Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 10. August 2025

Sonntagsausflug! Rein in die Hufschuhe (neue Gaiter testen, mein Mädchen war ganz angetan davon wie leicht die anzuziehen waren), dann in die Wackelkiste und an einen unserer Lieblingsplätze. Los geht’s! Erstmal ein dickes Lob von meinem Mädchen. Da ist nämlich ein Ponyhof wo wir immer starten und bisher war ich da immer so fasziniert von den vielen anderen Pferden, dass ich nicht wirklich losgehen mochte. Aber heute bin ich auf Aufforderung weitergegangen, obwohl das eine Pferd uns sogar angewiehert hat! Zack! – Mädchen stolz.

An einem Haus ging ein Fenster auf, schaut eine Kundin von meinem Mädchen raus! Mein Mädchen hat gefragt, ob wir uns auf dem Rückweg wohl ein Eis abholen können. Da wäre ja bestimmt auch was Leckeres für uns Ponys drin gewesen, oder?

Nach einer Weile im Schritt hat der Mann dann  den ersten Trab vorgeschlagen. Juhuuu! Diego vorneweg und ich hinterher. Vollgaaaaas! Mein Mädchen meinte noch, etwas Abstand wäre super, damit wir auch den Weg sehen können und nicht nur Diegos (zugegeben schönen) Hintern. Aber da war es schon passiert! Glitschschschsch und schon flitzen meine Vorderbeine ungebremst in zwei verschiedene Richtungen! Mein Vorderende ging schon steil bergab und mein Mädchen sah uns beide schon im Matsch liegen aber da hat mein Körper sich blitzschnell erinnert wie wir das auf dem Steg und auf der Wippe immer üben. Und wie ich es unzählige Male beim Spielen im Paddock geübt habe im Winter bei glattem Boden (das sind die Momente wo mein Mädchen am liebsten wegguckt).  Und genau so hab ich das in dem Matschloch auch gemacht! Wie das genau funktioniert weiß nur mein Körper, aber es hat uns beide vor einer Schlammschlacht 1. Güte bewahrt. Da war mein Mädchen aber mal so richtig stolz auf mich! Sie hat den halben Ausritt davon erzählt, wie toll ich das hingekriegt habe, obwohl ich vorne schon halb im Spagat war, noch alle 4 Füße wieder unter meinen Körper zu ziehen und das mit ihr obendrauf!

Der zugewachsene Weg war diesmal noch etwas mehr zugewachsen. Mein Mädchen meint, da müsste sie doch dringend mal den Reitwegeverein aktivieren, ob man nicht den Weg mal freischneiden könnte. Ich hab angeboten, das selbst zu übernehmen. Gib mir 3-4 Tage, dann ist das alles wieder schier! Aber nein, das ist natürlich wieder nicht erlaubt. Menno. Dabei hätte ich sogar unbezahlte Überstunden gemacht.

Mein Mädchen hatte eine bestimmte Tour geplant, aber beschlossen, endlich mal ohne Navigation aus der Hosentasche zu reiten, weil wir ja nun schon so oft in dem Gelände waren, dass sie sich eigentlich gut auskennt. Und prompt sind wir an einer Stelle anders abgebogen als geplant. Aber egal, alle Wege sind in dieser Gegend schön, dann reiten wir eben anders. Hat den Vorteil (oder Nachteil?), dass wir uns nicht nochmal durch die Büsche schlagen müssen. Aber es hatte den großen Nachteil, dass wir am Ende doch gar nicht mehr an der Kundin vorbeigekommen sind, die uns ein Eis ausgeben wollte. So ein Mist!

Ein schöner Galopp noch – huiii! Da haben wir wieder geübt, dass ich Abstand halten soll (schwer) und wenn Diego bremst, nicht überholen darf (geht). Das Problem: Diego startet immer erst flott los im Galopp, pendelt sich dann aber bei einem gemütlichen Galopptempo ein, das mir noch zu langsam ist. So gesetzt kann ich geradeaus noch nicht galoppieren, das versteht mein Mädchen auch. Aber wir haben das alles hingekriegt. Leider hatte sich mal wieder mein Hufschuh gedreht nach dem Galopp, aber das war schnell wieder gerichtet. Nächstes Mal also doch wieder die Glocken drauf und sehen ob es dann besser geht.

Insgesamt war das ein super Ausflug bei allerbestem Wetter – nicht zu warm, nicht zu sonnig, bisschen Wind, wenig Fliegviecher. 10,2 km in knapp 2 Stunden haben wir gemacht und am Ende waren wir alle höchst zufrieden mit dieser schönen Tour. Naja, bisschen mehr Trab und Galopp hätte es für meinen Geschmack sein dürfen. Mein Mädchen hat sich aber gefreut, dass ich wieder ganz der alte bin und mich fit fühle.

Euer gut gelaunter Sir Duncan Dhu of Nakel

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