Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 541

In Urlaub war sie. Ohne mich. Was soll sowas? Ich hab hier zu hause Langeweile geschoben. Ja, alles ganz nett mit den Kumpels und der Weide, aber das reicht mir halt nicht. Ich habe dann immer Gatsbys Mädchen bei der Stallarbeit beaufsichtigt. Und Eicheln gesammelt – so lange es ging. Denn kaum kam ein Windchen auf und wollte mir mehr Eicheln bescheren – zack! – war der Zaun zu und wir durften nicht mehr auf den Rundlauf. Wegen der Eicheln. Menno.

Naja, Freitag kam mein Mädchen wieder und wir haben gleich etwas Handarbeit (Pony-Yoga) gemacht. Sie war ganz begeistert wie gut ich mitgemacht habe und meinte, vielleicht sei ich wohl mal wieder (vorläufig) fertig mit Pubertät? Samstag dann eine kleine Reiteinheit mit Betonung auf Yoga, Sonntag war sie den ganzen Tag weg, hat einen Kurs gegeben. Wie jetzt, erst Urlaub und dann kein Sonntagsausflug?

Aber am Montag hat sie dann endlich wieder die Wackelkiste rausgeholt. Juhuuu! Ausreitkumpel abholen, an einen schönen Platz fahren und los geht die Gaudi! Mein Mädchen hat mir versprochen, dass ich laufen darf. Aber dann kam sie wieder mit ihren ollen Regeln um die Ecke: sie will die Gangart bestimmen. Mädchen! Wer will denn traben wenn er galoppieren kann? (Sie. Ich nicht.) Ich war artig, hab aber immer wieder nachgefragt. Ach komm schon….. Eeeeeeendlich war es dann so weit. Hoppi galoppi! Und da war sie ganz begeistert. Yoga plus Osteopathie plus Dehnübungen macht den Ritter geschmeidig und den Galopp wunderschön. Ach, da war mein Mädchen happy! Ich auch, weil ich ausgiebig galoppieren durfte. Nach einer Weile meinte sie dann, es sei Zeit, den Rechtsgalopp mal wieder anzufragen. Hat bisschen gedauert, aber dann hab ich ihn gefunden. Und auch der klappt jetzt wieder viel besser und ist nicht mehr so schief und krumm. Nur mein einer Hufschuh hat rumgezickt. Es war nämlich so: vorm Ausreiten, als mein Mädchen mir die Schuhe anziehen wollte, musste sie feststellen, dass ich nicht untätig war, während sie Urlaub gemacht hat. Ich habe eine Menge Horn produziert und so waren meine Füße jetzt zu groß für die Schuhe. Da musste sie erst noch die Raspelmaschine schwingen. Daraufhin haben die Schuhe wieder gut gepasst, aber eben nicht mehr ganz so knalleng gesessen und da fing doch der rechte vordere Schuh wieder an, sich dauernd zu drehen. Nachdem sie ihn zweimal wieder geradegerückt hatte, hatten wir die Faxen dicke und sie hat mir die vorderen Hufschuhe einfach ausgezogen. Die Wege waren gut, das war kein Problem.

Mein Ausreitkumpel war anscheinend auch nicht untätig in den 2 Wochen in denen wir uns nicht gesehen haben – der kann jetzt plötzlich vorneweg laufen! Und hat das auch immer wieder getan. Ach das ist ja mal nett, da kann ich auch mal die Verantwortung abgeben! Wobei: möchte ich überhaupt hinten sein? Im Galopp könnte ich doch mal zeigen, wer hier tempomäßig die Hosen an hat, oder? Nein, war nicht erlaubt. Und weil ich ja so ein Guter bin, habe ich brav meinen Abstand gehalten, auch wenn ich finde, dass das langweilig ist. Apropos tempotechnisch die Hosen anhaben: im Trab ist mein Ausreitkumpel mir diesbezüglich weit überlegen. Aber ich arbeite daran und mein Mädchen fand, dass mein Trab schon deutlich flotter geworden ist. Sie meint, nächstes Jahr kann ich vielleicht genauso flink traben wie mein Ausreitkumpel. Ich meine, Galopp ist eh die schönere Gangart. Wir werden das noch diskutieren müssen, denke ich….

Schaut genau hin, wir Ponys sind beide im Bild!

Naja. Bei Kilometer 13, muss ich gestehen, hatte ich dann einen Anfall von Kopfmüdigkeit. Ich dachte mir, nachdem wir einen schönen Schluck aus einer Pfütze hatten, könnten wir jetzt auch ein Nickerchen einlegen. Mein Mädchen ist abgestiegen und ein Stück zu Fuß gegangen, hat aber gemeint, ein Nickerchen sei leider nicht drin, weil es dunkel wird und wir zusehen müssen, dass wir zur Wackelkiste zurück kommen. Sie hat mich dann überredet, nochmal Pipi zu machen und dann sind wir noch die letzten 2km getrabt, da bin ich wieder aufgewacht. Mein Beine konnten noch gut laufen, nur Denken war halt nicht mehr so meins. Dann waren wir wieder an der Wackelkiste. Wir waren ordentlich durchgeschwitzt und schön ausgetobt. Nach dem Abschwammen war mein Puls aber wieder auf den gewünschten 60 und mein Mädchen war hoch zufrieden mit meiner Fitness.

Die schlechte Nachricht ist: nächsten Montag fällt der Ausflug dann auch schon wieder aus. Menno. Wie soll man sich denn dann austoben? Ich hoffe mein Mädchen denkt sich ein gutes Ersatzprogramm aus.

Euer ausgetobter Sir Duncan Dhu of Nakel

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  1. Avatar von Stella, oh, Stella

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