Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 29. Juni 2025

Sonntag! Und endlich mal wieder ein richtig schöner Sonntagsausflug! Fliegenmaske auf den Kopf, Halfter drüber und mit Diego in die Wackelkiste. Immer spannend: wo kommen wir wieder raus? Ach hier sind wir, im zweiten Lieblingswald! Aber was ist denn hier los? Sonst ist hier immer absolute Stille und wir sind ganz allein, jetzt stehen da ganz viele Autos und da sind eine Menge Hunde unterwegs! Mein Mädchen war kurz besorgt, dass uns das den Ausritt versauen könnte, aber die Hundeleute sind nicht weit in den Wald gegangen. Die haben Schleppen gelegt und die Hunde sind den Geruchsspuren gefolgt. Wir haben uns das genau angeschaut, während wir gesattelt wurden. Bis man mal fertig angezogen ist, dauert das ja immer ein bisschen und diesmal waren wir bestens unterhalten.

Dann ging es los, mein Mädchen erst zu Fuß an den Hunden vorbei, aber alsbald ist sie aufgestiegen und als wir dann an den letzten Hunden vorbei waren, war der Wald auch wieder so, wie er sonst immer ist: still.

Es ging ein schönes Stück durch den Wald, dann raus auf die Plattenwege. Diego hat einen munteren Trab angeschlagen. Mädchen, der ist ganz schön schnell, da müsste ich … nein, war nicht erlaubt. Ich sollte mich im Trab anstrengen, dann schaffe ich das auch. Jaaa schon, aber Galopp wäre halt schöner! Na gut. Aber als Diego dann angaloppiert ist, durfte ich auch. So, jetzt aber! Der ist vor mir, das geht gar nicht! Dem zeige ich jetzt mal was ein schnelles Pony ist! MÄDCHEN! RUNTER VON DER BREMSE!  Ach herrje, da wurde sie ganz zickig. Meine Güte, da will man mal zeigen wie viel PS man hat und schon wird sie ganz merkwürdig. Als der Mann wieder durchpariert hatte, hat mein Mädchen erstmal geschaut ob mein Gebiss noch sitzt. Sie meinte sie hat so an mir herumgezerrt, dass mir eigentlich mindestens 4 Zähne fehlen müssten. Aber wisst ihr was? War mir egal. Als der Mann wieder angaloppiert ist, hab ich dieselbe Diskussion nochmal geführt. Da muss doch was zu machen sein! Warum bestimmt sie denn eigentlich immer alles? Nach der dritten Diskussion dieser Art war dann erstmal Schluss mit Galopp. Die schönen Wege waren vorerst alle und so sind wir eine Weile im Schritt unterwegs gewesen. Eine ganze Weile später ist Diego nochmal etwas getrabt und galoppiert, da habe ich dann wirklich versucht, mich anständig zu benehmen und wurde auch gebührend gelobt. Mein Mädchen hat sich gefragt, ob sie zu mir durchgedrungen ist oder ob es einfach daran lag, dass wir schon länger unterwegs waren und mein überschüssiger Bewegungsdrang weg war. Tja, das bleibt vorerst mein Geheimnis, mein Mädchen!

Der Rest des Ritts verlief unspektakulär. Ich war die ganze Zeit hinten und der Mann durfte heute das Tempo bestimmen. Wenn unser Abstand zu groß wurde, sind wir nachgetrabt. Ansonsten hat mein Mädchen geübt, mir mehr Verantwortung zu übertragen. Zum Beispiel bei den Wasserdurchritten, die gar keine Wasserdurchritte waren, weil kein oder kaum Wasser da war. Trotzdem geht es da immer einmal steil runter und steil rauf mit Steinen und Matsch. Sonst wollte sie immer bestimmen wo ich langgehen soll, heute hat sie mir die Verantwortung für die Wahl des besten Weges überlassen und sich gefreut, weil ich so gute Entscheidungen getroffen habe. Tja, siehst du, mein Mädchen, wenn man mich mal machen lässt, klappt das alles! Ich meine ja nur!

Ja unter der Rüstung da stecke ich! Und ich hab meine Ruhe vor den Fliegviechern

Dann ein gutes Stück zu Fuß über den schottrigen Weg. Mein Mädchen hat sinniert, wie es wohl sein wird, wenn ich mal so ganz richtig erwachsen und vernünftig bin. Hä? Ich bin doch schon voll erwachsen und vernünftig! Nur sie hat das noch nicht geschnallt. Oder sie versteht nicht, dass hinter jemandem her galoppieren einfach nicht vernünftig ist. Im Galopp besteht Überhol-Pflicht, wir Ponys wissen das! 

Außerdem musste sie ein bisschen lachen, weil sie mir ja nach dem letzten Montagsausflug wieder die guten Proteine gegeben hat, damit ich mehr Power habe und Lust zu laufen. Und heute fand sie, dass ich das schon wieder übertreiben würde. Man kann es ihr wirklich nicht recht machen.

Dann hat sie darüber nachgedacht, dass wir in diesem Wald ja auch mal alleine ausreiten gehen könnten ohne alleine auszureiten und welche Strecke wir dann nehmen könnten. Allerdings ist dieser Wald recht weit von uns weg, das dauert ein bisschen bis man da ist. Aber er ist sooooo schön!

Schöner Wald

Nachdem wir schon eine ganze Weile unterwegs waren, wurden Diego und mir die Füße und die Köpfe müde. Wir sind also gemütlich zurück zur Wackelkiste geschlendert und als wir dort wieder ankamen, hatten wir 14km in 3 Stunden auf der Uhr. Also ich hätte das ja schneller geschafft, aber mich hat ja wieder niemand gefragt! Mit meiner Fliegenmaske war ich äußerst zufrieden unterwegs, das werde ich jetzt den ganzen Sommer so machen. Keine Mistviecher mehr am Kopf!

Jetzt freue ich mich auf den nächsten Ausflug.

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel mit genügend PS unter der Haube

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