Samstag alleine ausreiten, Sonntag große Tour mit Diego und Montag ist Montagsausflug mit dem Ausreitkumpel! Ich bin wieder voll motiviert in die Wackelkiste geklettert. Dort haben wir erstmal was Neues geübt. Mein Mädchen möchte nämlich, dass ich lerne, brav in der geparkten Wackelkiste zu stehen, während vorne die beiden Kekstüren offen sind. So dass ich auch mal in der Wackelkiste warten kann, ohne dass es da drin gleich so warm und stickig wird. Der Mann hat ein bisschen gelacht, weil ich da natürlich gar nichts lernen muss. Wer hier was lernen muss, ist mein Mädchen. Die muss nämlich aushalten, dass ich da vorne den Kopf rausstrecke. Sie muss lernen mir zu vertrauen, dass ich trotzdem nicht versuche, vorne auszusteigen (das ist ihre Sorge). Als ob ich sowas machen würde, so lange hier drin noch lecker Heu ist! Aber wenn die Katze vorbei läuft muss ich halt schon mal rausschauen.

Nachdem wir das 5 Minuten gemacht hatten, hat mein Mädchen die Kekstür zugemacht und wir sind losgefahren, den Ausreitkumpel abholen. Gemeinsam ging es dann weiter zum Ausritt-Startpunkt und dort ging die Kekstür wieder auf. Ah, da ist ja ein leckerer Busch direkt vor der Tür! Da hab ich mal den Kopf rausgeschoben und mir was abgezupft. Mein Mädchen hat furchtbar lachen müssen!

Dann sind wir aber ganz normal ausgestiegen und wurden gesattelt. Ich kenne die Gegend hier, hier ist das Dorf mit den netten Autofahrern. Ehrlich, die sind alle super freundlich, jeder macht langsam und hält Abstand von uns. Wir sind den langen Weg geradeaus gestartet und mein Mädchen hat sich erinnert, dass das der Weg ist, wo sie zum ersten Mal ein Stück auf mir saß und ich sie wirklich getragen habe. 3 Jahre ist das jetzt schon her! Kaum wollten wir antraben, kam die erste Kuhkoppel. Da bleiben wir lieber noch im Schritt! Eins von den neugierigen Rindern ist die ganze Länge der Koppel hinter uns her marschiert. Aber hier sind nicht nur die Autofahrer nett, sondern auch die Kühe. Sie ist nur ruhig hinter uns her gegangen und hat uns beobachtet – kein Rennen, keine komischen Geräusche und ihre Freundinnen haben sich dezent im Hintergrund gehalten. So konnten mein Mädchen und ich das gut aushalten. Später sind wir noch an ganz, ganz vielen Rinderkoppeln vorbeigekommen und die waren auch alle so nett. Es scheint einfach eine freundliche Gegend zu sein!
Als die Rinderkoppel zu Ende war, ging es in den Trab. Mein Ausreitkumpel – seines Zeichens Schecke – hat wieder mal Gründe gesucht um Vollbremsungen oder Seitsprünge hinzulegen. Baumstümpfe sind eins seiner favorisierten Themen. Oder Bänke. Oder Hecklöcher. Und wenn gerade nichts Passendes da ist, erfindet er zur Not was, da ist er kreativ. Wahrscheinlich liegt das daran, dass „Schecke“ fasst so klingt wie „Schrecke“. Ich hab einmal so getan als würde ich mich dann auch gleich vor der Bank fürchten, aber mein Mädchen hat geschimpft und gesagt, ich hätte mich bisher nie dafür interessiert, was der SchRecke gefährlich findet und ich bräuchte jetzt wahrhaftig auch nicht damit anzufangen. Jedenfalls war es ein bisschen schwierig, weil mein Ausreitkumpel entweder hinter mir war und mich zu langsam fand – er wollte mir doch tatsächlich in meinen ritterlichen Po kneifen! – oder er war vorne und fand, er würde zu viel Verantwortung tragen. So ging es ein bisschen hin und her, mal war er vorne, mal ich.
Wir sind zum ersten Mal den ganzen langen Weg durchgeritten, mein Mädchen wollte mal sehen wie es dort aussieht. Und wir waren ganz begeistert, wie schön es da ist! Dann im Bogen rum, durch den Wald im Galopp. Der SchRecke war vorneweg und mein Mädchen und ich haben die Diskussion vom Sonntag wieder aufgenommen: wenn einer vorneweg galoppiert, dann möchte ich überholen – oder wenigstens einholen! Da könnte ich doch jetzt mal in SEINEN Po kneifen! Aber mein Mädchen wollte Abstand halten. Und dann hab ich auch kapiert warum, denn plötzlich legt der SchRecke eine Vollbremsung hin, die sich gewaschen hatte! Zum Glück ist sein Mädchen sattelfest (er trainiert sie dahingehend ja auch ständig). Und wir hatten genug Abstand um nicht mit den beiden zu kollidieren. Ok, hab ich verstanden, manchmal ist Abstand doch ganz gut.
Wir kamen dann wieder auf den langen geraden Weg zurück und sind noch ein gutes Stück galoppiert. Ich rechts auf dem Grasstreifen, mein Ausreitkumpel links, so hatten wir das Problem mit vorne und hinten nicht. Ich hätte schon Lust gehabt auf ein kleines Wettrennen, habe mich aber überzeugen lassen, dass das nicht dran ist. Stattdessen haben wir Tempounterschiede im Galopp geübt. Allerdings ist mein Mädchen mit „voran“ im Galopp noch dermaßen zaghaft, dass es kaum einen Unterschied macht. Naja, vielleicht mit etwas mehr Übung….
Jedenfalls war das Mädchen vom Ausreitkumpel ganz entzückt, sie findet, dass mein Galopp viel schöner geworden ist. Und meine Hufschuhe finden das anscheinend auch, die haben nämlich einwandfrei gehalten im Gegensatz zu früher.
Ruckzuck waren wir dann auch schon wieder zurück im Ort, schnell noch eine kleine Graspause, Rest des Weges zu Fuß zur Wackelkiste und ab nach Hause! 10km in 1h15 haben wir geschafft.
Das war ein ganz toller Ausritt und wir hatten alle ganz viel Spaß. Mein Mädchen würde am liebsten gleich heute wieder los und ich hätte nichts dagegen! Aber leider hat sie ja auch noch andere Sachen zu tun, das ist schade. Jedenfalls ist sie hoch zufrieden mit mir und meinem Benehmen und somit kann ich weiter an ihrem Vertrauen arbeiten, damit ich eines Tages mal wirklich schnell galoppieren darf. Aber ich fürchte das dauert noch….
Euer flotter Sir Duncan Dhu of Nakel
Förstern-drive-by
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Bester Kommentar 🤣🤣
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