Ui, was für ein eisiger Ostwind! Mein Mädchen ist am jammern, sie findet diesen Wind ganz schrecklich anstrengend. Ihr Winterpelz hat ziemlich große Ausmaße angenommen, während ich einfach meine Haare ein bisschen aufstelle, etwas mehr Heu knuspere (das macht einen warmen Bauch) und gut ist. Nachdem ich vormittags ausgiebig geschlummert und gedöst hatte, war ich frisch und erholt, als sie mit der Longe kam. Wir sind also auf den Platz gegangen und ich habe munter losgelegt, als plötzlich…
MONSTER!
Ab in den Fluchtmodus, nichts wie weg! Als ich am Ende des Reitplatzes angekommen war, fiel mir auf, dass ich doch glatt mein Mädchen verloren hatte und eine leere Longe hinter mir her zog. Oh, sorry. Bin stehengeblieben und habe mich wieder einsammeln lassen. Weiter ging es. Einige Runden Trab- Galopp-Übergänge später dann
HUCHMAMPF!
Wieder Fluchtmodus, aber diesmal war mein Mädchen vorgewarnt und hat mich festgehalten. Ein paar Runden später kam dann noch ein
GESPENST!
Aber auch da hat sie wieder festgehalten. Nach einer Weile ging es mir dann besser und die ganzen erschreckenden Geschöpfe waren weg. Mein Mädchen meint, die wären ohnehin nur in meinem Kopf gewesen, wegen dem kalten Wind. Sie kann das verstehen, das ist schon ok wenn das mal passiert. Aber sie war froh, dass sie sich von vorneherein für longieren entschieden hatte. Insgesamt haben wir fast 50 Minuten gearbeitet, danach war ich deutlich entspannter. Dann kam noch der Mann in seiner Eigenschaft als Osteopath vorbei und hat mir den Hals geradegerückt, da war ein bisschen was durcheinandergekommen. Gut, dass wir die helfenden Hände direkt vor Ort haben.
Zeit für Mittagessen!
Aber der Tag war noch nicht zu Ende. Nachmittags kam meine kleine Freundin noch vorbei. Wir haben uns in der Halle verkrochen, um dem Wind zu entgehen. Als meine kleine Freundin mich dort geputzt hat, fiel der Blick meines Mädchens auf den Sitzball, der noch in der Ecke lag. Ob wir Lust hätten, Fußball zu spielen? Meine kleine Freundin hatte doll Lust. Und dann ging es los. Ich habe keine Bedenken was den Ball angeht, aber warum man dagegentreten soll, ist mir nicht klar. Gut, für Kekse tue ich bekanntlich alles, also los! Aber dann kam mein Bein immer zu hoch (der Ball ist einfach zu klein für mich!) und mein Huf stand dann immer AUF dem Ball und ich kam ins rühren. Meine kleine Freundin hat die Kekse verwaltet, mein Mädchen stand hinterm Zaun außer Reichweite und hat nur hilfreich kommentiert. Ich sollte also lernen, zu dem Ball hin zu gehen und dann mit dem Vorderbein – nicht zu hoch! – den Ball anzuschubsen. Kekse nur für gelungene Versuche. Was für ein Denksport! Ich musste meine kleine Freundin im Blick behalten, den Ball anvisieren und meine Beine koordinieren! Nach einer halben Stunde war mir schon etwas matt im Hirn, aber ich habe noch ein paar gute Schüsse geschafft, bevor dann die wohlverdiente Möhrenparty das Geschehen abrundete. Mittlerweile stieg wohl schon Rauch aus meinen Ohren, jedenfalls habe ich mir ein wohlverdientes Nickerchen gegönnt. Alle waren wieder sehr stolz und zufrieden mit dieser schönen Einheit.
Euer Fußballspieler Sir Duncan Dhu of Nakel