!)
Mir ist nicht kalt. Mein Mädchen meint, mir sei wohl einfach nie kalt. Nö, Mädchen, ich bin Schotte und in meiner genetischen Heimat haben wir über Generationen gelernt, wie man mit harten Wintern fertig wird. 1. Ordentlich Winterspeck anlegen (sie glaubt mir ja nie, dass das wichtig ist, aber sie gibt zu, dass meine Speckpolster jetzt schon so gut wie weg sind! Hab ich sie wohl doch gebraucht, mein Mädchen, wer weiß was sonst passiert wäre!) 2. Extra gutes, zweilagiges Fell produzieren. Davon hat sie mir zwar im November noch ordentlich was weg-entpelzt, aber es ist genug nachgewachsen, um mich auch jetzt noch gut warm zu halten.

Nachdem wir in letzter Zeit viel auf dem Reitplatz waren (dank Schnee kann ich dort gut laufen, trotz gefrorenem Untergrund), waren wir heute mal auf dem Sommerreitplatz. Das ist eigentlich eine unsere Weiden, gelegentlich wird die mal umfunktioniert. So auch heute. Wir sind mit der Longe da hoch gewandert (ich war erst nicht überzeugt, ich finde es da etwas gruselig so ganz ohne meine Kumpels) und dann hat mein Mädchen mich longiert. Es geht da leicht bergauf und bergab und jetzt mit dem Schnee und den gefrorenen Maulwurfshügeln fand mein Mädchen das sei gut für meine Propriozeption. Wörter kann sie! Also bisschen wie ein Geschicklichkeitsparcours. Wir haben recht viel Trab gemacht, aber keinen Galopp, weil mein Mädchen den Boden dafür doch zu hart und zu hintertückisch fand. Ein bisschen mehr Schnee wäre da wirklich besser gewesen! Aber ich hab einfach alles richtig gemacht, bergauf immer bisschen Gas gegeben und bergab schön langsam und umsichtig getrabt. Dann noch auf einem ebeneren Stück ein paar kleinere Kreise auf denen ich mich mehr biegen musste, im Schritt bisschen übertreten und zum krönenden Abschluss durfte ich noch meine derzeitige Lieblingsübung zeigen: spanischer Schritt.

Obwohl wir 40 Minuten gearbeitet haben, war ich kein bisschen schnaufig oder schwitzig und mein Mädchen war sehr zufrieden mit meiner Grundkondition.
Demnächst soll jetzt Tauwetter mit Regen kommen, dann ist die weiße Pracht weg und wahrscheinlich verbringen wir dann wieder mehr Zeit in der Halle mit Handarbeit und Wippen. Mal sehen!
Euer verschneiter Sir Duncan Dhu of Nakel