Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 4. Januar 2026

Meine winzige Freundin war am Freitag wieder da. Die hat übrigens auch große Pläne für das neue Jahr! Sie möchte ja sooooo gern mal galoppieren! Ich hab nix dagegen, ich galoppiere gern. Aber meine winzige Freundin hat natürlich Angst. Mein Mädchen hat ja auch mal Angst gehabt vorm galoppieren, die versteht das. Ich nicht, aber ich finde ja sowieso, dass ihr Menschen permanent vor den falschen Dingen Angst habt. Ich meine: das Gespenst im Gebüsch ist das Problem, Galopp ist die Lösung! Aber auf mich hört ja keiner.

Mein Mädchen hat überlegt, wie sie meiner winzigkleinen Freundin das Galoppieren leichter machen kann. Und sie hat beschlossen, dass meine winzige Freundin am besten das Reiten mit Sattel lernt, mit Steigbügeln und Leichttraben. Sie hat schon ein sehr gutes Gleichgewicht, aber sie ist so leicht und wenn ich ordentlich Schwung in die Bewegung gebe, fliegt sie doch ein gutes Stück in die Luft. Und vor und nach dem Galopp kann es ja mal passieren dass meine Füße kurz durcheinander kommen, da kann schon mal mehr Schwung drin sein oder eine harte Bremsung. Das will dann alles ausgehalten werden! Also Sattel rauf. Kurz dachte ich, wir gehen ausreiten…. Naja, man wird ja wohl noch träumen dürfen.

Dann war meine winzige Freundin aber unsicher, wie sie aufsteigen soll – wo es doch mit Sattel ein gutes Stück höher ist! Aber sie hatte eine schlaue Idee und nach etwas Umbau stand schließlich der Aufsteigehocker auf dem Steg und so war sie genau das Stück höher, was sie brauchte.

Dann los – erst im Schritt, den Sattel kennenlernen. Dann im Schritt „Leichttraben“ üben – sie hat sich so komisch bewegt, da dachte ich direkt, ich sollte spanischen Schritt machen! Das ist derzeit meine Lieblingsübung. Stellte sich aber raus: war gar nicht so erwünscht.

Dann ganz normal traben (also aussitzen) und den Takt erfühlen und erlauschen. Und dann Leichttraben im Trab. Nach einer kleinen Weile des Probierens hatte meine winzige Freundin den Takt schon ganz gut raus und zum krönenden Abschluss bin ich dann noch an der Longe getrabt (vorher hatte mein Mädchen mich geführt, damit ich schön langsam und gleichmäßig trabe).

Meine winzige Freundin war zu Recht sehr stolz auf sich! Absteigen fand sie etwas gruselig (mit Sattel ist sie weiter oben UND sie muss ihr Bein mehr anheben um mit Schwung übers Hinterzwiesel zu kommen), aber ihre Mama hat sie aufgefangen, da ging das.

Anschließend hat sie – das ist unsere neue Tradition – mit Kreide an die Wand geschrieben, was wir heute gemacht haben. Damit wir uns alle gut daran erinnern können.

Erfolge werden an der Wand notiert

Mein Mädchen war wieder hoch zufrieden mit mir und meiner Leistung und die Keksrate war recht ordentlich. Zum Schluss hab ich zwei Möhren bekommen – eine von der Mama von meiner winzigen Freundin und eine (fast) von meiner winzigen Freundin selbst (mit der Hand von Mama und der Hand von meinem Mädchen bisschen dazwischen als Schutz). So mutig!

Euer Reitlehrmeister Sir Duncan Dhu of Nakel

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