Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 506

Sonntagsausflug!

Aber bevor es losgehen konnte, brauchte ich erst noch kurz eine osteopathische Behandlung. Ich bin nämlich wieder ganz krumm und schief geworden! Wahrscheinlich eine ungünstige Kombi aus Wachstum, Anweiden (dann kommt der Bauch etwas durcheinander und gast mal ein bisschen auf, da kann man schnell mal krumm werden) und der Tatsache, dass mein Mädchen mit meinen Dehnübungen geschludert hat. Tssss tssss tsss…. Jedenfalls war mein schöner runder Po ganz schief. Also hat der Mann mich erstmal behandelt, bis es einigermaßen wieder gerade war.

Dann in die Wackelkiste und los ging es! Diesmal mit Zwischenstopp. Beim Ausreitkumpel war nämlich die Pferdewaage und Diego sollte da zur Kontrolle nochmal drauf. Mein Mädchen meinte, er hätte zugenommen. Der Mann meinte, er hätte sein Gewicht ziemlich genau gehalten. Und der Mann hat gewonnen, denn Diego hat 590kg, das sind nur 5kg mehr als vor 4 Wochen. Ein gutes Gewicht für ihn, jetzt müssen nur mehr Muskeln dran. Da kommt so ein schöner Ausritt gerade gelegen! Während Diego auf der Waage war, hab ich geübt, tapfer allein in der Wackelkiste stehen zu bleiben bis Diego wieder kommt. Kann ich!

Dann sind wir weitergewackelt worden bis in den Wald. Dort haben wir die gute alte Tour gemacht, die ist fast 10 km lang und ganz schön. Abgesehen natürlich von dem Schotter, den sie an einigen Stellen leider sehr aufgefrischt haben.

Weil ich ja so schief war und weil Diego noch nicht so viele Tragemuskeln hat, sind die Menschen heute ein gutes Stück zu Fuß gegangen. Dann aufgestiegen und los ging es im Trab. Diego war gut drauf und hat ein ordentliches Tempo vorgelegt. Ein frischer, kühler Wind wehte uns um die Nase, da läuft es sich gleich viel besser als wenn es so warm ist.

Mein Mädchen hatte vergessen, mir meine Hufglocken anzuziehen, also war angaloppieren strengstens verboten, denn dann trete ich mir ja immer in meine Schuhe und verdrehe mir die. Da musste ich mich im Trab ein bisschen beeilen, hab ich aber geschafft! Dann kurze Schrittpause, dann noch ein ausgiebiger Trab. Einmal bin ich dann doch kurz in den Galopp gefallen und mein Mädchen hat runter geschielt und gesagt, jetzt ist der Schuh verdreht. Es traf sich aber ganz gut, denn wir waren eh schon da, wo wir traditionell Graspause machen. Da konnte mein Mädchen schnell den Schuh wieder geraderücken.

Nach dem leckeren Schmaus noch ein Kilometer im Trab, aber Diego wurde schon etwas müde, der wurde immer langsamer und fing an zu stolpern. Wir waren aber sowieso auf dem Hauptweg angekommen, da wird der Boden wieder etwas schottrig und also sind die Menschen wieder abgestiegen und ein gutes Stück zu Fuß gegangen.

Zwischendurch zu Fuß, damit unsere Rücken sich erholen können.

Nur die letzten 10 min haben sie sich dann nochmal tragen lassen. Ab in die Wackelkiste und nach hause. Zu hause hat der Mann dann nochmal nach meinem schiefen Becken geschaut. Durch den Ausritt war meine Muskulatur ja jetzt gut durchgewärmt und also konnten wir noch ein paar Dehnübungen nachlegen. Noch bin ich nicht ganz gerade, aber das wird schon wieder, wenn wir jetzt dranbleiben. Ist ja nicht das erste mal, dass ich schief und krumm bin… Jetzt wird wieder viel gedehnt und ordentlich Gymnastik gemacht, sagt mein Mädchen, und wachsen sollte ich jetzt bitte wieder vorn, hinten ist es nämlich genug. Bei dem Thema redet sie mir also immer noch rein, manche Dinge ändern sich wohl nie.

Aber der Ausritt war toll und hat meine Laune deutlich gesteigert.

Euer bald wieder gerader Sir Duncan Dhu of Nakel

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