Gestern haben wir den letzten richtigen Montagsausflug für dieses Jahr gemacht. Weil ihr Menschen am Wochenende wieder die Uhr verstellt und es dann so früh dunkel wird, können wir nicht mehr mit der Wackelkiste wegfahren. Stattdessen werden wir manchmal Freitags mit dem Ausreitkumpel losziehen, aber dann nur von ihm zu hause aus.
Mein Mädchen hatte eine schöne Tour geplant, aber erstmal hat der Wettergott mit Regen gedroht. Warm war es aber trotzdem so dass die Mädchen gerätselt haben, was sie eigentlich anziehen sollen. Uns Ponys stellt sich diese Frage ja in der Regel nicht, wir haben halt unser Fell. Mein Winterfell ist allerdings schon wieder teilweise dem Entpelzer zum Opfer gefallen – und das ist gut so, denn so ein Wintermantel ist bei 17 Grad wirklich zu warm, vor allem beim Sport!
So nun hat mein Mädchen so eine Art magische Fähigkeit – sie sagt, das hat sie von ihrer Mutter geerbt: wenn sie einen Ausflug macht, ist eigentlich nie schlechtes Wetter! Und so auch gestern – obwohl viel Regen angesagt war, ist kein einziger Tropfen vom Himmel gefallen (zumindest nicht dort, wo wir unterwegs waren). Und so hatten die Mädchen ihre Jacken alsbald ausgezogen und wir konnten fröhlich loslegen.
Wir haben nochmal knapp 16km in 2 Stunden gemacht, vorbei an der Genießerbank (mein Ausreitkumpel war sich sicher, dass da „Geisterbank“ steht!) und vor allem an den gruseligsten Kühen der Welt! Relativ klein, sehr flauschig und ganz komisch gezeichnet. Eine schwarz und eine braun, beide mit so einem breiten weißen Streifen um den Bauch. Und dann haben die auch noch direkt am Zaun gestanden und so komisch geguckt! Das war uns gar nicht geheuer. Aber mein Ausreitkumpel hat schließlich wagemutig ein paar Schritte vorwärts gemacht, dann bin ich mitgekommen und wir haben das gemeinsam geschafft. Da waren die Mädchen sehr stolz auf uns!
Mein Ausreitkumpel hat ja diese Jahr hart trainiert und er ist ja auch zwei Jahre älter als ich – was der jetzt schön traben kann! Mein Mädchen war hin und weg als sie das gesehen hat. Ich hingegen konnte nicht so schön traben. Ich habe mir wohl am Freitag, als es so doll gekribbelt hat und wir ein bisschen Streit darüber hatten, wie man sich an der Doppellonge benimmt, ein paar Muskeln verzogen und war ganz schön schief. Mir ist das letztlich egal, aber ich kann dann nicht so schön von hinten schieben und komme deswegen nicht so gut voran. Nachdem mein Mädchen das verstanden hatte, hat sie versucht, nebenbei ein paar Lockerungsübungen zu machen und schließlich kam noch ein schönes Stück Strecke zum galoppieren, das macht ja auch so schön locker. Ein schnurgerader Weg und ich bin dann mal losgaloppiert. Und als ich mal in Schwung war, konnte ich ganz leise dieses Kribbeln wieder fühlen. Aber bevor ich dazu kam, dem Gefühl nachzugeben, stand mein Mädchen schon hart auf der Bremse. Menno. Durchparieren, neu angaloppieren. Da fühle ich es aber noch, es kribbelt! Nein nein, anständig sollte ich bleiben. Na gut, ausnahmsweise.
Alsbald danach waren wir dann auch schon wieder auf dem Rückweg und sind noch Richtung Wackelkiste getrabt. Bevor es ans Einsteigen ging, durften wir noch etwas grasen. Dann meinte das Mädchen vom Ausreitkumpel, er könne doch mal zuerst einsteigen. Oh das fand er aber gar nicht lustig! Er kann das prima, aber er fand, wenn ICH noch grasen darf, darf ER das auch und es kommt überhaupt nicht in Frage, dass er schon einsteigt und ich weiterschmause! Da gab es doch noch eine kleine Diskussion, aber schließlich hat er eingesehen, dass er wohl den kürzeren zieht, ist brav eingestiegen und ich dann natürlich auch. Ab nach hause!

Ich möchte festhalten: 16km sind für mich nicht mehr viel. Das schaffe ich jetzt – wie der Mann zu sagen pflegt – „auf einer Arschbacke“. Neue Ziele braucht das Pony! Und mein Mädchen hat meine Botschaft gehört: wenn es kribbelt, muss das raus, überleg dir was dafür – sonst überleg ich mir was!
Euer fitter Sir Duncan Dhu of Nakel