Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 542

Heute Nacht war bei uns „Weidedisco“. Nicht, dass wir da Lust drauf gehabt hätten, aber im Nachbardorf war TreckerTreck und die haben bis tief in die Nacht mit ihren riesigen Maschinen irgendwelche Wettbewerbe gemacht und danach noch länger ausgiebig gefeiert. War also nicht so toll mit der Nachtruhe, weshalb wir uns dann morgens erst nochmal ein Nickerchen gegönnt haben. Aber dann war ja bestes Wetter und ich hatte Hoffnung auf einen feinen Ausflug!

Diegos Bein ist wieder dünn und hoffentlich wieder heile. Da niemand genau weiß, was da überhaupt los war, ist das aber nicht ganz gewiss. Deswegen soll er jetzt so wieder antrainiert werden, wie Igel sich lieben, sagt mein Mädchen: gaaaaaaaaaanz vorsichtig.

Die gute Nachricht: das heißt, wir haben einen Sonntagsausflug gemacht. Die schlechte: zum Austoben hat es nicht gereicht. Naja. Also es ging los und der Mann hat ganz getreu dem guten alten Motto gehandelt: wer sein Pony liebt, der schiebt läuft nebenher. 7km haben wir gemacht, natürlich alles im Schritt, wegen antrainieren und Vorsicht und so. Damit wir trotzdem was für unsere Muskeln tun, ging es über den Berg. Und damit ich auch was tue, hat mein Mädchen mich aufgefordert, den schnellsten Schritt zu gehen, den ich so gehen kann. Ach, da war sie aber hoch erfreut, dass durch die ganze Gymnastik und Pony-Yoga und so mein Schritt doch tatsächlich nochmal einen Tick flotter geworden ist. Sie ist übrigens nicht gelaufen, sie hat sich natürlich tragen lassen. Ich bin ja Gentleman….

Am steilen Berg ist sie aber netterweise abgestiegen, sowohl als es steil hoch ging, als auch steil runter. Und an der Landstraße ist sie auch zu Fuß gegangen, weil sie irgendwie ein bisschen nervös war – unsere Panne von neulich sitzt ihr noch in den Knochen.

So von oben fotografiert sind die beiden ganz schön klein!

Also ich sage mal so: es war schön, wieder mal raus zu kommen, aber so ein kleiner Schrittausritt reicht gerade um warm zu werden. Was tut mein Ausreitkumpel derweil? Er trainiert! Schnell und weit. Er ist nämlich – zusammen mit dem schnellsten Pony der Welt – für seinen ersten Distanzritt angemeldet! In zwei Wochen ist es so weit. Und deswegen machen die beiden heute einen zünftigen Trainingsritt und morgen steht er deswegen nicht für einen Ausritt zur Verfügung, weil er seine Muskeln wachsen lassen muss. Schade für mich, schön für ihn. Ich bemühe mich, es ihm zu gönnen, aber ein bisschen neidisch bin ich doch. Mein Mädchen meint, wir werden uns stattdessen mal wieder der Doppellonge widmen, damit ich etwas Energie loswerden kann. Schwacher Trost, aber nützt halt nix.

Euer nicht ausgetobter Sir Duncan Dhu of Nakel

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