Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 474

Sonntag! Ihr wisst schon: Ausflugstag!

Vormittags haben wir Ponys erst mal in der Sonne ein kleines Schläfchen gemacht, während die Menschen allerhand zu tun hatten. Nach dem Mittagsheu sind wir dann aber gemeinsam los gezogen! Diego hat sich beim Satteln erst mal beschwert, hat immer den linken Vorderhuf gehoben. Nach einer Weile war das so auffällig, dass mein Mädchen seinen Hufschuh gecheckt hat. Der war hinten ein bisschen verdreht und das hat Diego gedrückt! Mein Mädchen war stolz auf ihn, weil er das so fein angezeigt hat und so hartnäckig, bis sie es verstanden hatte.

Als wir komplett angezogen waren, ging es endlich los. Ich wollte ja links runter vom Hof, das will ich immer. Und ich seh gar nicht ein, warum mein Mädchen manchmal rechtsrum starten will! Was soll das? Also haben wir das kurz ausdiskutiert. Und dabei zieh ich ja irgendwie immer den Kürzeren. Aber naja, ich bin ja froh, wenn wir ausreiten gehen, also meinetwegen rechts herum.

Alsbald wurde uns Ponys klar, was läuft: Bergtour! Diesmal aber über den anderen Berg. Erst geht es da ganz leise den Berg hoch und da hat mein Mädchen schon mal einen kleinen Galopp vorgeschlagen. Ok! Aber als Diego zurück geblieben ist, wurde mir komisch. Irgendwie war mir alles gruselig heute. Mein Mädchen meinte, das läge wohl an dem kalten Wind! Als wir oben auf dem Berg waren, habe ich durchpariert und erst mal einen ordentlichen Satz gemacht, weil ein Weidetor komisch geklappert hat. Mein Mädchen meinte, ich würde wirklich ein bisschen übertreiben, aber kaum hatte ich einmal geatmet, kam von rechts aus dem Wald so ein Mountainbiker und der hat gebremst und dabei ein voll fieses Geräusch gemacht! Für einen Augenblick habe ich überlegt, ob ich umdrehe und das Weite suche. Aber dann hab ich die Situation durchschaut und der Mountainbiker ist voll nett stehen geblieben. Mein Mädchen meinte, dass ich jetzt aber WIRKLICH übertreibe und hat sich gefragt, warum ich eigentlich so spannig bin. Und dann fiel es ihr wieder ein: ich hatte 2 Tage frei! Und das sind nunmal 2 Tage zuviel. Naja, Samstags habe ich meistens frei, aber diesmal hatte ich halt auch schon Freitags frei (warum, erfahrt ihr auch irgendwann noch, aber wahrscheinlich erst in ein paar Wochen). Und so hatte sich ein bisschen Energie angestaut und die möchte irgendwo hin! Mein Mädchen hat dann gesagt, es wird mir gleich besser gehen. Weil wir nämlich den Berg hoch und runter stiefeln. Und dann geht es da ja nicht nur rauf und runter, sondern über den schmalen Weg auch noch rechts und links, zwischen Bäumen durch (mein Mädchen immer: „denk an mein Knie“, ja natürlich tu ich das, bin schließlich Gentleman) und über jede Menge Wurzeln. Also richtiges Ganzkörper- und Aufmerksamkeitstraining. Am ganz steilen Berg sind die Menschen abgestiegen, damit wir da alle heile runter kommen.

Soooooo hohe Berge haben wir erklommen!

Danach ging es wieder Richtung Heimat. Der Mann wollte gern noch „Angebertrab“ üben. Das ist so ein langsamer Trab, den er gut aussitzen kann. Mein Mädchen fand, das ist ein gute Idee und wir können auch mal schön Angebetrab üben. Dabei hat sie sich überlegt, dass so ein bisschen Seitwärts im Trab gar nicht übel wäre. Und ich habe das sooooooo toll hingekriegt! Schulterherein rechts, bisschen Schenkelweichen quer über die Straße, Schulterherein links. Mädchen begeistert und Mann auch! Das haben wir noch ausgiebig geübt und ich wurde immer besser und geschmeidiger. Zwischendurch gab es sogar Kekse dafür!

Ruckzuck waren wir auch schon wieder zu hause. Diego und ich hatten trotz kaltem Wind und Teilentpelzung ganz gut geschwitzt und wir waren alle sehr zufrieden mit unserem Ausflug. Mein Mädchen hat – wie immer – gesagt, wir sollten doch öfter diese Bergtouren machen, weil sie so gutes Training sind. Vielleicht wird es ja mal wahr, wer weiß? Jetzt können wir uns wieder ein paar neue Muskeln wachsen lassen, Diego und ich.

Euer Bergsteiger Sir Duncan Dhu of Nakel

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