Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 3. Juni 2025

Montag! Wackelkiste! Ah ich mag es, wenn die Dinge so sind wie sie sein sollen. Auf geht’s, den Ausreitkumpel abholen! Nach einer kleinen Weile sind wir ausgestiegen. Wo sind wir? Ooooooh im Lieblingswald! Mein Mädchen hat gelacht und gesagt, ich würde ja wieder mal lächeln. Klar, ich hab mich so gefreut! Dieser Wald verspricht immer gute Ausflüge. Also los, hopp hopp! Nicht so langsam!

Der Anfang der Strecke war ein Stück Weg den wir noch nicht kannten, inklusive einmal den Abbieger verpassen und umdrehen.

Da geht’s nicht weiter, scheint mir…

Ich war schon auf Zack und wollte ordentlich Tempo machen, aber mein Mädchen stand auf der Bremse. Es war schon wieder schwer, es ihr recht zu machen: nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam, schön am Rand, wegen der Steine, aber auch nicht mitten durch die Büsche und NICHT FÖRSTERN nebenbei. Puh! Ein paar Minuten haben wir hin und her diskutiert. Aber dann habe ich es plötzlich rausgehabt. Und da war mein Mädchen vielleicht glücklich! Ich bin ganz gleichmäßig flott voran getrabt und sie konnte schön in den Bügeln stehen (das geht nur wenn ich den Trab gut hinkriege, sonst muss sie leichttraben, weil es mit dem Schwung nicht stimmt). Mein Mädchen hat dann gesagt, das fühlt sich so gut an, da traut sie sich auch einen kleinen Galopp. Und ich hab mir gedacht: verlorenes Vertrauen muss vorsichtig wieder aufgebaut werden. Also aufs erste Kommando gesittet angaloppieren, dann ganz ruhig und gleichmäßig weiter und dann aufs erste Stimmkommando SOFORT in den Trab. Ha! Perfekt hab ich das gemacht! Und mir damit noch ein paar kleine Galoppaden verdient. Ihr seht: ich komme gut voran mit dem Vertrauensaufbau.

Mein Ausreitkumpel hat derweil ein bisschen rumgemault, der musste mal pieseln aber er hat einfach nicht die richtige Stelle dafür gefunden. Ja, das Problem kenne ich auch! Man kann ja nicht einfach schnöde irgendwo hinmachen. Das Ambiente muss schon stimmen! Und das beste Piesel-Ambiente ist nun mal weitab vom Weg in den Büschen, am besten mit ein paar Brombeeren und Brennnesseln, die einen am Bauch kitzeln. Zum Glück fand sich dann so ein Platz neben einem schmalen, matschigen Waldpfad, der meinem Mädchen nervlich einiges abverlangt hat. Dort war rechts ein ziemlich tiefer Graben und dann lag auch noch ein Baumstamm quer. Wie war das mit dem Vertrauensaufbau? Ich hätte einen Hopser machen können über den Stamm, aber ich habe mich dann entschieden, meine Beine sehr gesittet und ruhig einzeln rüber zu heben. Weil es dahinter auch matschig war und ich bei der Landung hätte rutschen können. Zack! – wieder Vertrauenspunkte gesammelt.

Für ein gutes Foto tut das Mädchen vom Ausreitkumpel alles…

Nach 10km war ich etwas kopfmüde und wir haben eine schöne Graspause eingelegt. Dann kamen wir an die letzte Abbiegung, von dort geht es 5km immer geradeaus. Mein Mädchen war froh, dass sie sich jetzt nicht mehr um die Navigation kümmern muss (das ist ja immer ihr Job, weil wenn man das dem Mädchen vom Ausreitkumpel überlässt, werden die Ritte immer deutlich länger als geplant… )

Wir hatten gerade ungefähr die Hälfte dieses langen Weges hinter uns und sind gerade nach einer kleinen Schrittpause wieder angetrabt als plötzlich

SCHUSS!!!

Man, haben wir uns vielleicht erschreckt! Ich hab sofort Gas gegeben. Aber beim zweiten Galoppsprung fiel es mir wieder ein: denk an den Vertrauensaufbau! Also habe ich auf mein Mädchen gehört und durchpariert zum Trab. Und dann zum Schritt. Dafür gab es direkt einen Keks und mein Mädchen hat sich irre gefreut, auch wenn ihr vor Schreck die Kniee gewackelt haben. Wir sind dann gleich wieder angetrabt und sie hat ein fröhliches Lied gesungen, damit sie wieder entspannen kann. Ich hab mich dann auch wieder entspannt und so konnten wir noch ein bisschen traben.

Endlich mal wieder im Lieblingswald!

Gegen Ende, nach gut 15km, war dann aber doch ganz schön die Luft raus und der Ausreitkumpel wollte auch nicht mehr nach vorn gehen und die Verantwortung übernehmen. Irgendwie haben wir aber noch einen flotten Kilometer geschafft, bevor wir das letzte Stück dann im Schritt gegangen sind. Mein Körper konnte schon noch laufen aber ich war ordentlich kopfmüde und mein Kumpel auch. Aber ich finde das ja so angenehm, mal so richtig ausgepowert zu sein und war sehr zufrieden mit mir und der Welt!

Zu später Stunde waren wir dann wieder zuhause und ich durfte direkt mit den anderen auf die Weide, das hab ich mir redlich verdient.

Euer Vertrauen aufbauender Sir Duncan Dhu of Nakel

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