Aus dem Tagebuch des Sir Duncan Dhu 391

Dienstaaaaaaag! Als mein Mädchen mich vom Paddock gerufen hat, hab ich sie erst mal fröhlich angebrummelt. Das tu ich äußerst selten und deswegen fragt sie sich jetzt die ganze Zeit ob das bedeutet, dass ich wusste, dass wir einen Dienstagsausflug mit dem Ausreitkumpel machen. Ja na klar wusste ich das! Aber woher ich das wusste, das bleibt mein kleines Geheimnis. Mein Mädchen muss ja auch nicht ALLES erfahren. Jedenfalls hab ich mir brav meine Schuhe anziehen lassen und die Panade vom Pelz bürsten und dann ging es ab in die Wackelkiste. Auf dem Weg zum Ausreitkumpel fing es an zu gießen wie aus Eimern und mein Mädchen hat gehofft, dass das Mädchen vom Ausreitkumpel sich irgendwo unterstellt und wir alle abwarten bis es aufgehört hat – aber das Mädchen vom Ausreitkumpel wollte mein Mädchen nicht warten lassen und stand parat, so dass mein Kumpel im Starkregen in die Wackelkiste gelaufen kam (und heilfroh war, dass es da drin so schön gemütlich trocken ist und man in Ruhe Heu essen kann). Wir sind dann in einen neuen Wald gefahren und als wir dort waren, schien die Sonne ganz unschuldig vom Himmel und es wurde wieder schwül warm. Egal, denn wir wollten ja jetzt los! Erst mal größere Dramen seitens des Ausreitkumpels. Da sein Mädchen ihn ein paar Wochen nicht reiten konnte und jemand anders ihn geritten ist, hat er sich ein paar Marotten angewöhnt – oder soll ich sagen, er hat sich an welche von früher erinnert, als er noch klein, frech und ungezogen war. Also konnte er nicht still stehen beim Aufsteigen und beim Nachgurten und er musste ständig rum tüddeln. Ich hab gewartet, mich benommen wie ein Superstar und mir dafür ab und an einen Keks geben lassen. Dann ging es endlich los. Rein in den Wald und einfach mal den Reitwegeschildern nach. Aber ach! Schon nach knapp 2km wurde der Weg sehr wild, überwachsen und mit Baum-Resten übersät. Erst sind wir tapfer weiter marschiert, aber dann wurde uns klar: hier ist kein Weg. Also umdrehen. Kurze Zeit nach dem Umdrehen mussten wir aber fest stellen, dass mein Ausreitkumpel einen Hufschuh verloren hatte! Also ist der Ausreitkumpel wieder umgedreht und zurück ins Unterholz, während ich weiter Richtung großem Weg gegangen bin und wir haben alle den Schuh gesucht. Das war zwar ärgerlich, aber unsere Mädchen waren stolz auf uns Ponys, weil wir uns ohne zögern mitten im fremden Wald getrennt haben und außer Sichtweite gegangen sind.

Der Schuh lag weiter vorn auf dem großen Weg. Mein Mädchen hat dann auf ihr Handy geschaut und wir haben einen neuen Plan ausgeheckt. Los ging es! Natürlich im Trab, denn Ausreiten mit dem Ausreitkumpel heißt traben, traben, traben! Ich hatte mich jetzt schon schön wieder eingelaufen und bin munter voran getrabt. Mädchen, wir könnten doch auch…. nein, kein Galopp. Ach, schade. Naja, Trab ist auch eine schöne Gangart, also weiter ging es, bis wir an die nächste Kreuzung kamen. Bremsen! Das Handy nach dem Weg fragen. Und weiter. Ein Stück, dann bremsen, das Handy nach dem Weg fragen. Wir Ponys wurden etwas grummelig, können wir jetzt mal weiter laufen? Dieses ewige Anhalten nervt! Aber leider mussten wir noch öfter anhalten. Und nochmal umdrehen, weil der eine Reitweg, den wir nehmen wollten, leider nach den etwas ausgiebigeren Regenfällen der letzten Tage kein Weg sondern eher ein Pony-verspeisender Sumpf geworden war, in den wir dann doch nicht gehen wollten.

Dann nochmal anhalten – weil mein Kumpel seinen Schuh verloren hatte. Und nochmal! Mein Mädchen hat ihm nämlich kürzlich seine Hufe in Form gebracht und das hat sie sehr gründlich gemacht und jetzt sind die Schuhe zu groß. Als wir dann weiter getrabt sind, hörte ich mein Mädchen oben murmeln „Ruckedigu, ruckedigu, der Schuh ist zu groß, was ist das hier bloß?“. Beim 4. Schuhverlust hatten wir alle die Faxen dicke und der Ausreitkumpel musste barhuf weiter laufen und seine Schuhe in der Satteltasche tragen. Während sein Mädchen ihm die Schuhe ausgezogen hat, habe ich von meinem Mädchen die Erlaubnis bekommen, mir einen Happen Gras zu nehmen. Mit Gebiss im Maul. Und dann war ich überfordert mit dem Gebiss und dem Happen Gras. Mein Mädchen wollte aber nicht absteigen. Also hat sie mir von oben das Gebiss aus dem Maul genommen, ich hab mein Gras gekaut und dann hat sie von oben das Gebiss wieder in mein Maul gefädelt. Ich nehme mir das ja eh selbst und das hab ich dann eben auch gemacht. Zack! Mädchen stolz.

Als das dann endlich geklärt war, konnten wir den letzten Teil der Reise in Angriff nehmen. Da kam noch ein langes Stück geradeaus, aber das war etwas anstrengend, weil der Boden lauter Wellen hatte, also ging es drei Schritte bergauf, um einen Stein herum, drei Schritt bergab, durch eine große Pfütze um 4 große Steine herum, 4 Schritte bergauf, 2 Schritte bergab, durch eine große Pfütze, um 2 große Steine herum….. und so weiter. Ich immer im Trab munter vorne weg. Mein Kumpel hat hinten dran mit seinem Mädchen kurz gewartet, denn die wollten nochmal galoppieren. Und dann ist mein Mädchen ja schon immer happy, weil ich einfach meinen Trab weiter laufe, egal ob er da hinten erst Schritt geht, dann angaloppiert kommt und dabei noch die Pfützen mit einem Sprung nimmt. Ich hab einfach zugesehen dass ich meine Beine sortiere und nicht auch noch einen Schuh verliere, denn kurz vorher hatte mein Mädchen gesehen, dass bei mir eine Schraube weg ist, der mein Schuh hielt zum Glück trotzdem sehr gut.

Am Ende ging es dann in den Schritt und mein Ausreitkumpel und ich haben ein bisschen Pfützen-Feinabschmecken gemacht, bis unsere Mädchen dann abgestiegen sind, um den Rest zur Wackelkiste zu laufen.

Pfützen-Feinabschmecken!

Als wir dann wieder in der Wackelkiste waren, fing es prompt an zu regnen und ratet mal, wer beim Ausladen dann wieder schön nass wurde…..

Aber egal, wir sind satte 5,7km von unserer 8km-Tour getrabt, das hat uns allen sehr gut getan und wir Ponys waren spitze. Ich freu mich schon auf nächsten Dienstag, jetzt wollen wir unsere Strecken langsam wieder steigern, wir haben ja noch großes vor im Herbst und müssen trainieren!

Euer Sir Duncan Dhu of Nakel endlich wieder mit Ausreitkumpel

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