Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 420

Allerfeinstes Herbstwetter! Da wäre doch ein schöner Ausritt am Sonntag dran gewesen – Stichwort Romantik – und ein flotter Trab am Montag mit dem Ausreitkumpel!

Stattdessen hab ich Langeweile geschoben. Mein Mädchen ist am Sonntag noch nicht mal im Stall aufgetaucht! Der Mann kam zum füttern und hat gesagt, sie liegt mit einem fiesen Virus im Bett und kann nicht ausreiten gehen. Menno.

Am Montag kam sie dann selbst in den Stall gekrochen um uns unser Heu zu geben und hat mich ganz traurig angeschaut, weil sie nix mit mir machen konnte.

Am Dienstag ging es zum Glück schon wieder besser und sie hat es wenigstens schon mal geschafft, den Rundlauf für uns wieder zu eröffnen, aber erst nachdem sie alle Eicheln weg geharkt hatte. Eine Gemeinheit ist das! Das wäre doch mal ein Festessen geworden! Aber sie gönnt uns wirklich nix. Angeblich sind zu viele Eicheln sehr ungesund. Pah! Das sagt sie bestimmt nur so.

Die paar Eicheln hätten wir doch fix weggenascht……

Danach hatte sie dann noch genug Energie um mit mir ein bisschen Bodenarbeit zu machen. Sie hat ein paar Stangen hingelegt und mit mir „Füße sortieren“ geübt. Als ob ich das üben müsste!

Rechte Beine rechts, linke Beine links. Kann ich.

Nachdem ich die ersten zwei Übungen einfach mal so nebenbei erledigt hatte, hat sie mir die Stangen als „Mikado“ hingelegt. Teilweise waren die ganz schön hoch! Ja ich weiß, eigentlich soll man beim Mikado keine Stangen durch die Gegend werfen. Aber ich verrate euch was: Wenn man den Huf ganz knapp zu wenig hebt, dann in der Bewegung innehält, das Mädchen anblinzelt, mit dem Bein die Stange vom Block wirft und dann stehenbleibt und „ups, runtergefallen!“ signalisiert, kriegt man doch sehr lustige Reaktionen vom Mädchen! Sie hat mir dann die Aufgabe einfacher gemacht. Und noch einfacher. Bis ich schließlich gnädig war und die Beine genug gehoben habe, so dass die Stange liegen geblieben ist. Schließlich war sie ja noch etwas angeschlagen, da muss man auch mal Gnade vor Recht ergehen lassen. Aber ich denke, ich habe meinen Standpunkt klar gemacht: Stangen, die im Weg herum liegen, werden weggeräumt. Füße heben tu ich nur, wenn es nötig ist.

Klar KANN man da rüber steigen. Aber warum?

Heute hat sie die Stangen dann auch wieder sinnvoller verwendet, wir haben ein bisschen reiten geübt und die Stangen zur Orientierung im Raum verwendet, das leuchtet mir ja eher ein.

Hoffentlich ist sie jetzt bald wieder ganz fit, schließlich wollen wir am Sonntag zum Gruselparcours gehen und unser Kostüm präsentieren und das wollen wir vorher auch noch einmal ganz richtig üben!

Euer nicht ausgerittener Sir Duncan Dhu of Nakel

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