Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 567

Der Winter hat uns fest im Griff mit Dunkelheit, kaltem Wind und immer wieder Regen. Eigentlich wollte mein Mädchen unsere Fütterung jetzt umstellen, so dass wir nachts immer Heu kriegen und nur tagsüber noch ein bisschen Gras fressen dürfen für ein paar Stunden (wir haben nämlich IMMER NOCH Gras, das ist sooooo cool!). Aber unser Simsalabim-Sesam-öffne-Dich-Nacht-Heu-Tor ist kaputt. Der Riegel geht nicht mehr hoch, warum, wissen die Menschen auch nicht. Mein Mädchen hat also einen neuen Simsalabim-Sesam-öffne-Dich-Nacht-Heu-Toröffner bestellt und bis der da ist gehen wir jetzt einfach weiterhin nachts auf die Weide. Mitte Dezember! Das gab es ja noch nie. Mein Mädchen wollte uns ja immer nicht mehr so raus lassen wenn es so nass ist, weil die Grasnarbe davon kaputtgehen könnte. Aber sie hat rausgefunden, dass die gar nicht mehr kaputt geht als im Sommer. Weil wir nicht rennen und toben, sondern höchstens einen kleinen Galopp auf die Weide machen und dann ganz zivilisiert im Schritt von einem Halm zum nächsten wandern. Das was die Grasnarbe wirklich kaputt macht (und zwar auch im Sommer) sind unsere „Betten“ die wir uns bauen. Da scharren wir dann schonmal ordentlich im Boden rum damit das alles auch richtig gemütlich ist. Aber mein Mädchen sagt, das ist dann ja auch im Sommer so, also egal. Und dadurch das wir immer noch 1. Aufwuchs haben, ist das Gras auch so lang, dass es sich schon schützend über den Boden gelegt hat, so dass wir es eh nicht ganz runterfressen. Mein Mädchen ist sehr zufrieden dass das so gut klappt und wir Ponys sind auch zufrieden.

Naja, langer Rede kurzer Sinn: bis der Simsalabim-Sesam-öffne-Dich-Nacht-Heu-Toröffner da ist also noch Weidenächte, dann wird auf „Winterbetrieb“ umgestellt.

Was nicht so gut läuft ist das mit dem Ausreiten. Diesen Sonntag war WIEDER kein Sonntagsausflug, es ist doch zum Mäuse melken! Mein Mädchen meinte, wir könnten vielleicht heute mit Diego und dem Mann die Hausrunde drehen, aber als sie heute morgen vor die Tür kam musste sie feststellen, dass es eiskalt und windig ist und dazu noch nieselt. Und das, findet sie, ist kein Wetter zum ausreiten. Deswegen hat sie entschieden, dass wir heute Doppellonge machen, da muss sie ja immer bisschen mitlaufen und dann wird ihr warm. Ach, ihr Menschen seid bedauernswert, so ganz ohne Fell. Mein Fell ist sogar mit Teilentpelzung noch kuschlig warm und wenn es ausnahmsweise ein bisschen kühler ist, stelle ich einfach die Haare auf und habe ein schickes Luftpolster um mich rum, das ist kuschlig sage ich euch.

Gestern war sie ausnahmsweise arbeiten (deswegen ja kein Ausritt), aber als sie nachmittags nach hause kam, wollte sie unbedingt noch was mit mir machen. Wir sind dann im Dunkeln auf den Reitplatz gegangen und sie hat Weihnachtsmusik in ihrer Tasche angemacht, das war ganz romantisch. Dann haben wir beide reiten geübt, das klappt jetzt wirklich richtig gut, seit sie meine Fütterung nochmal verbessert hat. Seitdem bin ich auch immer so gut gelaunt und motiviert und es fällt mir viel leichter, mich zu bewegen. Zwischendurch hat mein Mädchen sogar im Trab immer kurz die Augen zugemacht, um besser fühlen zu können, was da so passiert. Solche Sachen kann man mit mir jetzt machen, wo ich doch so erwachsen, vernünftig und zuverlässig geworden bin. Mein Mädchen war ganz selig und hat mir in einer Tour erzählt wie toll ich bin und wie gut es für sie ist, dass sie mich hat, weil sie sich dann auch bei anstrengendem Winterwetter noch motiviert, rauszugehen und das tut ihr gut.

Jetzt hoffe ich natürlich, dass es demnächst auch mal wieder einen kleinen Ausritt gibt. An mir soll´s nicht liegen!

Euer winterfester Sir Duncan Dhu of Nakel

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