Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 513

Sonntagsausflug! Nachdem mein Mädchen ja am Freitag meinte, ich würde immer so doll auf die Vorhand kommen, hat sie sich mal was neues überlegt. Anstatt meinem Sidepull hat sie mir das Bosal angezogen und dann das Gebiss dazu. Ohne Gebiss traut sie sich ja immer nicht so recht, weil sie denkt, ich könnte mal „jung und wild“ sein. Diego geht ja immer nur mit Bosal raus, aber der kann und weiß ja alles und benimmt sich immer und ausnahmslos perfekt (der Streber). Mir traut mein Mädchen ja immer allerhand Schabernack zu obwohl ich wirklich nie Mist baue und doch so ein Guter bin. Ganz schön ungerecht finde ich das!

Na jedenfalls habe ich dann also das Bosal drauf bekommen. Damit üben wir ja immer auf dem Reitplatz und ich verstehe besser, wie ich darauf reagieren soll. Und tatsächlich war mein Mädchen von Anfang an begeistert, wie schön ich damit laufe und ich bin auch begeistert, weil das für mich alles klarer und verständlicher ist. Tatsächlich war mein Mädchen so begeistert, dass sie schon angekündigt hat, das demnächst mal ohne Gebiss zu versuchen, wenn wir in sicherem Gelände unterwegs sind und Diego als Lebensversicherung dabei haben. Als ob ich nicht zuverlässig wäre. Ich werde bald 6 Jahre alt und habe mir noch nie was zuschulden kommen lassen! Aber sie traut mir immer noch nicht über den Weg. Es ist manchmal recht mühsam mit ihr….

Was neues probieren. Hat gut funktioniert!

Wir sind heute durchs Dorf geritten, da haben wir eine Tradition, Diego und ich. Auf dem Hinweg habe nur ich mitten im Ort geäppelt, auf dem Rückweg haben wir uns ein Synchron-Äppeln genehmigt (gibt es das als olympische Sportart?). Beide Male mit dem entsprechenden Gefluche von den Menschen, beide Male hat mein Mädchen dann die Tüte geschnappt und alles eingesammelt um es im nächsten Gebüsch wieder zu entsorgen. Gleichzeitig ärgert sie sich immer über die Anwohner, die gar nicht wissen, was ihnen tolles entgeht für ihre schönen Gärten. Aber anscheinend will ja niemand den guten Stoff haben, denn wenn mein Mädchen das Zeug nicht wegräumt, bleibt es liegen bis es plattgefahren und weggeregnet ist. Also räumt sie es weg, weil wir uns ja nicht unbeliebt machen wollen.

Danach ist sie dann ein Stück zu Fuß gegangen und hat mit mir geschimpft. Weil ich, sobald sie zu Fuß geht, in den Schleich-Modus verfalle, wie sie es nennt. Nachdem ich jahrelang versucht habe, sie zu überreden, schneller zu sein beim Spazierengehen, bin ich ihr jetzt plötzlich zu langsam – sie weiß einfach nicht was sie will. Wenn sie dann wieder aufsteigt, wache ich wieder auf und lege meinen schönsten Turboschritt hin. Ich hab einfach kapiert, dass ich die zu-Fuß-Strecken als geistige Pause nutzen kann! Aber mein Mädchen findet das blöd und meint, auf so einem kurzen Ausritt bräuchte ich sowas doch gar nicht. Dabei weiß ich doch gar nicht wie lang der Ausritt wird, man weiß ja nie auf was für Ideen sie kommt!

Hinten raus aus dem Dorf in den Wald, da wollten wir mal schauen ob der eine Weg wieder frei ist. Ja, er ist frei, wenn man an einer Stelle gut aufpasst, dass man nicht im Sumpf versinkt. Diego war gut drauf und so sind wir ordentlich getrabt. Das war auch nötig, denn die Blutsauger wollten in Heerscharen über uns hereinfallen und uns leerlutschen! Aber im Trab haben sie keine Chance. Dann durchs Dorf wieder zurück (mit Synchron-Äppeln) und dann noch den Weg mit den tiefhängenden Weiden – die hängen so weit runter, dass selbst mein Mädchen sich ducken muss. Ich biete dann immer an, das wegzuförstern, aber natürlich ist das wieder nicht gestattet. Tssss tsss tsss, dabei wäre der Weg dann frei!

Ich würde das ja wegförstern, wenn man mich den lassen würde.

200Meter vor unserem Hof hörten wir es schon donnern und der Mann hat mein Mädchen gelobt für ihr gutes Timing. Und kaum waren wir ausgezogen und die Stalltür hinter uns ins Schloss gefallen, fing es an zu regnen. Ach das war wieder fein, zusammen unterwegs zu sein!

Diegos Fitness ist deutlich gestiegen, er war den ganzen Ausritt fit und fidel, so dass wir jetzt die Strecken wohl wieder etwas steigern können. Mein Mädchen und der Mann freuen sich, dass das Trainingsprogramm so gute Früchte trägt, aber Diego hat mir erzählt, dass er zwischendurch doch etwas Muskelkater hatte von den vielen Doppellongen-Einheiten, die mein Mädchen mit ihm gemacht hat. Aber da hab ich kein Mitleid, ich brauche einen sportlichen Diego damit wir schön ausreiten können!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel mit dem fitten Adoptiv-Papa Diego

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