Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 415

Eigentlich wollte mein Mädchen ja heute die Tour von Sonntag wiederholen und mit mir üben, dass ich nur traben soll, wenn sie nix von Galopp gesagt hat. Aber heute ist Sturm. Und also kein Ausritt. Sie meinte, wenn sie die Zeit und Energie hätte, würde sie bei dem Wetter mal eine schnelle 15km Tour mit ausgiebigem Trab machen wollen, aber heute hat sie weder die Zeit, noch die Energie. Also was hat sie sich überlegt? Dass sie mich mal wieder an die Longe nehmen könnte. Und da könnte ich mich so richtig austoben. Und wir könnten da ja auch das mit dem Trab und dem Galopp üben.

„Leider“ ist auf unserem Sommerreitplatz so viel Gras, dass man da im Moment zwar hervorragend essen könnte, aber mein Mädchen da nicht gut laufen kann. Also sind wir auf den normalen Reitplatz gegangen, auch wenn es da viel enger ist. Und dann ging es los. Trab und dann ist sie im Trab neben mir die lange Seite runter gesprintet. Weil sie weiß, dass ich dann ordentlich Gas gebe und oft auch mal angaloppiere. Sie wollte jetzt üben, dass ich das nicht tun soll. Ich hab einmal angefragt ob Galopp ok wäre, sie hat einmal nein gesagt und danach hab ich die ganze Zeit einfach alles immer perfekt gemacht. Hab mir Kekse geben lassen für richtiges Zulegen im Trab ohne Angaloppieren, für Durchparieren vom Galopp zum Trab und vom Trab zum Schritt und hab überhaupt insgesamt „rumgestrebert“ wie mein Mädchen sagt. Naja, im Galopp hab ich mal ein paar lustige Hüpfer hingelegt, aber das ist ja an der Longe erlaubt, so lange ich nicht an der Longe ziehe (was ich selbstverständlich nicht getan habe!).

Gegen Ende, als mein Mädchen noch einen letzten Galopp angesagt hatte, dachte ich, ich könnte das Ganze nochmal etwas aufpeppen und bin voll durchgestartet. Aber bevor irgendwas anderes passiert ist, hat es mir voll die Hinterbeine weg gezogen und ich bin platt auf der Seite gelandet! Mein Mädchen fand, das wäre eine sehr logische Konsequenz daraus, wenn man Quatsch macht. Also hab ich das gelassen, hab auch die letzten Minuten noch gestrebert und durfte dann noch etwas grasen.

Hier hat es mir die Hinterbeine weggezogen und ich fand mich auf der Seite wieder! Sowas kommt von sowas, sagt mein Mädchen.

Fürs Rumstehtraining (was mein Mädchen immer macht, während ich grase) hat sie mich heute nicht los gemacht wie sonst, sondern die Longe in der Hand behalten aus Gründen wie „Pubertät“, „Quatschkopf“ und „Energieüberschuss“. Naja, egal, ich durfte mich ja trotzdem bewegen wie ich wollte und habe mir noch ein paar Kräuter vom Wall gezupft bevor dann endgültig Feierabend war.

Komischerweise wollte sie heute die Longe lieber dran lassen. Na egal, hauptsache grasen.

Leider gestaltet sich dieser Feierabend so gar nicht nach unserer Vorstellung, denn man hat uns den Zugang zu den Eicheln versperrt! Was soll denn das? Da kommen doch heute all die leckeren Dinge von den Bäumen gepurzelt und dann dürfen wir da nicht hin? Angeblich sind wir „aufgespeckt“ und zu „mopsig“ und brauchen auf keinen Fall noch Mastfutter. Menno.

Jetzt muss ich mal sehen, wen ich den Tag über noch so ärgern kann, um meine stürmische Energie los zu werden.

Euer Streber Sir Duncan Dhu of Nakel

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