Was ich gerne machen würde
- Mit Duncan allein ausreiten (üben)
- Springen (Longe und reiten)
- Mit anderen Pferden ausreiten gehen
- Überhaupt die Begegnung mit anderen Pferden üben
- Irgendwo einen Paddock aufbauen und ihn reinstellen als Übernachtungsübung
- Stundenlang Freedom Based Training machen
- Weiter an unseren lustigen Tricks arbeiten, da hab ich noch sooooo viele Ideen!
- Mit Arnulf den „Rolls Royce“ flott machen (die Gig, die wir für Diego gekauft haben)
- Mit Arnulf und Diego weiter Kutsche fahren üben (dazu später mehr)
- Über all diese Dinge schöne Blogartikel schreiben
Was stattdessen passiert:
Plötzlich haut das Wetter uns nach wochenlanger Dürre jede Menge Regen, ordentlich Wind und Starkregenfälle um die Ohren, ich muss deswegen dringend endlich Dünger streuen (was komplizierter ist als sonst, weil wir erst den Düngerstreuer flott kriegen müssen), das Anweiden der Ponys erfordert viel Planung und Aufmerksamkeit, Diego hat ein Hufgeschwür – und kaum war er wieder halbwegs fit, fiel plötzlich auf den Feiertag unsere Wasserversorgung aus. Und obwohl ich nicht viel damit zu tun hatte, war Arnulf von morgens bis abends damit beschäftigt, nur um dann noch eine halbe Nachtschicht einlegen zu müssen und das bringt mich dann auch aus dem Tritt.
Deswegen gab es gestern auch keinen Artikel für Euch. So ist das mit den Plänen und dem Leben. Und es erinnert mich daran, dass wir immer einen langen Atem brauchen, wenn es darum geht, neue Dinge zu üben und zu etablieren, denn es kommen eigentlich immer eine Menge ungeplante Verzögerungen und Hindernisse dazu. Es erinnert mich außerdem daran, meine Prioritäten klar zu haben – an welchem Thema möchte ich im Moment unbedingt dranbleiben, wo investiere ich meine Ressourcen (Zeit, evt Geld, jede Menge Nerven). Und es hilft mir, auch mal unfreiwillig Dinge zu üben: Duncan kann das jetzt mal aushalten, wenn ich nicht 100% bei der Sache bin. Wir tun dann eben nur die Dinge, die wir gut können, erwarten keine Exzellenz und es geht nur darum, im Training zu bleiben (auch damit der Ritter nicht zu moppelig wird. Manchmal geht es wirklich nur um schnöde Bewegung zum Kalorien verbrennen).
Selbst unter allerbesten Bedingungen könnte ich nicht all die Dinge tun, die oben in meiner Liste stehen (die wiederum ja schon stark eingekürzt und priorisiert ist! Meine Wunschliste wird jedes Jahr länger…. ). Also muss eine klare Priorität her!
In den letzten Jahren sind unglaublich viele Ausritte ausgefallen, weil entweder Diego oder der Ausreitkumpel nicht fit waren und ich musste feststellen, dass es schwieriger als gedacht ist, Termine mit anderen potentiellen Mit-Ausreitern zu finden (ich bin da auch sehr empfindlich und anspruchsvoll bei der Auswahl). Aber vor allem musste feststellen, dass Duncan sich einfach (noch?) nicht so recht begeistern kann für die Anwesenheit anderer Pferde, um nicht zu sagen beim letzten Ausritt mit Herrn Fjord hatte ich alle Hände voll zu tun mit meinem schlecht gelaunten Motz-Ritter… Daher habe ich jetzt die Priorität klar auf „allein ausreiten“ gesetzt. Und mein lieber Mann hat mich überredet, dafür seine Hilfe in Anspruch zu nehmen, siehe Tagebucheintrag vom 27. Mai. Tatsächlich haben wir zum ersten Mal einen richtig großen Schritt in die richtige Richtung geschafft, so dass ich jetzt das Gefühl habe, dieser Plan könnte wirklich aufgehen und uns ans Ziel bringen. Der Zeitaufwand ist immens, denn wir müssen beide Zeit haben, dann mit dem Anhänger zum Wald fahren (eine Strecke sind da allein schon 25min Fahrzeit), dann reiten (eine derzeit noch viel zu kurze Strecke im Verhältnis zum Aufwand), dann alles wieder zurückfahren und dazu kommt ja noch das Anhängen bzw. Parken des Anhängers sowie das Ein- und Ausräumen sämtlicher Sachen und die Tatsache, dass Duncan in diesem Wald wirklich 4 Hufschuhe braucht wegen des Schotters (ich stelle mal wieder fest dass diese Hufschuhe nicht meine endgültige Ausreit-Lösung sind, das ist mir zu aufwändig. Aber was soll ich sagen: Klebeschuhe sind bestellt und bezahlt aber die Lieferung verzögert sich….)
Trotzdem: der Anfang ist gemacht. Der Sommer liegt noch vor uns. Diegos Huf scheint so weit wieder ok zu sein (den Rest erledigt wohl die Zeit), es kommt wieder Wasser aus der Leitung, das Wetter wird (angeblich) bald sommerlich und ab jetzt sind die Ponys auch wieder die ganze Nacht auf der Weide, was mir ein entspannteres Pony beschert. Manchmal fühlt es sich an wie „zwei Schritte vor, einen zurück“. Manchmal fühlt es sich auch an wie „einen Schritt vor, zwei zurück“. Aber ich erinnere mich durchaus auch an Zeiten, die sich anfühlten wie „zwei Schritte vor, dann noch einen vor“. Und vielleicht kommen ja auch solche Zeiten mal wieder. Man darf eben nur nicht erwarten, dass das immer so ist….