Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 495

Gestern hatte ich schon wieder einen Spezialauftrag als Lehrpferd! Diesmal kam eine nette Schülerin von meinem Mädchen. Die hat selbst auch Ponys und kann echt gut reiten – nur nicht im Galopp. Im Gelände kann sie voll gut Galopp reiten, aber in der Bahn auf dem Kreis kriegt sie das nicht hin, sagt sie. Und ich kann das gut verstehen! Ich fand das am Anfang auch voll kompliziert. Ich meine: geradeaus galoppieren ist ganz leicht. Aber wenn da immer eine Kurve an der anderen kommt, das ist schon ein anderer Schnack! Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie schwierig ich das am Anfang fand. Erst zu Weihnachten letztes Jahr habe ich es zum ersten Mal geschafft, mit meinem Mädchen auf dem Rücken auf dem Reitplatz zu galoppieren. Also ich verstehe, das man das auch als Reiterin kompliziert finden kann. Und umso mehr war ich natürlich bereit, zu helfen.

Mein Mädchen hat mich an die Longe genommen, damit unsere gemeinsame Reitschülerin nicht auch noch lenken muss. Die hat sich erstmal nur aufs Sitzen konzentriert, während mein Mädchen mir gesagt hat, welche Gangart dran ist. Dann wurde es etwas komplizierter für mich, denn jetzt hatte mein Mädchen zwar noch die Longe in der Hand und im Zweifel auch das letzte Wort, aber meine Reiterin sollte versuchen, mir zu sagen, wann ich angaloppieren soll. Und zwar nicht mit der Stimme, sondern mit ihrem Sitz und ihren Beinen. Mein Mädchen hat derweil ruhig in der Mitte gestanden. Und ich hab das jetzt kapiert: wenn von ihr so gar nix kommt, muss ich mich nach dem anderen Menschen richten, der da ist. Hab ich gemacht. Habe geknobelt und gelauscht und nachgefragt und ausprobiert, bis ich kapiert hatte, was meine Reiterin will. Und was soll ich euch sagen: nach ein paar Versuchen hatten wir beide das schon ganz gut raus! Und jetzt kann meine Schülerin sich auch vorstellen, wie das gehen könnte, im Kreis zu galoppieren. Vielleicht kommt sie nochmal zum üben, mal sehen. Bis dahin ist mein Mädchen wieder verdammt stolz auf mich, weil ich das so toll hingekriegt habe und so schlau rausgefunden habe, wann ich auf wen hören soll. Ja, ich bin eben ein kluger Ritter! Und schon voll das gute Lehrpony, sagt mein Mädchen, vor allem in Anbetracht meiner noch jungen Jahre und spärlichen Erfahrung in dem Job.

Ich kann das!

Euer Galopp-Erklärer Sir Duncan Dhu of Nakel

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