Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 480

Hallo, dich kenne ich doch! Da kam eine Dame, die früher mal auf Merlin Unterricht genommen hat. Und ich bin bekanntlich Merlins Nachfolger und jetzt auch Lehrpony (in Ausbildung). Und diese nette Frau, die durfte jetzt auch mal was mit mir machen. Sie hat ja auch ein eigenes Pony, ein norwegisches, das mir ein bisschen ähnlich ist vom Charakter.

Erst mal habe ich die Kekslage abgecheckt. Eine ganze Tüte hatte sie mitgebracht! Klasse! Und für den alten Merlin eine Banane. Erst mal hat sie mich ein bisschen geputzt, aber bei erwachsenen Menschen mag ich das ja nicht so gern. Nur bei meiner kleinen Freundin bin ich da ganz geduldig, die großen Menschen sollen lieber zusehen, dass sie fertig werden.

Dann ging es auf den Reitplatz und wir haben erst ein bisschen Bodenarbeit gemacht. Ich hab genau hingehört, was sie gesagt hat und mich ganz doll bemüht, alles zu verstehen, auch wenn sie sich etwas anders ausdrückt als mein Mädchen. Zwischendurch hat das Wetter sich dann noch kurz im Datum vertan, gemeint, es wäre schon April und einen kräftigen Hagelschauer auf uns niedergehen lassen, weswegen wir erst nochmal unter Dach geflüchtet sind bis das vorbei war.

Dann sind wir wieder raus gegangen und meine Schülerin durfte aufsteigen und wir haben auch noch ein bisschen reiten geübt. Sie hat immer gesagt, ich würde das toll machen, vor allem dafür, dass ich ja erst 5 Jahre alt bin. Also bitte, ich bin 5einhalb Jahre alt und überhaupt dachte ich wirklich, dass es mit dem „klein“ sein jetzt ein Ende hätte! Menno. Also hab ich mich noch mehr bemüht, alles richtig zu machen. Und wenn ich etwas richtig gemacht hatte, habe ich meinen Keks eingefordert. Ohne Keks kein Hopp, da bin ich konsequent.

Das hab ich toll gemacht! Keks!

Am Ende sind wir sogar noch ein kleines bisschen getrabt und auch das hab ich natürlich alles richtig gemacht. Dann war ich aber auch schon wieder so ein bisschen am Ende meiner Denkleistung angelangt, weil es voll anstrengend ist, wenn jemand so anders redet als mein Mädchen. Also haben wir aufgehört, weil die Menschen wollten, dass ich das alles in guter Erinnerung behalte. Ich durfte auch noch etwas grasen und derweil hat die Besuchsfrau meinem Mädchen erzählt, dass sie findet, dass ich das schon richtig toll gemacht habe. Wo ich doch erst 5 wäre. FÜNFEINHALB! Sie war voll des Lobes, weil ich ihr so ein sicheres Gefühl gegeben habe und so sehr kooperativ bin. Und weil sie auf mir etwas Elementares gelernt hat! Ich hab das nämlich immer dann am besten gemacht, wenn sie am wenigsten gemacht hat. Und das – sagt auch mein Mädchen – müsst ihr Menschen ja immer und immer und immer üben: weniger machen. Stiller sein. Und wenn ich dabei helfen kann, euch das beizubringen, dann mache ich das. So lange die Keksrate stimmt, versteht sich!

Mein Mädchen fand auch, dass ich das ganz wunderbar gemacht habe und sie meint, ich wäre der Sache mit dem Unterrichten schon näher gekommen, weil ich mich mehr auf meine Schülerin konzentriert habe, anstatt immer nur nach meinem Mädchen zu schauen. Ich meine: sie liebt es, wenn ich sie anschaue, das weiß ich ja! Aber wenn jemand anders mit mir was macht dann soll ich mich eben doch eher auf die andere Person konzentrieren. Und auch mit dem Raten bin ich schon besser geworden, findet mein Mädchen. Denn raten muss man als Pony manchmal, wenn jemand sich so anders ausdrückt als man das gewohnt ist.

Also es war rundum gelungen!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel (Lehrpferd in Ausbildung)

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