Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 437

Endlich mal wieder ein richtiger Sonntagsausritt! Na das wurde aber auch Zeit. Mein Mädchen wollte soooooo gern in den Wald. Eigentlich wollte sie in ihren Lieblingswald, aber da können wir nur mit der Wackelkiste hin und der Mann hat gesagt bei den Eisresten auf den Wegen ist das zu riskant. Nun ist es ja nicht so, dass wir hier keinen Wald vor Ort hätten. Aber der Wald in die eine Richtung besteht aus Berg und auch da fanden die Menschen das zu riskant, auf Eisspuren den Berg runter zu rutschen. Glück für uns Ponys, wir finden dieses verdammte Bergtraining nämlich wirklich unverschämt anstrengend. Also in die andere Richtung reiten: rein ins Dorf und dann Richtung Nachbardorf.

Aber erst mussten wir vom Hof runter und am Nachbarn vorbei und irgendwie war ich so lange nicht richtig draußen und bei uns war morgens so eine Gruselstimmung gewesen, da wurde mir ganz anders. Obwohl Diego ja dabei war, aber der war am Anfang auch gar nicht so überzeugt. Es ging also mehr schlecht als recht und mein Mädchen meinte schon, wir sind alle ganz furchtbar aus der Übung mit dem Ausreiten und es wird dringend Zeit, dass wir wieder in Schwung kommen.

Als wir den Nachbarn geschafft hatten wurde es besser, aber an einigen Stellen lag was am Wegesrand, was für mich verdammt nach toten Reitmeistern aussah! Oh das war mir aber sehr gruselig! Bis mein Mädchen mich mal an so einen Haufen hat hingehen lassen und ich feststellen konnte: dieser Schnee war nie beseelt. Nur schnöder Schneerest, kein toter Reitmeister. Danach konnte ich das ignorieren.

Als Diego und ich schön warmgelaufen waren und unsere Diesel-Motoren das Porsche-Niveau erreicht hatten, ging es dann auch los mit etwas Trab. Diego ist anscheinend wieder ganz der Alte mit seinem Huf, denn er hat einen dermaßen fixen Trab vorgelegt, dass mein Mädchen ganz ohne Murren gestattet hat, dass ich galoppiere, weil sie wohl auch eingesehen hat, dass die beiden sonst schnell als Punkt am Horizont verschwinden und wir nur noch hinterherwinken können, wenn wir uns nicht ein bisschen ranhalten.

Der Wald ist leider nicht mehr so romantisch wie früher, man hat dort so eine Art „Autobahn“ gebaut, eine ganz breite Schneise, wo man wohl mit den ganz breiten Maschinen durchfahren kann. Wissen diese Leute nicht, dass unsere Kollegen, die Kaltblüter, Holz ganz schonend aus dem Wald holen können? Stattdessen schlagen sie breite Schneisen. Andererseits: eine Autobahn ist doch der Ort für Geschwindigkeit oder? Also sind wir nochmal schön getrabt und Diego wurde noch viel schneller und ich bin ganz lässig mit galoppiert und hab immer schön auf Stimmkommando durchpariert und bin dann ebenfalls auf Kommando wieder angaloppiert. Zack – Mädchen stolz!

Als wir nach hause kamen, hatten wir 10km auf der Uhr und auch ganz schön geschwitzt aber wir waren alle sehr zufrieden.

Mein Mädchen sagt, viele von euch werden unser Foto nicht schön finden, weil alles so grau aussieht (inklusive meiner Ohren!), aber wir mögen dieses neblige Wetter gern. Wir mochten auch den Schnee gern! Aber dann können wir nicht mit der Wackelkiste los. Jetzt hofft mein Mädchen auf nächstes Wochenende, vielleicht können wir dann in den Lieblingswald fahren. Bis dahin soll Diego noch ordentlich Sport machen, der braucht dringend mehr Muskeln nach der ganzen Humpelei. Ich soll auch ordentlich Sport machen, wegen der Wintervorräte, die ich mir angelegt habe. Aber ich kann auch Sport machen UND Wintervorräte haben, da bin ich voll flexibel.

Euer endlich mal wieder richtig ausgerittener Sir Duncan Dhu of Nakel

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