Sonntagsausflug! Da das Wetter ziemlich unberechenbar wirkte, sind wir von zuhause aus losmarschiert. Diego war erst etwas unmotiviert unterwegs, denn die Richtung verhieß nichts Gutes: wollen die etwa schon wieder über diesen verdammten Berg? Nach einer Weile hatte Diego sich dann aber auch eingelaufen und alles war wie immer: er vorneweg, ich hinterher. Entweder wir traben dann ein Stückchen nach, oder Diego bleibt kurz stehen und wartet auf mich. Dann bekommt er vom Mann einen Keks. Und ich finde, ich kann dann ja wohl auch einen Keks haben! Den hole ich mir dann einfach. Danach wollte ich immer hinter Diego einparken und ihn herzhaft in den Po kneifen. Mein Mädchen hat mich gefragt, ob ich etwas Pony-Po zum Nachtisch nach dem Keks bräuchte, aber der Mann hat meinen wahren Plan durchschaut: Ich beiße Diego in den Po, dann läuft der schneller, die Lücke zwischen uns wird größer, Diego muss anhalten, bekommt dafür einen Keks und ich hole mir auch schnell einen ab. Ha! Man muss eben langfristig planen!
Diesmal war die Tour nicht ganz so anstrengend. Wir sind den breiten Weg hochgelaufen, der ist lange nicht so steil und vor allem nicht so kurvig wie der schmale Weg. Und dann einfach auf dem Radweg an der Landstraße zurück. Da ist mein Mädchen zu Fuß gegangen und Diego und ich haben sie zwischen uns genommen, damit sie sich nicht fürchten muss. Sie fand das gelegentlich etwas zu eng aber das war uns egal.
Als wir nach 7,3 km in 1 Std 33min wieder zuhause angekommen waren, hat der Mann dann festgestellt, dass er den ganzen Ritt über den Hufkratzer in der Hosentasche hatte. Er meinte, er sei der Mann, der den Hufkratzer schneller zieht als sein Schatten! Gut, dass mein Mädchen schon abgestiegen war, sonst wäre sie bei dem Spruch direkt vor lachen runtergefallen.

Nach dem Ausritt hat mein Mädchen den Mann noch gebeten, mich mal schnell anzuschauen, weil irgendwas mit mir nicht stimmt. Ich bin zwar motiviert und fröhlich gelaufen, aber irgendwas ist nicht richtig. Und natürlich hatte sie recht! Ich hatte mir einen Brustwirbel verdreht. Der Mann hat das aber ruckzuck wieder gerichtet, jetzt sollte alles wieder gut sein. Mein Mädchen hat gerätselt, wie ich das geschafft habe. Sie hat den Verdacht, dass ich das bei der letzten Kratz-Aktion in der Wackelkiste gemacht haben könnte. Es hat halt so doll gejuckt! Und sie hat sich geärgert, dass sie wieder dreimal überlegt hat ob sie sich das alles wohl nur einbildet, anstatt den Mann gleich zu fragen. Jedenfalls hat sie jetzt neben dem üblichen Hüftcheck noch etwas anderes, wonach sie schauen kann, wenn sie das Gefühl hat, dass mit mir was nicht ganz stimmt. Und sie ist sehr froh, dass wir unseren eigenen Haus- und Hof-Osteopathen haben.
Am Nachmittag hatten die Menschen dann noch ein Spezialprojekt. Mein Mädchen hat sich nämlich schon wieder was Neues für meine Hufe ausgedacht und neue Hufschuhe bestellt. Und zwar als Bausatz, zum selber zusammenschrauben. Sie kamen also in den Stall, haben mir was angezogen, daran rumgemalt und sind wieder gegangen.

Dann kamen sie aber alsbald wieder. Schuhe an, Schuhe aus. Und etwas später nochmal Schuhe an, Schuhe aus. Herrgottnocheins jetzt hab ich aber keine Lust mehr! Aber es gab Kekse, da konnte ich dann doch nicht nein sagen. Jetzt sind die Botten so weit zusammengeschustert und bekommen morgen noch einen Feinschliff (dafür muss ich aber wohl nichts anprobieren) bevor wir dann einen Testritt starten. Darauf sind wir schon ganz gespannt! Es ist ja nicht so leicht, Hufschuhe zu finden, die für mich gut funktionieren. Und die Klebedinger waren gar nicht gut für meine Hufe, die sind total schnell aus der Form geraten. Die ewigen Equipment-Fragen! Das scheint nie ein Ende zu nehmen.
Jetzt geht´s aber erstmal schön auf die Weide. Gute Nacht!
Euer Sir Duncan Dhu of Nakel