Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 403

Ich hatte ja versprochen, euch jedes mal davon zu erzählen, wenn mein Mädchen und ich ganz allein los ziehen. Auch wenn es vielleicht nicht viel zu berichten gibt, sollt ihr doch bei unserem größten Langzeitprojekt auf dem laufenden bleiben!

Diesmal war ganz schön was los. Als ich gerade fertig angezogen war und mein Mädchen die Aufsteigehilfe geholt hat, kam doch glatt ein fremdes Pony am Hof vorbei geritten und lief genau in die Richtung in die wir auch wollten! Da war mein Mädchen erst mal total genervt, denn das Pony war sehr langsam unterwegs und es war völlig klar, dass wir es überholen müssen, wenn wir jetzt in die gleiche Richtung gehen. Sie hat kurz überlegt, ob wir in die andere Richtung reiten, dann hat sie überlegt, ob wir warten und während sie so überlegt, sieht sie, wie das Pony antrabt und also schnell Land gewinnt. Na dann können wir ja doch los!

Diesmal bin ich hoch anständig wie ein Vollprofi vom Hof marschiert, aber kaum waren wir runter vom Hof, kam ein Moped angesaust. Da hat mein Mädchen mich nochmal angehalten und mir einen Keks gegeben, weil wir sowas zwar können, wenn wir mit anderen zusammen unterwegs sind, aber allein sind wir beide uns da noch nicht ganz so sicher. Ich war dann auch erst mal gar nicht so sicher, ob ich weiter gehen möchte. Mein Mädchen hat gewartet, ob ich mich vielleicht noch aufraffen kann, ich hab darüber nachgedacht, dann hat sie mich nochmal gefragt ob es losgehen kann und ich fand: ja, es kann los gehen. Also los.

Kaum war ich wieder in Gange, kam uns doch das fremde Pony entgegen! Mein Mädchen war dezent nervös was ich davon wohl halte, aber ich bin da ganz artig vorbei gegangen. Anhalten, Keks!

Weiter ging es Richtung Baum. Nach der Aufregung musste ich erstmal feste abschnauben, drei mal. Das fand mein Mädchen gut und hat gleich noch einen Keks raus gehauen.

Ich hab dann Maß genommen auf den Baum, wo ich doch weiß, dass ich da grasen darf! Fand mein Mädchen doof und meinte, wir gehen jetzt noch ein Stück um die Kurve, aus Prinzip. Aber nach ein paar Metern hatte sie ein Einsehen, ist abgestiegen und ich durfte schön grasen.

Lecker Gras! Im Hintergrund: DER Baum.

Als ich (nach Meinung meines Mädchens) lang genug gegrast hatte, sollte es wieder nach hause gehen. Es hat aber etwas gedauert mit dem Aufsteigen und so war ich doch leicht strapaziert und wollte dann auch fix wieder zurück, als sie wieder auf meinem Rücken saß. Das war ihr ZU fix und sie ist wieder abgestiegen und lieber ein Stück zu Fuß gegangen. Dann wieder rauf. Ich wollte Turboschritt mit Tendenz zum Trab, aber das fand mein Mädchen blöd und hat gebremst. Wenn ich langsamer wurde, hab ich dann immer einen Keks bekommen. Alsbald ist sie auch schon wieder abgestiegen, weil Autos kamen und sie sich nicht so sicher war, wie wir das schaffen.

Dann ist sie aber wieder aufgestiegen, denn sie wollte unbedingt nach hause reiten, weil wir ja traditionell dann nochmal auf den Reitplatz gehen und ein bisschen traben.

Diesmal hab ich auch nicht „die Kurve gekratzt“, sondern bin hoch anständig so gelaufen, wie sie gelenkt hat. Auf dem Weg zum Reitplatz bin ich am Stromzaun nochmal stehen geblieben, aber mit etwas Bedenkzeit und gutem Zureden kann ich das dann doch immer. Auf dem Reitplatz noch schön traben geübt, das kann ich ja jetzt auch voll gut. Und antraben aus dem Stand haben wir auch versucht. Aber da mein Mädchen und ich beide nach so einem aufregenden Allein-Ausritt nicht so konzentriert und entspannt sind wie sonst, ist unser Anspruch nicht so groß.

Nach ein paar Minuten war dann auch schon Feierabend und mein Mädchen war insgesamt ganz zufrieden. Nur dass ich so flott nach hause wollte, fand sie nicht so gut. Deswegen hat sie jetzt den Mann gefragt und sie haben noch einen neuen Übungsplan ausgeheckt, da lass ich mich mal überraschen, was ich da wieder machen soll.

Irgendwann, sagt mein Mädchen, ziehen wir wie die Vollprofis alleine los. Davon ist sie überzeugt. Ich übrigens auch. Weil wir bisher alles irgendwann hingekriegt haben, was wir uns vorgenommen haben.

Euer allein ausreitender Sir Duncan Dhu of Nakel

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