Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 443

So, bevor jetzt der letzte Weihnachtstag noch rum geht und ihr nix über meine Geschenke gehört habt, kommt hier mal meine „Beuteliste“:

Unübersehbar ist ja wohl die grüne Schüssel! Extra in „meinem“ grün. Überreicht von einer Dame, die sich voll gut mit Distanzreiten auskennt und die meinte, das sei jetzt meine Distanzreitschüssel. Das ist die Schüssel, aus der ich auf Distanzritten in der Pause ein paar Körnchen essen soll. Körnchen! Da hat mein Mädchen gleich mal gelacht und gesagt, bis ich Körnchen bekomme (also Hafer oder so was leckeres), geht noch viel Zeit ins Land. Aber auf „Pseudokörnchen“ (also getreidefreies Schmatzofatz) könnte sie sich einlassen. Naaaaa gut, aber wenn ich wirklich mal viele Kilometer machen soll, müssen wir schon nochmal über die Körnchen reden, mein Mädchen! Hafer macht nämlich gute Laune, das seh ich doch an Diego! Aber sie meint natürlich, meine Laune sei gut genug.

Geschenke für mich! Mein Mädchen hat auch schöne Sachen bekommen, vor allem zum Naschen.

Außerdem gab es von der netten Distanzreiterin noch fein Leckerchen und eine neue grüne Bürste. Danke!

Mein Mädchen hat ein Geschenk bekommen, da stand ihr Name drauf, aber soll ich euch was verraten? Es war eben doch für mich! Mal sehen wo wir dieses schöne Stück unterbringen, das weiß ich noch nicht. Aber immer gut, wenn mein Name überall steht, damit jeder weiß, wie ich angesprochen werden möchte!

Der Mann hat ein sehr kurioses Geschenk bekommen, das hat auch ein bisschen was mit uns Ponys zu tun. Er kann nämlich jetzt ganz, ganz merkwürdige Fotos von uns machen! Darauf kann er sehen, wie viel Wärme wir abstrahlen. Dadurch können die Menschen sehen, ob bei uns zum Beispiel ein Bein wärmer ist als das andere oder ob an unserem Rücken ein heißer Fleck ist.

So sah ich nach dem ausreiten aus, da seht ihr noch die Wärme die sich unter dem Sattel angesammelt hat.

Mein Mädchen hat noch ein Geschenk bekommen, mit dem sie mich ausspionieren will, aber das funktioniert noch nicht. Soooooo leicht lasse ich mir nicht in die Karten gucken! Sie will nämlich meinen Puls beim Laufen messen können. Aber ich verrate den nicht! Das bleibt mein kleines Geheimnis.

Nachdem ich nun so viele Geschenke bekommen habe, habe ich mich nicht lumpen lassen und meinem Mädchen heute auch noch ein Geschenk gemacht: wir waren alle zusammen auf dem Reitplatz, Diego mit dem Mann und mein Mädchen und ich. Wir haben heute abwechselnd „gearbeitet“, also der Mann ist ein paar Minuten geritten, während mein Mädchen und ich zugeschaut haben und umgekehrt. In der ersten Einheit haben mein Mädchen und ich kurz Handarbeit gemacht, dann Pause und zugucken, dann ist sie aufgestiegen. Ich hab meinen allerschönsten Feiertagstrab hingelegt und da hat es sie gepackt und sie meinte, wir versuchen es einfach nochmal. Tönt es von oben „aaaaachtung…. und hopp!“. Ja ich weiß ja was das heißt aber ich krieg es noch nicht hin! Beim zweiten Versuch hab ich mal angedeutet um zu beweisen, dass ich doch WEISS was ich tun soll . Zack! Keks! Dann hab ich mal nach oben gefunkt: sitz still, schnall dich an, ich kann das ganz allein aber du darfst mich nicht stören! Und als es das dritte mal „aaaaaachtung…. und hopp!“ hieß, bin ich ganz geschmeidig angaloppiert. Nach 3 oder 4 schönen Sprüngen ist mein Mädchen in Jubelgeschrei ausgebrochen, ich habe planmäßig die Bremse reingehauen (soll ich bei Jubelgeschrei) und schon war sie abgesprungen, hat mir viele, viele Kekse gegeben und mich doll gefeiert! Schade, dass ich keine Schleife um den Galopp binden konnte, das war doch mal ein feines Geschenk. So können wir Weihnachten jetzt ganz in Ruhe ausklingen lassen, die Menschen fahren noch in ein schönes Restaurant, wir knabbern unser Heu und morgen überlegen wir, wie das mit dem Alltag noch gleich ging.

Euer jetzt auch auf dem Reitplatz galoppierender Sir Duncan Dhu of Nakel

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