Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 543

Also kein Montagsausflug. Weil der Ausreitkumpel sich Muskeln wachsen lassen soll. Ich hab übrigens gehört, dass er diese langen Touren ganz schön anstrengend findet. Man munkelt, er habe leichten Protest angemeldet, als er gemerkt hat, dass er wieder so eine lange Tour machen soll. Pah! Das könnte mir nicht passieren! (Ich laufe erstmal munter los und stelle unterwegs irgendwann fest, dass ich müde werde, aber das ist ja wohl normal, oder?).

Mein Mädchen und ich mussten uns also hier zu hause vergnügen. Aber mein Mädchen träumt ja nach wie vor davon, dass wir endlich richtige Ausritte alleine schaffen. Ich würde ja losziehen, aber ich möchte halt links runter vom Hof! Rechts ist mir nicht wohl. Nun kennt ihr ja mein Mädchen: so lange mir rechtsrum nicht wohl ist, findet sie es falsch, allein loszugehen. Also was macht sie: was sie immer macht. Üben! Sie hat sich jetzt vorgenommen so oft wie möglich unser Aufwärmprogramm auf der Straße zu machen. Also gestern Doppellonge bzw Fahren vom Boden. Kringel über den Hof, rechtsrum, linksrum, kurz auf die Straße, wieder auf den Hof. So lange und so oft, bis ich auch rechtsrum munter geradeaus ein paar Meter losmarschiert bin. Dann sind wir zum Reitplatz „gefahren“ und haben dort Doppellonge gemacht. Sie hat wieder mal einen ganz akkuraten Kreis aufgebaut und den soll ich dann laufen. Das ist nicht so einfach wie es klingt, weil sie nur so ganz kleine Hütchen aufgestellt hat, da müssen wir beide genau hinschauen wo es langgeht. Es gibt dann einen inneren und einen äußeren Kreis und dann versuchen wir, das gaaaaaaanz genau zu machen. Aber sie war schwer begeistert, wie schön energisch ich jetzt wieder laufen kann mit meinem durchgeyogaten Rücken. Nach einer Weile waren wir dann fertig und dann hat sie noch ihr Dehnübungsprogramm durchgezogen. Ich finde das immer ein bisschen blöde, weil ich nämlich darauf warte, dass ich grasen darf. Das darf ich ja meistens nach der Arbeit und deswegen bin ich beim Dehnen etwas ungeduldig. Dann durfte ich grasen und mein Mädchen hat Freedom Based Training gemacht. Ich soll nämlich lernen, nicht mit dem Kopf im Gras zu verschwinden und an nix anderes mehr zu denken, sondern meine Umwelt mit im Blick zu haben. Das üben wir jetzt und mein Mädchen findet, das ist alles schon viel besser geworden – ich kann es besser und sie hat besser verstanden, wie sie mir helfen kann.

So viele Übungen an einem Tag – Hof verlassen, Doppellonge, Dehnübungen und „aufmerksames Grasen“!

Aber ganz unter uns: ein zünftiger Ausritt mit dem Ausreitkumpel wäre mir lieber gewesen…..

Euer beschäftigter Sir Duncan Dhu of Nakel

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