Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 19.8.2025

Na endlich! Ein richtig schöner, gepflegter Montagsausflug wie es sich gehört! Hufschuhe an, rein in die Wackelkiste, Ausreitkumpel abholen. Dann ins gut bekannte Gelände, dort an der Wackelkiste anbinden und satteln. Aber da wurde mir ungeduldig und der Ausreitkumpel hat ganz falsch geguckt. Zack! Bin ich auf ihn los und hab ihn in die Nase gezwickt. Oha, da waren beide Mädchen sauer mit mir! Hab dann einfach zur Seite weggeschaut und so getan als wäre ich quasi gar nicht da. Was guckt der auch so falsch, kann ich ja nix für! Mein Mädchen hat sich gefragt, ob ich eine verkappte Stute bin. Papperlapapp, der hat falsch geguckt! Naja, mein Ausreitkumpel ist ja ein sehr geduldiger und verträglicher Typ, dem war das alles recht egal.

Dann ging es los, die Mädchen zu Fuß. Nach einer Weile aufsteigen und los im Trab. Aber nach 20 Metern stellten sie fest, dass ich nur einen Hufschuh an hab! Umdrehen, Hufschuh einsammeln. Der war kaputt (also nicht wirklich kaputt aber zwei Schrauben weg und also auseinandergefallen). Mein Mädchen war genervt. Hufschuhe aus und in die Tasche, also dann ohne, das geht in dem Gelände zum Glück auch gut. Jetzt aber los, ja? Angetrabt und ich musste erst wieder meinen Dieselmotor warm kriegen, das dauert immer einen Moment. Als ich warmgetrabt war, hab ich ganz lieb nach oben gefunkt. Ob wir wohl einen kleinen Galopp….? Und mein Mädchen hat gesagt, wenn ich so nett frage, darf ich natürlich auch. Huiiiii und los ging es! Ich hab ein schönes Tempo gefunden und mein Mädchen und ich sind selig vor uns hin galoppiert. Dann kurze Pause, zwei Radfahrer vorbeilassen und weiter ging es. Hoppi galoppi so viel das Ritter-Herz begehrt! Der Weg dort ist so schön geradeaus, da kann man einfach laufen. Und wie ich so galoppiert bin, wurde meine Laune immer besser.

Als wir Richtung Gruselhof kamen, haben wir ein Schrittpäuschen eingelegt, aber so gruselig fanden wir den Hof jetzt nicht mehr. Wir waren jetzt das 3. Mal da und uns fiel auf, dass es eigentlich nicht mehr so bedrohlich wirkt wie am Anfang. Dann nochmal Trab, diesmal wollte mein Mädchen, dass ich mich anstrenge und versuche, genauso schnell zu traben wie mein Ausreitkumpel. Der ist zwar auch nicht größer als ich, aber etwas windschnittiger gebaut oder so, jedenfalls kann der elendig schnell traben. Aber ich hab mich angestrengt. Und weil ich so artig war, durfte ich auch das eine oder andere Mal kurz angaloppieren, wenn der Abstand doch allzu groß war. Habe auch kein Wettrennen gestartet und immer brav auf Stimmkommando wieder durchpariert. Mein Mädchen meinte, ich sei ja vom Pubertier direkt wieder zum Gentleman geworden! Sie sagt, wenn ich irgendwann fertig bin mit der Pubertät und dann immer so ein feiner Gentleman bin, dann hat sie das perfekte Pony. Pah! Ich BIN das perfekte Pony und wenn sie das bis jetzt noch nicht geschnallt hat, ist ihr wirklich gar nicht zu helfen. Ich krieg halt nur manchmal schlechte Laune, wenn wir nicht genug ausreiten gehen oder ständig nur im Schritt rumlaufen. So ein Ausritt soll doch auch was hermachen, finde ich.

Nachher sind wir nochmal vorneweg galoppiert und mein Mädchen hat mit mir geübt, dass ich „hoch“ und dann wieder „nach vorne“ galoppieren soll. Noch ist der Unterschied sehr, sehr klein, aber ich habe eine leise Idee davon, wie das gehen könnte.

Schritt sind wir nicht viel gegangen, weil da so miese kleine Fliegviecher waren, die trotz Vollverkleidung über uns hergefallen sind, sobald sie die Möglichkeit hatten. Also noch im Trab bis zum Ortsschild und dann sind die Mädchen abgestiegen.

Als wir mit 10,2 km auf dem Tacho wieder an der Wackelkiste waren, durfte mein Ausreitkumpel zuerst einsteigen. Der hatte nämlich in letzter Zeit immer so komische Marotten auf dem Heimweg, dass er nicht gleich einsteigen wollte. Deswegen hat sein Mädchen ihm ein Schüsselchen Hafer mitgenommen, den er dann in der Wackelkiste verschmausen durfte, während ich noch bisschen am Wegesrand gemäht habe. Mein Mädchen hat derweil meinen Puls gemessen und zufrieden genickt, 68 fand sie hoch anständig, weil das bedeutet, dass ich mal was getan hab für meine Kondition (und sie für ihre!). Außerdem hat sie festgestellt, dass ich nach solchen Runden ja immer am besten gelaunt bin. Ich mag das, mich ordentlich auszupowern. Das Abhörgerät hatte sie diesmal nicht mit, was sie im Nachhinein etwas bereut hat, weil sie doch gern auch gewusst hätte, was im Galopp so vor sich ging. Aber das machen wir nächste Woche, wenn es hoffentlich wieder los geht. Zu hause angekommen hat sie nachgemessen, da war mein Puls bei 44 und damit ging es dann direkt auf die Weide.

Euer ausgetobter Sir Duncan Dhu of Nakel

P.S. keine Fotos, dafür waren wir wieder mal zu schnell unterwegs!

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