Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 418

Diese Woche haben wir endlich mal wieder einen Montags-Ausflug mit dem Ausreitkumpel gemacht. Juhuuuuu! Weil es ja schon wieder so früh dunkel wird, fahren wir nicht mehr irgendwo hin, sondern haben dort jetzt so eine Standardrunde, die man auch im Dunkeln noch gut reiten kann. Ich werde also mit der Wackelkiste zum Ausreitkumpel befördert, dort sattelt mein Mädchen mich (derzeit unter erschwerten Bedingungen, weil auf dem Platz wo ich dabei stehe, soooooooo viele leckere Eicheln am Boden liegen, die ich NICHT essen darf! Das ist schwer!), und dann gehen wir los, die Mädchen erst mal zu Fuß. Wir gehen ein kleines Stück durchs Dorf und kommen dann in den Wald, wo die Mädchen von einem großen Haufen Baumstämme aus auf unsere Rücken klettern. Wenn sie dann aufgestiegen sind, geht es auch direkt im Trab los.
Aber diesmal war was anders, uns haben nämlich zwei Hunde begleitet und den einen davon kannte ich noch nicht. Hab ich mir erst mal angeschaut und der Hund hat mich angeschaut und dann haben wir vereinbart, uns so gut wie möglich zu ignorieren (so soll ich das machen mit Hunden) und dann geht das. Aber der Hund hatte da was nicht verstanden…. Na jedenfalls, kaum war mein Mädchen aufgestiegen, kam der Hund auf die Idee, auf den großen Stapel Baumstämme zu klettern! Und da stand er nun, mit seinem Leuchthalsband, ganz oben über unseren Köpfen! Und das fand ich nicht lustig. Ich hab meinem Mädchen gesagt, dass ich jetzt hier weg muss und nicht mehr mitmache. Hab mich umgedreht und wollte zurückgehen, aber sie hat mich gebremst und mit mir geredet und mich beruhigt und gemeint, das geht schon. Der Hund ist derweil von dem Holzstoß runtergekommen und ich hab mir dann erstmal einen Keks geben lassen. Aber ich war ganz durcheinander und wollte einfach lieber irgendwo anders hin gehen. Umdrehen durfte ich nun nicht, aber ich wollte dann stattdessen in den Wald abbiegen, einfach irgendwo anders hin! Mein Mädchen hat mich aber nicht gelassen, sondern gesagt, ich soll einfach vorwärts gehen, das ist die beste Art, Stress abzubauen. Geradeaus los und Trab. Ich war noch nicht überzeugt, aber weil ich so ein Guter bin, hab ich das mal versucht.


Und was soll ich sagen: sie hatte recht. Nachdem wir ein paar Minuten getrabt waren, wurde mir besser. Und noch besser. Und dann hatte ich mich eingelaufen und der Hund ist einfach so mitgelaufen und das ging alles. Und als ich dann mal im Fluss war, hab ich so meinen Rhythmus gefunden und der Ausreitkumpel, der erst vorneweg gelaufen war, hat sich hinter mir einsortiert und dann sind wir getrabt. Einfach so ganz gleichmäßig, das hatte sich mein Mädchen gewünscht, weil wir das so lange nicht gemacht haben. Völlig störungsfrei, keine Autos, keine Radfahrer, keine Fußgänger, einfach niemand unterwegs und niemand der uns nervt – abgesehen davon, dass mein Ausreitkumpel mich gelegentlich in den Po kneifen wollte (wehe! Ich hab dann immer gemeckert, er soll mich gefälligst nicht bei der Arbeit stören und das Mädchen vom Ausreitkumpel hat ihn dann zurückgenommen, damit er mal 10cm mehr Abstand hält. Also wirklich, andere während des Ausreitens in den Po kneifen, sowas macht man doch nicht! Also, es sei denn man ist ich. Ich darf so was. Aber alle anderen nicht!!)


35 Minuten sind wir durchgetrabt und haben dabei 6,3km zurückgelegt. Schnell ist das nicht, aber wir waren ganz gleichmäßig unterwegs. Ich bin über die Zeit immer noch ein kleines bisschen schneller geworden, weil ich so schön warm wurde und in Fahrt gekommen bin. Ich wäre auch noch ein gutes Stück weiter getrabt, aber der Weg war zu Ende und wir waren wieder am Aufsteigepunkt. Kurz Schritt, dann eine schöne Graspause, während der mein Mädchen erst mal ihr ganzes Fell abgeworfen hat, weil ihr viel zu warm war, und dann zu Fuß nach Hause.
Ach, das war schön! Mein Mädchen war auch ganz entspannt, hat gesagt, das wäre wohl dieses „Runners High“ obwohl sie ja gar nicht gelaufen ist. Aber sie mag das, wenn ich wie eine kleine Dampflok einfach meines Weges ziehe und sie nichts weiter zu tun hat, als möglichst wenig zu stören.
Jetzt hat sie Muskelkater. Jaja, ihr habt richtig gehört! ICH laufe und mein Mädchen hat den Muskelkater. In den Waden, vom Stehen in den Bügeln. Tja, einer von uns braucht noch mehr Fitnesstraining glaube ich!

Nicht zu übersehen: Ausreitkumpel, sein Mädchen und Hund


Mittlerweile war es ganz dunkel geworden, aber meinen Ausreitkumpel und seine Crew kann man nicht verfehlen, so wie die leuchten und reflektieren. Ich tu das auch, aber nicht ganz so krass, mein Mädchen meint, wir rüsten da nochmal ein bisschen auf.
Hoffentlich machen wir das nächsten Montag wieder! Wenn wir Glück haben und das Wetter oft genug mitspielt, sagt mein Mädchen, können wir auf diese Art die Kondition einigermaßen halten über den Winter und haben dann, wenn es im Frühling wieder länger hell ist, schon einen guten Startpunkt für längere, schnellere Ritte. Unser Gedenkritt steht schließlich auch immer noch aus! Und wer weiß, vielleicht, vielleicht können wir nächstes Jahr im Herbst einen Distanzritt wagen, wenn es gut läuft, das wäre doch mal eine Abenteuer! Bis dahin träumen wir noch ein bisschen und üben das gleichmäßige Traben mit dem Ausreitkumpel. Mit Diego üben wir sonntags das galoppieren, sagt mein Mädchen. Ach das klingt alles so vielversprechend!


Euer trabender Sir Duncan Dhu of Nakel

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