Jetzt hab ich euch schon wieder lange nichts erzählt, aber ich kann berichten, dass ich munter und fidel bin. Ich hatte noch ein bisschen Schonzeit, währenddessen hat Diego fleißig das Kutsche ziehen geübt. Er zieht ja jetzt seinen eigenen „Rolls-Royce“, das ist nochmal anders als die Kutsche die er bisher gezogen hat. Und da muss er wieder neu lernen wie das geht. Der Mann muss auch noch lernen wie das alles gut funktioniert, aber sie machen schöne Fortschritte unter den Augen der gestrengen Fahrlehrmeisterin. Mein Mädchen ist immer als Helferin dabei, geht neben Diego her, wenn es kritisch wird und er etwas Unterstützung braucht so ganz allein da vorne. Zum Beispiel weil er an einem gruseligen Hof vorbei muss oder weil ein Monster-Trecker von hinten kommt.
Am Sonntag hat mein Mädchen das erste Mal wieder auf meinem Rücken gesessen und wir haben wieder angefangen mit reiten. Das ging auch gut und sie war sehr zufrieden mit mir.
Die Woche war dann allerdings irgendwie durcheinander, weil das Wetter macht was es will. Erst ist es schwül und es sind so viele Bremsen auf dem Reitplatz, dass man da nicht mehr hin kann. Dann fängt es wieder an zu schütten und man möchte nicht auf den Reitplatz, weil man sofort klatschnass wäre. Und wenn dann die Sonne wieder rauskommt, ist es wieder furchtbar schwül und die Blutsauger sind zahlreich.
Deswegen haben wir uns meistens in der Halle verkrochen. Wir haben viel wippen geübt und mein Mädchen hat das alles gefilmt, weil sie nämlich mal eine professionelle Meinung dazu hören will, was wir da so tun. Das ist vielleicht wieder anspruchsvoll! Nix mit einfach mal drauf los wippen. Erst muss die Kamera richtig stehen und das Licht gecheckt werden. Dann soll ich alle Varianten zeigen, die ich drauf hab. Danach hat mein Mädchen sich das alles angeschaut und an uns beiden herumgekrittelt, wie es so ihre Art ist. Ich lasse zu oft das eine Gelenk durchhängen, sie belohnt zu oft an falschen Punkten und verpasst die besten Wipp-Bewegungen. Also am nächsten Tag alles von vorn: Kamera aufstellen, Beleuchtung checken, wippen. So herum, anders herum. Und wenn die Kamera schon steht, könnten wir ja schnell noch den Steg filmen. Und den Panther Walk. Ruckzuck waren 45min um und unser beider Köpfe nur noch am rauchen. Mein Mädchen hat sich bei mir entschuldigt, als ich angemerkt habe, dass ich ein bisschen müde bin. Das ist nämlich ganz schön anstrengend, vor allem fürs Gehirn! Aber die Keksrate stimmt, also gehe ich satt raus aus dieser Veranstaltung. Auch was Schönes.
Diesen Sonntag wollen wir endlich mal wieder ausreiten – wenn denn das Wetter mitspielt!
Da könnt ihr uns mal bitte die Daumen drücken.
Euer zu lange nicht mehr ausgerittener Sir Duncan Dhu of Nakel