Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu vom 8. Februar 2025

Hm lecker Heu. Was? Halfter? Jetzt? Äh ja ok. Wieso? Wackelkiste! Da musste ich kurz mal umschalten von einem Programm aufs andere. Wobei in der Wackelkiste ja auch immer jede Menge lecker Heu ist. Aber Heu mit Abenteuergeschmack und dem Duft von Vorfreude.

Wo sind wir? Ah beim Ausreitkumpel! Fabelhaft, das ist genau das was ich heute brauche, ordentlich die Beine strecken. Erst sind die Menschen zu Fuß gegangen, wie immer. Mein Mädchen war nicht so richtig auf der Höhe und meinte, sie muss sich heute besonders gut auf mich verlassen können. Klar! Bin doch Gentleman.

Dann aufsteigen. Wollen wir los? Nein, noch Schritt. Ach menno, jetzt quasselt doch da oben nicht so viel. Ausreiten mit dem Ausreitkumpel heißt doch traben und galoppieren bis man nicht mehr mag! Das ist Tradition! Aber die Mädchen haben sich zu lange nicht gesehen und haben gequatscht. Und gequatscht. Haaaaaaallllloooooo! Trahab!

Ah, endlich. Jetzt aber flott! Schon stand mein Mädchen auf der Bremse. Was denn? Ich bin ordnungsgemäß im Trab geblieben! Was ist bloß los mit dir? Jetzt mal ehrlich: ich bin EIN EINZIGES MAL kurz angaloppiert und habe nach 2 Galoppsprüngen durchpariert. Den ganzen restlichen Ausritt war ich im Trab. Warum muss man denn da auf der Bremse rumstehen? Ich halte mich doch an die Regeln! Sie vertraut mir einfach nicht, daran liegt´s. Seit über 5 Jahren sind wir jetzt zusammen und sie vertraut mir IMMER NOCH NICHT. Das ist doch nicht normal oder? Ich hab mich immer anständig benommen (ja ok, ich hab auch mal an den Grenzen der Regeln rumgekratzt aber wirklich, was richtig schlimmes hab ich nie gemacht).

Ich bin also hochanständig getrabt und sie hat mich auch sehr gelobt. Aber kaum dass ich dachte, sie hat sich beruhigt und ich darf jetzt ein bisschen das Tempo erhöhen (im Trab, wohlgemerkt!) fand sie das schon wieder nicht richtig und stand auf der Bremse. Also einerseits möchte sie, dass ich flott trabe, andererseits aber auch nicht zu flott. Ich soll schön nach vorne ziehen, aber nicht zu doll, weil sie sonst sofort das Gefühl hat, ich würde wie eine Dampflok durch jede Hilfe durchrennen und mich nie wieder bremsen lassen. Ach, es bleibt kompliziert mit ihr.

Und überhaupt: immer die gleichen ollen Runden.  Die kenne ich doch schon auswendig! Können wir nicht mal hier abbiegen? Oder da vielleicht? Nein. Nichts darf man. Seufz.

8,6km sind wir geritten. Also eine schöne Aufwärmrunde. Und was machen wir jetzt? Mein Mädchen hat geseufzt. Dann hat sie getan, was sie immer tut, nämlich versprochen, mein Pensum zu erhöhen. Aber sind wir mal ehrlich, das verspricht sie ja schon so lang. Und wirklich mehr geworden ist das jetzt nur bedingt. Mal ist das Wetter falsch, dann hat sie keine Zeit. Kann ich ja nun auch nix für, jedenfalls geht das so nicht. Das Kribbeln in mir war doch noch gar nicht weg! Also habe ich heute Nacht noch eine ordentliche Runde mit Gatsby getobt. Lange und ausgiebig. Natürlich direkt unter ihrem Schlafzimmerfenster, damit sie es hört. Vielleicht versteht sie es dann besser.

Euer immer noch kribbeliger Sir Duncan Dhu of Nakel

P.S. mein Mädchen fürchtet sich ein bisschen, wie das erst werden soll, wenn mein Eiweißmangel aufgefüllt und meine Muskulatur wieder top in Schuss ist – tja, das wirst du ja dann sehen, mein Mädchen, wie das wird!

Hinterlasse einen Kommentar