Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 25. August 2025

Geburtstaaaaaag! Gestern bin ich stolze 7 Jahre alt geworden! Und wie versprochen haben wir einen tollen Geburtstagsausflug gemacht!

Rein in die Wackelkiste und eine ganze Zeit lang wackeln (und währenddessen den Heutank befüllen, man weiß ja nie!)

Raus kamen wir auf einem Waldparkplatz wo wir noch nie waren. Erstmal umschauen! Dann an die Wackelkiste anbinden.

Radfahrer! Und satteln. Radfahrer! Und Decke rauf. Oh, was kommt denn da? Eine winzige Kutsche vor der ein winziges Pony lief und nebendran lief noch ein zweites winziges Pony am Strick mit! Das war faszinierend. Aber ich hab trotzdem stillgestanden, das fand mein Mädchen gut. Die Frau auf der Kutsche sah mein Mädchen mit der Zebradecke hantieren und sagte „keine Fliegen heute!“ Oh das klingt gut. Radfahrer! Und weiter ging es im Text mit trensen – Radfahrer! – und dann noch Handschuhe suchen – Radfahrer! – Helm aufsetzen – oh, Reiter! Die grüßten mit „kaum Fliegen heute!“, ist das wohl der neue Reitergruß? – noch schnell alles einpacken – noch mehr Reiter!  Also da war vielleicht was los! Ich war etwas aufgekratzt (habe mich aber natürlich trotzdem tadellos benommen, was mein Mädchen auch sehr gelobt hat).

Dann zu Fuß los. In welche Richtung müssen wir denn eigentlich? Oh, in die andere. Na dann gleich mal umdrehen. Radfahrer! Einen schönen Weg entlang an Pferdekoppeln vorbei – Radfahrer!. Erstmal pieschen. Spaziergänger mit Hund! Also wirklich, hier kommt man ja gar nicht zur Ruhe. Aber mein Mädchen war guter Dinge, dass sich das noch ändern wird.

Schließlich sind die Menschen aufgestiegen. Der Weg ging wunderschön am See entlang und nach weiteren 23857023 Radfahrern – die ALLE nett waren und gegrüßt haben – und 2387 Hunden, die auch alle nett waren und gewartet haben während wir vorbei gegangen sind wurde es dann wirklich ruhiger. Nur ein Radfahrer, der hat mein Mädchen von den Socken gehauen. Als ich in meiner Vollverkleidung mit Zebradecke und Fliegenmaske an ihm vorbeimarschierte sagte er nämlich „schottisches Highlandpony?“ Da waren wir baff. Woher weiß er das? Tja, er hat selbst eins, eine ältere Dame namens Tessa. Sieh mal an, sowas ist uns ja noch nie passiert!

Schließlich sind wir noch an ein paar Häusern vorbeigekommen und dann in den Wald abgebogen und da war niemand mehr. Nur eine Kombi aus allem dreien ist uns noch begegnet: eine Reiterin in Begleitung von einem Mann auf einem Fahrrad der einen Hund an der Leine hatte!

Aber dann waren wir unter uns und sind munter losgetrabt. Diego tut das Training vor der Kutsche wirklich gut, der hat jetzt mehr Durchhaltevermögen und hat sich nicht lumpen lassen. Der Weg ging immer bisschen rauf und bisschen runter, das war lustig und mein Mädchen meinte, das gibt einen schönen Po. Bitte? Wir haben doch schön so schöne Pos, Diego und ich! Aber vielleicht meinte sie ihren eigenen?

So ein schöner Wald!

Wenn Diego vorn war und ordentlich Tempo vorgelegt hat, war mir nach Galopp. Nun kenne ich ja diese Diskussion. Habe mir dann was Neues ausgedacht und so einen Schneckengalopp angeboten. Eher so einen Mix aus Trab und Galopp. So konnte ich etwas Boden gutmachen, ohne Ärger von oben zu bekommen. Mein Mädchen fand diese Lösung recht smart. Aber als es dann mal ein paar Meter wirklich bergab ging und Diego noch schneller wurde, da war ich doch der Meinung, ich könnte mich hier kurz einfach „runterrollen“ lassen. So machen wir das zu hause auf unserem Rundlauf schließlich auch! Mädchen! Geh von der Bremse! Aber da war nicht zu verhandeln. Trab sollte es sein und auch bleiben. Schade! Noch ein kurzer, aber steiler Anstieg, da durften wir dann mal ordentlich galoppieren und Diego hat gezeigt, was ihn ihm steckt (ich hab trotzdem überholt und wenn mein Mädchen von der Bremse gegangen wäre, hätte das auch ganz anders ausgesehen!) und dann fand sich oben eine schöne Stelle für eine Graspause. Da wuchsen leckere Brombeeren, da hab ich mich an den Blättern ordentlich bedient, das fand ich fast leckerer als das Gras.

Lecker Brombeerblätter

Die Menschen sind dann ein Stück zu Fuß gegangen als Pause für uns, nachdem wir schon so fleißig gewesen waren.

Nach einer Weile sind sie wieder aufgestiegen und wir hatten noch gute 3km vor uns, das sollte ja ein Kinderspiel sein. Also sagen wir, es wäre eins gewesen, wenn man nicht einige Wege gesperrt hätte und einige andere neu aufgeschüttet, so dass die gar nicht schön waren. Also haben die Menschen eine Alternativroute gesucht und es fand sich ein wunderschöner Grasweg. Der wurde allerdings immer schmaler und schmaler, bis es nur noch ein klitzekleiner Trampelpfad war und dann hörte er einfach auf. Aber das Handy von meinem Mädchen hat immerzu gesagt, dass der Weg, den wir suchen, ganz nah vor uns ist und so haben wir uns einfach so den Berg hochgearbeitet, ganz vorsichtig durch Holz und Büsche. Mein Mädchen war begeistert, wie umsichtig ich das gemacht habe, ganz konzentriert und in Ruhe. Kann ich doch! Und während sie noch gebetet hat, dass wir das nicht wieder runter klettern müssen, war da plötzlich unser Weg! Und dann waren wir auch schon fast wieder an der Wackelkiste. Noch eine schöne Graspause, weil das da so lecker aussah und dann ging es wieder nach hause.

Ach, das war ein toller Ausflug! Aber zwei Anmerkungen habe ich zu machen: 1. 11,9km sind nicht mehr so weit wie sie mal waren, auch nicht bergauf, bergab durch fremdes Gelände. 2. Es war zu wenig Galopp. Da wäre schon noch was gegangen, finde ich! Aber meine Vorschläge wurden alle abgelehnt. Pah! Naja, jetzt habe ich gute Vorsätze fürs neue Lebensjahr, denn das muss ich mit meinem Mädchen klären! Sie meinte ja, mit 7 Jahren könnte ich doch wohl mal vernünftig werden, aber ich bin doch schon total vernünftig. Und auf der Bremse stehen, wenn man grad so schön in Schwung ist, ist nicht vernünftig, also frage ich mich, ob nicht eher SIE es ist, die Vernunft annehmen sollte! Na, das diskutieren wir noch.

Heute geht es mit dem Ausreitkumpel los, da sollte mehr Galopp drin sein, hoffe ich.

Gestern abend kam dann noch unsere Haus- und Hof-Schneiderin vorbei, die hatte was Schönes für Diegos Geschirr geschneidert. Und mir hat sie Geburtstagsmöhren vorbeigebracht! Die habe ich natürlich mit Begeisterung weggeknabbert.

Eine Party für meine Freunde machen wir heute wohl noch, gestern war einfach zu viel anderes. Man kann so einen Geburtstag ruhig auf 2 Tage verteilen!

Euer 7 Jahre alter Sir Duncan Dhu of Nakel

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