Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 526

Eigentlich war für heute eine lange Tour geplant. Wir sollten ziemlich weit weg gewackelt werden  und dann ziemlich viele Kilometer machen, auf wichtiger Mission natürlich. Aber das Wetter war nicht auf unserer Seite…. es ist nämlich plötzlich richtig heiß geworden.

Also musste Plan B her und mein Mädchen kam morgens zur Unzeit schlaftrunken in den Stall gewankt. Sie hat gemurmelt, ich sei ja jetzt alt genug um auf sie aufzupassen, während sie noch etwas vor sich hin pennt. Klar, mein Mädchen, ich bin ja schließlich Gentleman! Also hab ich die Verantwortung übernommen und sie hat erstmal nur auf meinem Rücken gesessen und versucht, aufzuwachen. Ich bin ja morgens wach, kein Problem. 

Das Wetter war gerade noch angenehm. Ab ging es wieder auf die vertraute Runde durchs Dorf und dann hinten in den Wald. Dort wollten wir schön traben, aber der Mann war genervt, weil Diego ihn so doll geworfen hat. Mein Mädchen meinte, Übergänge würden helfen, damit Diego mal die richtige Tragemuskulatur aktiviert. Wir sind also vorne weg gegangen und dann ging es los. Schritt -Trab-Schritt-Trab-Galopp-Trab-Schritt. MÄDCHEN! Ich will laufen! Aber sie hat gesagt, da muss ich jetzt kurz durch. Eigentlich müssten wir den Sonntag und den Montag tauschen, meinte sie. Samstags hab ich nämlich immer frei und dadurch hab ich Sonntags so viel Energie übrig, dass da eigentlich so ein Montagsausflug mit dem Ausreitkumpel perfekt wäre. Aber die Wochentage sind nunmal wie sie sind, da kann man nix machen, also muss ich Sonntags Rücksicht nehmen auf Diego und den Mann und darf mich erst Montags richtig austoben. Nach ein paar Übergängen war Diego dann warm und ist vernünftig gelaufen. Wir haben erstmal einen kleinen Galopp eingelegt. Diego war gut drauf und hat ein ordentliches Tempo vorgelegt. Los, mein Mädchen, runter von der Bremse! Ich durfte laufen, musste aber versprechen, kein Wettrennen zu machen (menno) und auf meine Füße aufzupassen. Ja klar, immer doch. Da meine Klebeschuhe von den Vorderhufen wieder runter sind, hatte ich vorne meine Hufschuhe an (hinten sind die Klebeschalen noch drauf). Mein Mädchen hatte also fest damit gerechnet, dass sich da im Galopp was dreht oder wegfliegt, besonders bei dem Tempo. Aber als sie nach dem Galopp nachgeschaut hat, war alles noch an Ort und Stelle! Da hat sie sich doll gefreut und gesagt, ich würde wohl doch schon sehr viel vernünftiger galoppieren.

Weiter ging es im Trab, dann hat der Mann plötzlich angehalten. Er wollte seine Steigbügel kürzer machen um das mal auszuprobieren. Wir Ponys durften derweil schnell etwas Gras schmausen. Dann wieder los, Trab und Galopp, jetzt fand der Mann das auch besser. Ich habe derweil eine neue Regel entdeckt: wenn Spaziergänger kommen, gehen wir ja immer Schritt. Dann grüßen wir freundlich mit „moin!“ dann warte ich 10 Sekunden – und dann will ich bitte weiter traben! So läuft das doch immer! Da brauche ich doch wohl nicht warten bis mein Mädchen was sagt, oder? Sie hat nur gelacht und gemeint, ich hätte das alles voll durchschaut.

Als wir vor dem Dorfkrug waren, musste ich dann doch nochmal was erledigen. Mein Mädchen war nicht begeistert, aber hilft ja nix. Sie steigt ja dann immer ab und sammelt alles ein.  Immerhin bot sich dadurch noch die Gelegenheit für ein schönes Foto.

Auf dem Weg nach hause haben wir dann noch unsere Traversalen geübt – die hat uns der Reitlehrer empfohlen, damit ich meine Beine schlauer setze und die Hufschuhe nicht abtrete. Wir können das auf dem Reitplatz üben, aber ein breiter Weg tut es auch. Und nach einer Weile hatte ich auch geschnallt, was mein Mädchen möchte und hab alles richtig gemacht. Mittlerweile war sie auch wach und wir schon wieder zu hause (ich glaube sie hat den halben Ritt verschlafen.  Aber ich habe ja perfekt auf sie acht gegeben).

Meine Hufschuhe haben perfekt gesessen und mein Mädchen war sehr, sehr glücklich darüber (weil ihr das Geklebe ja so fürchterlich auf die Nerven geht!). Jetzt hofft sie, dass es bald auch hinten mit den Hufschuhen klappt, das werden wir in ein paar Wochen probieren, wenn die Klebeschalen runter sind.

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel mit dem verschlafenen Mädchen

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