So, da ist es jetzt, das neue Jahr. Und so sehr es mich nervt, das alles an einem willkürlich gewählten Datum festzumachen, so sinnvoll ist es doch, immer mal Bilanz zu ziehen und neue Pläne zu schmieden.
Einige Pläne stehen schon fest. Das erste Abenteuer startet im Februar, wenn Arnulf seinen Kutschenführerschein macht. Denn Diego, jetzt ja auch nicht mehr ganz jung, soll Arnulf nicht mehr immer tragen müssen. Er kann es noch und wenn er wieder trainiert ist, wird er es auch wieder länger können, aber er wird auch ein fantastisches Kutschpferd werden und mit Arnulf hinter ihm schneller wieder auf mehr Kilometer kommen. Duncan ist derweil ja immer noch nicht vor der Kutsche, weil ich es ihm einfach noch nicht recht zutraue. Aber das macht nichts, unsere Zeit zum fahren kommt noch und ich reite ja sowieso lieber.
Im Sommer ist wieder ein Reitkurs gebucht und die Termine für zwei kleine Distanzritte stehen auch schon im Kalender. Davor steht vor allem noch „Kopftraining“ an, also lange unterwegs sein, aber nicht schnell. Ich weiß jetzt, dass das Tempo (im Gegensatz zu damals mit Finlay) gar kein Problem sein wird. Aber der Kopf muss mitmachen und da gibt es noch zu üben. Auch mehr Begegnungen mit fremden Pferden, gerne auch mehreren fremden Pferden auf einmal, möchte ich noch haben zum üben.
Außerdem hoffe ich, dass wir endlich mit dem Thema alleine ausreiten weiterkommen. Wieso wir da in 2024 so wenig geschafft haben, ist mir gar nicht ganz klar. Irgendwie war das Wetter schwierig und ich war oft am Limit – wahrscheinlich auch deswegen, weil wir im Frühjahr so lange um Diegos Gesundheit gekämpft haben. Naja, neues Jahr, neues Glück. Aufgeben ist keine Option, dann dauert auch das eben wieder mal länger als geplant. Duncan war an vielen Stellen schneller als ich dachte, an anderen brauchen wir länger – so ist das Leben. Dazu möchte ich mich technisch auch noch etwas aufrüsten und für Duncan einen Tracker haben, denn mein größter Horror ist, dass er mich unterwegs verliert und ich nicht weiß wo er ist. So ein Stück Technik kann mir Sicherheit geben und dieses Sicherheitsgefühl bedeutet hoffentlich, dass ich die Technik niemals brauche…. Ich fürchte allerdings, dass dieses Projekt erst ab Juni richtig starten wird, denn erfahrungsgemäß ist Duncan im Frühjahr schreckhaft und das taugt meinen Nerven so gar nicht zum alleine reiten.
Ich möchte auch anfangen, Stangen und kleine Sprünge zu reiten (bisher haben wir das nur an der Longe gemacht).
Grundsätzlich möchte ich aber vor allem meine gewonnenen Erkenntnisse zum Thema Wetter und Jahreszeiten zu meinem Vorteil nutzen. Soll heißen: wenn das Wetter im Winter es mal hergibt, möchte ich das vor allem für längere Schritttouren nutzen, denn es hat sich gezeigt, dass schnelleres reiten mein kleines, allzu fittes Pony gar nicht gut auslastet. Ich möchte nochmal mit ihm gemeinsam verinnerlichen, dass eine ausgiebige, flott gerittene Schritttour uns da besser taugt. Wenn es dann im Frühjahr wieder mit den Montagsausritten losgeht, möchte ich ihm dieses Jahr nicht mehr dienstags frei geben, sondern den Tag nach dem flotten Ritt für Handarbeit, Dehnübungen und Keksgymnastik nutzen. Außerdem habe ich gelernt, dass es nicht klug ist, ihm viel „reitfrei“ zu geben und stattdessen zu longieren, denn anscheinend braucht er deutlich mehr Gymnastik zwischen den Ausritten und deutlich weniger Ausdauer-Training. Das hängt aber natürlich auch davon ab, wie er seine Figur hält….
Wenn dann die Hitze kommt, möchte ich mir die Tageszeiten schlauer einteilen. Ich habe gemerkt, dass morgens zwischen 9 und 10 Uhr, wenn ich es noch ok finde auf dem Reitplatz, einfach nicht seine Zeit ist. Er ist dann sehr unmotiviert, das heißt, wenn ich nur zu dieser Zeit die Möglichkeit habe, etwas mit ihm zu machen, wird es wiederum Handarbeit sein oder ich lege lieber eine Wippeneinheit ein. Andererseits kann die Wärme mir helfen, das alleine ausreiten weiter voranzutreiben, dann kommt mir ein etwas träges Pony ja deutlich entgegen….
Wenn das Wetter gut ist, möchte ich vor allem Zeiten verlängern. Also auch auf dem Reitplatz endlich mal wegkommen von unseren üblichen 30-40 Minuten und mal deutlich längere Sessions machen, damit sich unser beider Konzentrationsspanne verlängert und wir auch noch besser herausfinden, wie wir sinnvoll Pause machen können, denn da hapert es noch ein bisschen. Aus einer Pause wieder neu starten habe ich jetzt schon mit kleinen (sekundenlangen) Pausen geübt, das scheint ein Thema zu sein, dass der Übung bedarf. Im Gelände gilt das gleiche: rausfinden, wann er eine Pause braucht und wie die am besten aussieht. Ist es besser für ihn, ein paar kleine Pausen zu machen oder lieber eine große?
Die Frageliste ist noch endlos lang, aber langsam, ganz langsam habe ich das Gefühl, dass unsere Beziehung und Duncans Ausbildung auf einem stabilen – wenn auch noch nicht kompletten – Fundament ruhen auf das wir beide uns verlassen können. Und das lässt mich auf ein gutes Jahr hoffen.
Frohes neues Jahr euch allen!