Weiter ging unsere Woche am Mittwoch. Am Dienstag hatte mein Mädchen nämlich Geburtstag und hat sich einen Tag „Pony-frei“ genommen, hat einen Ausflug mit dem Mann gemacht. Na gut, sei es ihr gegönnt. Morgens hat sie allerdings erstmal Geschenke bekommen und da ging es natürlich doch wieder um Ponys! Der Mann hat ihr nämlich einen Sattelhalter fürs Auto gebaut. Da hatten sie bisher so eine Stange die sie ins Auto geklemmt hat, Sattel drauf und hoffen dass er hält. Und dann war die Stange immer gerade etwas zu kurz für zwei Sättel, das ist ärgerlich. Also fand der Mann, es sei Zeit für eine bessere Lösung und hat meinem Mädchen etwas tolles gebaut! Jetzt ist der Sattel viel besser untergebracht und fällt nicht mehr runter. Abenteuer wir kommen! Naja, am Dienstag war wie gesagt kein Abenteuer für mich. Aber am Mittwoch kam mein Mädchen gleich morgens an und hat mich fertig gemacht für das nächste Abenteuer. Ab in die Wackelkiste und dann zu einem unserer liebsten Wege. Dort haben wir Ritter Willibald getroffen! Den kenn ich ja nun schon. Dem wollten wir zwei unserer Lieblingswege zeigen. Vom ersten war er auch gebührend angetan. Wir sind schön getrabt und sogar zusammen galoppiert und mein Mädchen fand mich hochanständig, weil ich mir das mit dem Wettrennen verkniffen habe. Sind wir ehrlich: Willi ist derzeit nicht gut im Training, ich weiß dass ich ihn hätte abhängen können…. aber mein Mädchen möchte keine Wettrennen reiten und ich bin ja Gentleman.
Dann ging es ein gutes Stück durchs Dorf, da ist mein Mädchen abgestiegen, weil sie findet, dass ich sie nicht immer die ganze Zeit tragen muss. In dem Dorf gibt es eine Wiese wo ein paar kleine Carusos wohnen. Und heute haben wir festgestellt, dass da ein Mini-Willi dabei ist! Der Willi hat nämlich eine Sonderlackierung auf seiner Rüstung. Nennt sich „Mohrenkopf“ oder „Blauschimmel“ , hat aber mit Käse nix zu tun. Diese Blauschimmel ändern immer ihre Farbe wenn Fellwechsel-Zeit ist. Mal sind sie fast ganz weiß, mal fast schwarz, dazwischen immer so grau. Und nun steht da plötzlich so einer hinterm Zaun und sie genaus aus wie Willi! Nur…. etwas kleiner. Da war der Willi verständlicherweise ganz fasziniert.

Weiter ging es also durchs Dorf zu unserem zweiten Lieblingsweg. Den wollte mein Mädchen gern traben, weil da so viele Fliegviecher unterwegs sind, die uns ans Blut wollten. Aber es stellte sich heraus: da ist einer mit dem Trecker durchgefahren! Und jetzt ist der Weg kaputt. Matschig und rutschig und nicht mehr trabtauglich. Schade! Stattdessen hat aber das Mädchen von Willibald für große Erheiterung gesorgt. Beim durchreiten unter einem tiefen Ast hatte sich nämlich die Fliegenschutz-Decke an Willis Hals gelöst und nun wollte sie die gern wieder festmachen. Aber Willis Hals ist verdammt lang, da kommt man nicht mal so eben vorne an! Mein Mädchen hat versucht, während dem Lachen noch zu filmen, aber das ist nur so halb gelungen. Dann hat sie wieder festgestellt, dass kleine Ponys sehr, sehr große Vorteile haben und sich bei jedem Zweig gefreut, dass sie sich nur etwas ducken musste, während Willis Reiterin gründlich geduscht wurde. Die Zweige waren nämlich alle nass vom Regen. Da es sehr warm war, war das eher erfrischend als ärgerlich.

Der weitere Verlauf des Rittes war unspektakulär, bis wir wieder an den Lieblingsweg vom Anfang kamen. Dort wollten wir ja gern wieder traben, aber vor uns war eine Spaziergängerin mit Hund in den Weg eingebogen. Wir haben dann vereinbart, dass Willi sie einfach über den Haufen läuft und ich sie anschließend noch einmal festtrete. Dann wollten wir sie als Warnung für die anderen liegen lassen. Aber die Spaziergängerin hatte schon Angst bekommen und war an die Seite gegangen und natürlich sind wir wie immer hoch anständig geblieben, im Schritt vorbei marschiert mit freundlichem Gruß und dann erst wieder angetrabt. So sind wir eben, letztlich doch immer nett zu allen.
Im Trab den schönen Weg durch und alsbald wieder an der Wackelkiste. Ich bin in meine eingestiegen, Willi in seine und jeder ist wieder nach hause gewackelt worden.
Zu hause habe ich mich duschen lassen, es war doch einigermaßen warm und ich habe das abduschen ein bisschen für mich entdeckt muss ich sagen! Früher mochte ich das nicht so und mein Mädchen sagt auch immer, dass ich das selbst entscheiden darf, aber wenn ich entspannt stehen bleibe, geht sie davon aus, dass ich das ok finde.
Aber zu Ende war der Mittwoch noch nicht!
Ein paar Stunden später kam meine kleine Freundin! Die hat gemault, weil ich mich nach dem Duschen so fein paniert hatte und sie so viel zu putzen hatte. Mein Mädchen hat nur gelacht und gesagt, sie sei ganz schön verwöhnt von mir, weil ich ja immer so sauber bin. Dann kam der Mann dazu und hat mit Kreide meine Wirbelsäule eingezeichnet, für eine kleine Anatomie-Stunde. Am Ende hatte meine kleine Freundin die alles entscheidende Frage „und wie macht man das, dass das Pferd das dann richtig macht?“ Tja, das, meine kleine Freundin, kann ein paar Jahre dauern. Erstmal muss ich das können und dann musst du das können….

Diesmal hatte mein Mädchen sich einen Filzsattel geliehen und den durfte meine kleine Reiterin jetzt testen. Mein Mädchen ist noch nicht damit geritten, aber ich kenne das ja jetzt, allerhand Sitzunterlagen zu tragen, da ist das auch ok so. Meine kleine Reiterin ist aber noch nicht sicher, ob sie den Filzsattel mag oder nicht, das wird sie nächste Woche nochmal ausprobieren. Der Vorteil war jedenfalls, dass wir ein bisschen traben konnten und sie mal das leichttraben probiert hat – nur um festzustellen, dass das gar nicht leicht ist!
Ausnahmsweise hat sie dafür von meinem Mädchen einen kleinen Service bekommen: sie musste mich nicht nach hause führen, sondern durfte sitzen bleiben vom Reitplatz bis zum Stall.
Danach kam der beste Teil von allen: Möhrenparty! Meine kleine Freundin lässt sich da nicht lumpen, die bringt immer einen Tupper voll Möhren mit und dann wird geschlemmt! Das habe ich mir aber auch redlich verdient, weil ich das mit dem Unterrichten wieder soooooo toll gemacht hab. Und ich habe mit meinen Freunden geteilt, wie es sich gehört.
Euer vielseitig begabter Sir Duncan Dhu of Nakel