Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 23. September 2025

Mein Mädchen war eine Woche in Urlaub – ohne mich! Frech finde ich das. Mir blieb hier zu Hause nur das Anlegen von Winterspeck. Muss ja auch gemacht werden! (Findet mein Mädchen ja nicht, aber die Diskussion hatten wir ja schon…)

Sonntag kam sie wieder und roch ganz fremd, da musste ich erstmal nachschnüffeln. Aber insgesamt scheint sie doch unverändert ganz die Alte zu sein. Und so ging es dann gestern auch gleich wieder mit einem Montagsausflug los. Schön, ich steh parat! Hufschuhe an, rein in die Wackelkiste, auf zum Ausreitkumpel. Diesmal Start von seinem Hof aus. Das heißt: Satteln auf dem Hofplatz. Ooooooh hier liegen ja leckere Eicheln! Das ist ja … verboten. Ach so ein Mist. Mein Mädchen hat gesagt, sie bietet mir Kekse an, wenn ich den Schnorch oben halte und die Eicheln eisern ignoriere. Hab ich dann auch fast die ganze Zeit geschafft und dadurch schonmal eine schöne Handvoll Kekse ergattert. Ok.

Sommersaison ist vorbei, also brauchen wir keine Fliegenmaske und keine Zebradecke mehr. Man könnte also meinen, das Satteln sei dann jetzt weniger kompliziert. Aber ach, kaum ist die Fliegensaison zu Ende, kommt ja schon die Saison wo es abends so schnell dunkel wird. Und das Mädchen vom Ausreitkumpel hat ja nun mal nur abends Zeit. Also muss beleuchtet und reflektiert werden, was das Zeug hält. Lampe und Reflektor an meinen Schweif, Reflektor an meine Brust, leuchtender Halsriemen, Lampe auf Mädchens Kopf. Haben wir es dann bald mal? Endlich ging es los. Aber jetzt merkte ich es doch, dass mein Dieselmotor eine Woche nicht so richtig warmgelaufen war, der stotterte zu Anfang etwas. Aber dann ging es und wir sind fröhlich getrabt bis wir zu der großen Rinderkoppel kamen. Da sind wir lieber Schritt gegangen, denn da stehen Kälber, die vielleicht auf komische Ideen kommen, wenn man an ihnen vorbeitrabt. Sie standen am Zaun und haben uns genau beobachtet und ich hab genau zurück-beobachtet, während mein Mädchen immerzu gesagt hat, dass wir groß sind und das können.

Direkt nach der Rinderkoppel kommen die Schweine. Das Mädchen vom Ausreitkumpel meinte „ja, das sind tatsächlich Allesfresser, die würden auch so ein Pony verspeisen“. Mein Mädchen hat sie ausgeschimpft, dass man solche Schauermärchen nicht erzählt und mir stattdessen gezeigt, dass die Schweine doppelt eingezäunt sind und uns deswegen auf keinen Fall verspeisen werden. Also sind wir mutig weitergegangen. Dann hat das Mädchen vom Ausreitkumpel festgestellt, dass ihr Schnürsenkel offen ist. Also linken Fuß aus dem Steigbügel und hoch, Schnürsenkel zu, fertig. Mein Mädchen war muksch, das ging alles viel zu schnell und sie hätte diese kleine Akrobatik doch so gerne gefilmt! Also hat das Mädchen vom Ausreitkumpel es eben einfach nochmal gemacht. Aber wie sie da so sitzt, mit dem linken Fuß vor sich, dreht mein Ausreitkumpel seinen Kopf nach links, sein Mädchen bekommt leicht Schlagseite nach rechts und weil mein Ausreitkumpel zu viel frei bei zu viel Futter hatte, ist sein Bauch so rund, dass der Sattel sich auf den Weg machte. So rutschten Sattel und sein Mädchen einfach so nach rechts von ihm ab! Sein Mädchen lag lachend am Boden, während mein Ausreitkumpel die Möglichkeit beim Schopfe packte um noch ein paar mehr grüne Halme in sein sowieso schon zu rundes Bäuchlein zu pressen.

Beide Mädchen brauchten eine Weile, um sich von dieser Erheiterung zu erholen, aber schließlich ging es frisch gesattelt weiter Richtung Heimat. Galopp! Mein Mädchen fand, ich sei ganz schön flott unterwegs, aber die App fand das nicht (22km/h). Linksgalopp, Trab, Rechtsgalopp, Trab, Linksgalopp. Da vorne ist ein anderes Pferd! Schritt! Dann eine Weile hinter dem fremden Pferd im Schritt her. Derweil hat mein Mädchen sich überlegt, wie sie unser Equipment weiter verbessern kann. Ob sie jemals zufrieden sein wird? Im Moment ist sie es jedenfalls noch nicht. Sie kann nämlich im Dunkeln von oben nicht sehen, ob meine schwarzen Hufschuhe noch da sind und auch nicht verdreht. Also heckt sie einen neuen Plan aus und will klitzekleine Lämpchen an meine Schuhe vorne dran machen. Ideen hat sie immer….

Als das andere Pferd dann anders abgebogen war als wir, sind wir noch ein schönes Stück getrabt. Ach, das hat gut getan, jetzt bin ich warm, wir können los! Naja, in Wirklichkeit war die Runde schon fast zu Ende und es ging den Rest im Schritt zurück. 8,3 km in einer Stunde ist ordentlich flott, da kann man nicht meckern. Aber halt zu kurz, wo wir doch jetzt öfter so schöne lange Touren hatten (letztes Mal war es schließlich doppelt so weit!). Aber naja, der Winter naht und mein Mädchen fragt sich jetzt schon wieder, wie sie es wohl schaffen soll, mich vernünftig auszulasten. Ja, da lass dir mal was einfallen, mein Mädchen, denn jetzt kommt die Zeit, in der ich richtig Power habe! Endlich nicht mehr so warm.

Euer gut gelaunter Sir Duncan Dhu of Nakel

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