Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 424

Neulich waren wir wieder alleine ausreiten ohne alleine auszureiten. Diesmal in der Version für Fortgeschrittene. Das war so: Der Mann hatte plötzlich beschlossen, dass er mit Diego die Hausrunde spazieren geht. Und mein Mädchen hat ihre Chance gewittert und gefragt ob wir mitkommen dürfen. „Ich will aber flott gehen“ sagt der Mann. Was soll das nun wieder heißen? Als ob ich nicht flott wäre! Na gut, Diego ist natürlich im Schritt soooooo schnell, da komme ich mit meinen kurzen Beinen nicht hinterher, das wissen wir ja. Aber uns hat das gut in den Kram gepasst, denn wir konnten dann üben. Wir sind einfach an Diego vorbeigetrabt und dann getrabt, getrabt, getrabt, ganz alleine vorne weg. Weil es nur so eine kleine Runde war, hatte ich aber keine Schuhe an und prompt hab ich mir einen Stein eingetreten und mein Mädchen musste absteigen und mir den Stein aus dem Huf fummeln, weil der mich beim Laufen gestört hat. Dann ist sie wieder rauf geklettert und wir sind weiter gegangen (im Schritt, weil der Boden da so fies war). Diego hatte uns natürlich alsbald eingeholt und wir haben eine Graspause gemacht. Dann ging es wieder los und wir sind wieder vorneweg getrabt. Den ganzen langen Grasweg durch. Mein Mädchen hat uns immer Mut zugesprochen. „Wir können das“ hat sie gesagt und nach einer Weile haben wir das dann auch beide wirklich geglaubt. An der großen Eiche haben wir kurz angehalten und ein Auto vorbei gelassen, dann noch ein Stück Trab und ein Stück Schritt und wir waren am Baum. Dort ist sie abgestiegen und ich durfte grasen. Mein Mädchen hat auf die Uhr geschaut und sich gefragt, wann Diego und er Mann wohl kommen. Nach 4 Minuten meinte sie, wir gehen jetzt allein nach hause. Wir sind dann losgegangen und Diego hat uns nach und nach noch eingeholt, so dass wir ungefähr gleichzeitig zu hause waren. Mein Mädchen und ich waren sehr, sehr stolz auf uns und mein Mädchen sagt, sie hat drei Sachen gelernt: Nicht ohne Schuhe, lieber mit Sattel (sie hatte nur ihr Pad drauf) und besser geht es uns beiden im Trab. Im Schritt haben wir einfach zu viel Zeit, nachzudenken und gruselige Sachen zu entdecken. Im Trab kommen wir schön in unseren Rhythmus und fühlen uns viel besser. Ich finde Trab ja sowieso besser.

Da Diego in den letzten Tagen ein bisschen gehumpelt hat, steht heute kein großer Ausritt an, also wiederholen wir wahrscheinlich diese Übung, diesmal für die ganz Fortgeschrittenen, sagt mein Mädchen. Ich bin gespannt, was das bedeutet!

Euer allein ausreitender Sir Duncan Dhu of Nakel

P.S. kein Foto – der Mann hat es versucht, aber wir waren einfach viel zu schnell außer Sichtweite!

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