Nächstes Jahr

Der Herbst kommt angeweht. Es wird schon wieder viel früher dunkel und wenn Ende Oktober die Zeit umgestellt wird, werden nicht mehr viele Ausritte mit dem Ausreitkumpel möglich sein. Diego wird jetzt erst wieder vorsichtig antrainiert, da gehen wir jetzt lieber kein Risiko ein mit seinem Bein. Viele Spaziergänge auf glattem Asphalt, später mit Reitabschnitten werden wir machen bevor es wieder richtig losgeht – bis dahin ist November und wer weiß was das Wetter dann tut.

Alleine rausgehen zu üben steht zwar weiterhin auf dem Programm aber ich habe Zweifel daran, dass wir bei Sturm und Regen viele Fortschritte machen werden.

Kurz und gut: dieses Jahr wird im Gelände vermutlich nichts aufregendes mehr passieren. Ich freue mich auf gemütlichere Ausritte und habe schon ein paar Dinge für den Winter auf meiner Wunschliste. Mal bei einer Stangenstunde mitreiten auf einem Hof in der Nähe. Mal eine Trainerin holen die uns was über Intrinzen erzählt. Mal Online-Unterricht zum Thema Wippen machen. Und die Augen offen halten, was sich noch so anbietet an Winter-Beschäftigung.

Ein bisschen frustriert bin ich schon: Wieder ist eine Saison vergangen und ich gehe immer noch nicht allein ausreiten. Wieder ist eine Saison vergangen, in der wir nicht auf dem Trainingsgelände des Pferdefreizeitparks Eidertal waren. Wieder ist eine Saison ohne Distanzritt vergangen. Aber ich weiß auch: jetzt noch unbedingt etwas übers Knie brechen zu wollen ist einer der schlimmsten Fehler die man in der Pferdeausbildung machen kann. Und deswegen denke ich an das was Elsa Sinclair so schön formuliert wenn sie sagt „ich trainiere nicht für heute, sondern für nächste Woche, nächsten Monat oder nächstes Jahr“.

Das bedeutet für mich auch: ich höre jetzt nicht einfach auf, an diese Dinge zu denken. Ich lege sie nicht beiseite und fange im Frühjahr neu an. Sondern ich trainiere alles, was ich trainieren kann – für die nächste Saison. Stangen und kleine Sprünge so lange der Reitplatzboden es möglich macht. Kondition durch lange Schritttouren wann immer das Wetter mitspielt. Und auch alleine rausgehen im Rahmen der Möglichkeiten. Und wenn das bedeutet, dass ich im Winter beim Nachbarn stehe und mein Pony grasen lasse, dann weiß ich: ich tue was für die nächste Saison.

Und im Winter will ich mich vermehrt um alles kümmern, was im Sommer zu kurz gekommen ist. Mehr Freedom Based Training, Bodenarbeit, Clickern, Intrinzen (wenn ich es denn verstehe). Mich vielleicht endlich mal mehr mit enrichment beschäftigen (habe eine schöne Gruppe auf Facebook dazu gefunden wo Ideen geteilt werden). Langweilig wird mir im Winter also nicht werden, so viel steht fest. Nur die Energie muss reichen, wenn die Tage kurz werden und das Wetter ekelhaft. Aber auch da kann mich der Gedanke tragen wofür ich das tue: manchmal eben nicht, weil es mir heute viel Spaß macht, sondern als Training für die nächste Saison. Das wird mein Ansporn, wenn ich denke, dass mein Sofa und eine Tasse Tee viel attraktiver sind als der kalte Offenstall.

Seit angekündigt wurde, dass der nächste Distanzritt im Aukrug schon Anfang April stattfinden wird, ist allerdings etwas mehr Druck hinter diesem Winterplan. Denn ich möchte natürlich gern mit reiten, aber wie schaffe ich es, Duncan im Winter entsprechend fit zu kriegen?

Ich werde versuchen, alles zu verbinden und das beste hoffen für unsere Fitness und dann entscheiden ob wir uns das zutrauen oder nicht. Im Wesentlichen wird das vom Wetter den Winter über abhängen – werden die Straßen frei bleiben so dass ich mit dem Anhänger los kann? Werde ich genug raus kommen um die Kondition zu erhalten? Wird der Reitplatz frostfrei sein so dass ich an der Doppellonge ordentlich viel Galopp-Arbeit und Stangentraining machen kann? Von all diesen Faktoren wird unser Trainings-Erfolg abhängen. Lassen wir uns überraschen…. nächstes Jahr.

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