Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 1. September 2025

Na das war mal ein Sonntagsausflug, der sich gewaschen hatte! Während Diego noch ein Nickerchen gemacht hat, hab ich schonmal den Heutank befüllt. Und dann ging es los mit der Wackelkiste.

Hm, war ich hier schon mal? Kommt mir wage bekannt vor irgendwie. Mein Mädchen meinte, wir wären an diesem Platz letztes Jahr einmal vorbeigeritten, aber geparkt hatten wir da noch nie. Naja, alsbald ging es auf Wege, die ich schon mal gesehen hatte, ist aber lange her. Und es war eine Menge los, viele Spaziergänger waren da. Zum Glück sind wir fix abgebogen auf einen Weg wo weniger los war. Der Mann hat vor uns eine Gruppe Spaziergänger gesehen, die Fotos gemacht haben. „Ihr müsst da doch alle zusammen drauf!“ hat er gesagt und sich das Handy geben lassen. Schön von Diegos hohem Rücken herab fotografiert. Zum Dank haben die Spaziergänger dann uns fotografiert. Und nach unseren Namen gefragt. „Sir Duncan“ sagt mein Mädchen und der Mann ergänzt „schottischer Hochadel“. Aber bevor ich mich noch im Lichte dieser Beschreibung sonnen kann, schaut mein Mädchen so auf den großen Diego neben mir uns sagt „naja, ob 1,40m Hochadel ist? Vielleicht eher Kleinadel…“ So mein Mädchen und jetzt kannst du mal wirklich froh sein, dass ich so ein verdammt netter Kerl bin! Für den Spruch hättest du es wirklich verdient, mal im Dreck zu landen, damit du mal schnallst, wie hoch 1,40m ist! Aber ihr kennt mich: ich habe diese Beleidigung ritterlich weggesteckt. Pah! Warum bin ich bloß so duldsam?

Nachdem das erledigt war, ging es dann richtig los. Auf dem Sandweg durch die Heidelandschaft, dann ein Stück Plattenweg, ein erster kleiner Trab. Und dann auf den schönen Grasweg. Keine Spaziergänger in Sicht, also im Trab voran, Diego vorneweg. Und da zahlt sich das mit dem Kutsche fahren jetzt aus: er kann jetzt ganz fein gleichmäßig durchtraben! Das passte mir und meinem Mädchen sehr gut in den Kram.

Später kamen wir dann an die fiese Schotterstrecke. Mein Mädchen hatte vergessen wie fies der Schotter ist, und mir keine Schuhe angezogen. Aber sie hatte die Schuhe vorsichtshalber mitgenommen und also konnte sie mir die schnell anziehen. Sehr gut, sonst wäre das doch arg unbequem geworden muss ich sagen. Ein Stück weiter haben die Menschen leckere Brombeeren entdeckt, die sie von unseren Rücken aus pflücken konnten. Mein Mädchen hat mir auch eine gegeben, aber ich hab eher Blätter genascht.

Und so ging es immer weiter, viel Schritt, gelegentlich etwas Trab, noch ein kleiner Galopp. Weiter und weiter und weiter. Mir wurde schon ganz hungrig zumute als der Mann endlich meinte, es sei Zeit für eine schöne Graspause. Oh ja bitte! Da hatten wir schon 12km auf der Uhr. Die Graspause war natürlich zu kurz. Diego war fit wie ein Turnschuh – dieses verdammte Kutschentraining fällt mir doch noch auf die Füße! – und wollte weiter. Noch 5km bis zur Wackelkiste. Mein Mädchen wollte noch Achterbahn fahren. Da ist nämlich so eine Wellenstrecke, die wollte sie gerne galoppieren. Das geht immer zwei Galoppsprünge rauf, zwei Galoppsprünge runter. Rauf, runter, rauf, runter.

Sie wollte mitten durch diese Lunken, ich hab aber lieber den rechten Rand genommen wo es nicht so viel rauf und runter geht. Und sie hat mir freundlicherweise die Wahl gelassen und sich Mühe gegeben, mich nicht zu stören. Ich war schon etwas ermattet, diesen Sommer ging es mit unserem Training nicht so recht voran und das zeigt sich jetzt! Trotzdem bin ich natürlich durchgaloppiert und am Ende haben wir auf Diego gewartet. Gegen Ende war ich ziemlich kopfmüde, muss ich gestehen. Wollte einfach nur noch hinter Diego her laufen und nicht mehr denken, bitte. Als mein Mädchen für die letzten Meter abgestiegen ist, durfte ich mich hinter ihr einparken und die Verantwortung komplett an sie abgeben. Schließlich hatte ich sie kilometerweit getragen, da hat sie eingesehen, dass ich mir Ruhe verdient hatte.

Nach 17km in 3 Stunden waren wir wieder an der Wackelkiste. Uff. Aber schön war das trotzdem! Mein Mädchen möchte diese Runde nochmal anders anlegen, so dass wir hoffentlich weniger Schotter haben. Eventuell machen wir da alsbald nochmal einen Testritt, sagt sie, mit Weg-Erkundung.

Zu hause haben wir uns noch eine Dusche gegönnt und eine anschließende Panade für den Wohlfühlfaktor, dann natürlich eine schöne große Portion Futter für alle.

Meine neuen Schuhe haben schon wieder den Galopp gut ausgehalten, das lässt doch hoffen. Natürlich gibt es da auch wie immer noch Verbesserungswünsche, aber erstmal sieht es doch ganz vielversprechend aus.

Heute habe ich frei, Montagsausflug fällt aus. Also verbummel ich den Tag und suche nach ersten Eicheln, da fallen doch wirklich schon welche runter (was mein Mädchen schon wieder leicht nervös macht).

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel

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