Sonntagsausflug! Ich hatte richtig Lust. Rein in die Hufschuhe – mein Mädchen hatte die neuen Hufschuhe vorne wieder zusammengeschraubt und noch etwas verbessert – den rechten anders als den linken, um zu testen welche Version besser funktioniert. Dann rein in die Wackelkiste und ab in den Wald! Wir waren in dem Wald, den man im Sommer kaum betreten mag, weil da sooooo viele Mücken lauern. Die sind jetzt aber weg und wir konnten ohne Vollverkleidung los, sehr angenehm. Es wehte eine kühle Brise und das gefällt uns Ponys ja doch gleich viel besser als das schwül-warme Wetter der letzten Wochen. Diego hat einen munteren Stiefel vorgelegt, so dass mein Mädchen und ich alsbald nachtraben mussten, um hinterher zu kommen. Nach einer Weile sind wir dann statt des ewigen nachtrabens mal ein Stück vorgetrabt, aber kaum war ich richtig im Fluss, stand sie schon wieder auf der Bremse, weil sie sich mit dem Weg immer noch nicht ganz sicher ist. Es gibt in dem Wald so viele Reitwege, dass sie an manchen Stellen tatsächlich durcheinander kommt, welcher denn nun für heute geplant war! Als sie sich informiert hatte, war Diego dann auch schon da. Wir sind dann gemeinsam ein gutes Stück getrabt und jetzt sag ich euch mal was: dieses Kutschtraining hat ungeahnte Folgen für Diegos Fitness! Ich schwöre, der kann jetzt doppelt so schnell und doppelt so lang traben wie vorher! Mädchen, wollen wir nicht… nein, ich sollte im Trab bleiben. Puh, da muss ich mich aber ranhalten! Der Weg kam mir aber gelegen, denn es geht da immer einmal rechts um die Kurve und einmal links um die Kurve. Und da nehme ich dann einfach fix die Ideallinie! Immer schön knapp auf Kante, dann Seitenwechsel für die nächste Kurve und wieder knapp auf Kante. Juhuuu! Das hat Spaß gemacht!
Kurz bremsen, anhalten weil mein Mädchen mal was erledigen musste und dann ging es weiter. Diesen Weg kenne ich, der hat ein paar fiese Matschlöcher, aber das macht mir ja nix. Wobei, wenn ich es recht bedenke…. warum laufe ich da eigentlich immer durch? Spritzt ja doch ganz schön. Weißt du was, mein Mädchen, ich probiere mal was neues. Ein beherzter Sprung, schon sind wir am anderen Ufer! Beim ersten Mal war mein Mädchen so überrascht, dass sie etwas Mühe hatte, mitzukommen, aber beim zweiten Mal wusste sie dann schon bescheid und hat gelacht. Da freu ich mich immer, wenn sie meine Ideen lustig findet. Danach wurde sie aber streng: obwohl Diego vorneweg sooooo schnell war, durfte ich nicht galoppieren, weil der Boden ihr zu rutschig war. Menno. Aber ich bin ja ein artiger Ritter und habe mich zusammengerissen. Du weißt aber schon, mein Mädchen, dass ein Ausritt ohne Galopp halt kein echter Ausritt ist, oder? Sie hat mir dann versprochen, dass ich gleich noch galoppieren darf. Na gut.
Dann kamen wir auf die lange Gerade, dort ist der Boden gut. Diego war so schnell, dass mein Mädchen mir nun doch Galopp erlaubt hat und ich konnte lässig galoppieren, während er getrabt ist! Der kann fliegen! Gerade als mein Mädchen das filmen wollte, ist Diego aber auch angaloppiert und dann wollte sie doch lieber beide Hände an den Zügeln haben. Dieses Misstrauen immer….
Alle 10 Minuten hat das Handy gepiept: Hufschuh-Check! Saß alles immer tippitoppi, nix gedreht und nix verloren. Also hat mein Mädchen noch beschlossen, einen letzten Test zu machen: Rechtsgalopp! Den finde ich im Gelände manchmal nicht so leicht und wenn doch erhöht er die Chancen auf Schuhverlust. Also durfte ich diesmal vorneweg, damit ich mich konzentrieren und den Rechtsgalopp finden kann. Hab ich dann auch. Und was soll ich euch sagen: die Schuhe saßen! Mein Mädchen war seeeeeeehr zufrieden.
Ich war inzwischen auch schon ganz zufrieden und konnte auch gut Schritt vertragen. Diego hatte schon erste Mattigkeit angemeldet und etwas früher durchpariert. Es war aber auch schon gar nicht mehr weit zur Wackelkiste, so sind wir dann gemütlich nach hause geschlendert. 11,3km in 1,5 Stunden hat der Tacho angezeigt.
Ach, das war toll! Mein Mädchen hat schon Pläne geschmiedet, dass das auch eine gute Strecke sein wird, die der Mann mit dem Rennesel mitfahren kann, damit wir alleine ausreiten ohne alleine auszureiten üben können.
Die Hufschuhe werden natürlich noch weiter verbessert, ihr kennt ja mein Mädchen! Immer gibt es was zu tun. Aber Schuhe, die Sprünge im Matsch aushalten und meinen Galopp in allen Varianten sind schon mal viel wert.
Zu Hause gab es für mich dann noch eine Unterbodenwäsche. Trotz meiner beherzten Sprünge hingen noch mehrere Pfund Matsch an meinem Bauch und meinen Beinen. Anschließend eine leichte Panade und dann hab ich mir ein Nickerchen gegönnt. So stell ich mir einen vernünftigen Sonntag vor!

Euer zufrieden ausgetobter Sir Duncan Dhu of Nakel