Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 426

Mein Mädchen kämpft noch mit der Technik, aber ich kann euch ja trotzdem was erzählen. Und ihr bemüht einfach eure rege Phantasie für die Bilder.

Weil ich euch doch versprochen hatte, von jedem alleine-Ausreiten zu erzählen!

Wir waren nämlich am Freitag wieder los. Der Mann wieder zu Fuß mit Diego, mein Mädchen diesmal mit Sattel, ich mit Hufschuhen vorne. Ich war ein bisschen vollgefressen von der Weide, das war ungünstig und mein Mädchen hat gesagt, das machen wir nicht mehr, so direkt nach der Weide losgehen. Aber nun war es mal so und wir haben es eben ausprobiert.

Im Schritt sind wir zusammen los, am zweiten Nachbarn vorbei und dann sind mein Mädchen und ich erst mal munter los getrabt und haben die anderen beiden hinter uns gelassen. Nach einer Weile kommt eine Kurve und da war rechts auf dem Feld ein Trecker und das Feld geradeaus sah ganz merkwürdig aus. Da wurden meine Ohren sehr spitz – Diego war ja längst außer Sichtweite also eigentlich waren wir allein! Mein Mädchen hat überlegt, ob sie absteigt, dann aber beschlossen, dass das geht. Sie hat mich so gelenkt, dass ich mir das Feld aus verschiedenen Winkeln anschauen konnte und schließlich wurde klar, dass da nur so komische Linien drin sind und nicht etwa – wie wir anfangs dachten – Pfosten oder Tiere auf dem Acker stehen. Derweil hat mein Mädchen nach dem Trecker gelauscht und fest gestellt, dass der uns entgegen kommt, wenn wir jetzt um die Kurve reiten. Entgegenkommen ist ok, wäre er von hinten gekommen, hätte sie sich mehr Sorgen gemacht. Aber mich hat der Trecker nicht gestört. Was mir sehr wohl gestört hat waren die Rinder! Es ist so: auf unserer „Hausrunde“ gibt es ja so einen kleinen, schmalen Weg, den mein Mädchen den „Dornröschenweg“ nennt, weil man sich da manchmal so halb durch die Dornenbüsche schlagen muss. Der Weg reicht genau für ein Pony zum durch gehen. Rechts ist der Stacheldrahtzaun, hinter dem neuerdings die Kühe wohnen, links ist etwas Gebüsch und dahinter ein tiefer Graben, in den man keinesfalls reinfallen sollte. Es ist also so: wenn ich mich auf dem (zum Glück recht kurzen) Weg erschrecken sollte, ist es nicht ratsam, einen Satz zur Seite zu machen. Und das ist immer die Angst, die mein Mädchen hat. Und die Rinder, die waren sehr nah am Zaun, eines lag sogar ganz direkt neben dem Zaun! Da haben mir die Nerven doch etwas geflattert und ich bin stehen geblieben. Mein Mädchen hatte auch das Nervenflattern und also durfte ich einfach grasen bis schließlich Diego und der Mann gekommen sind. Diego ist dann (wie immer völlig unbeeindruckt) vorneweg gegangen und mein Mädchen und ich hinterher.

Danach kommt der schöne Grasweg. Nachdem mein Mädchen es geschafft hatte, wieder auf meinen Rücken zu klettern, sind wir den Weg wieder solide durchgetrabt, genau wie letztes Mal. An der großen Eiche links, noch ein bisschen Trab, dann Schritt weil der Weg steinig ist und bergab geht. Am Baum wollte ich grasen, aber mein Mädchen meinte, ich sei ja nun schon auf der Weide gewesen und hätte unterwegs noch 2 Graspausen gehabt, jetzt sei es mal gut und wir reiten jetzt nach hause. Noch ein kleines bisschen Trab und schwups, waren wir daheim. Diego und der Mann kamen erst 10 min später, da war ich schon komplett abgesattelt und ausgezogen! Mein Mädchen war sehr stolz auf uns und sagt, es dauert nicht mehr so lang, bis wir das auch allein schaffen. Nur wie wir es mit dem Dornröschenweg machen, das weiß sie noch nicht genau.

Euer (fast) allein ausreitender Sir Duncan Dhu of Nakel

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